Moorbad

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Als Moorbad bezeichnet man ein Voll- bzw. Teilbad in Wasser, das mit Badetorf vermischt ist. Viele Kurorte bieten Moorbäder an, da Badetorf eine gute Heilwirkung besitzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Moorbad?

Bereits Paracelsus empfahl ein Moorbad bei unterschiedlichsten Erkrankungen. In der Neuzeit sorgten dann die Soldaten Napoleons dafür, dass die ersten deutschen Moorbäder errichtet wurden. Das erste Kurbad, in dem auch Mooranwendungen am Programm standen, gab es in Bad Nenndorf. Im 19. Jahrhundert entstanden in vielen europäischen Kurorten Moorbäder darunter beispielsweise in Franzensbad, Marienbad, Bad Aibling oder Karlsbad. Die Menschen wurden auf die Heilkraft des Moores vor allem durch die Beobachtung von Tieren aufmerksam, da diese bei Verdauungsproblemen oder Wunden im Moorwasser badeten.

Neben Fango, Lehm, Schlick und Schlamm zählt Moor zur Gruppe der Peloide. Der Begriff "Peloide" stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Schlamm". Moor entsteht dann, wenn sich Reste von Pflanzen unter Luftabschluss verändern. Damit der Torf als Heilmoor gelten kann, müssen anorganische und organische Bestandteile enthalten sein, die den Vorschriften entsprechen. Moor zählt heute zu den wirkungsvollsten Naturheilprodukten, wobei vor allem Moorbäder, die häufig im Rahmen von Kuren angeboten werden, sehr beliebt sind.

Funktion, Wirkung & Ziele

Für ein Moorbad wird im Normalfall Badetorf verwendet, der Wärme sehr gut speichern kann. Der Torf wird in Mooren abgebaut, kann aber auch bereits in Apotheken oder Reformhäusern gekauft werden. Dadurch ist es möglich auch zu Hause eine Moorbadanwendung durchzuführen. In einem Moorbad steigt die Körpertemperatur um etwa zwei Grad an, dadurch werden vegetative und endokrine Regelkreise beeinflusst, was eine positive Wirkung auf das Immunsystem hat und den Stoffwechsel anregt.

Die Temperatur steigt dabei sehr schonend und langsam an und es kommt zu einem künstlichen Heilfieber. Auf Grund der Überwärmung können die Abwehrkräfte im Körper mobilisiert werden, die Durchblutung verbessert sich und Stoffwechselschlacken werden gelöst und ausgeschieden. Darüber hinaus wird die Muskulatur auf Grund der vorherrschenden Wärme entspannt. Badetorf enthält außerdem entzündungshemmende Stoffe wie zum Beispiel Huminsäuren, des Weiteren wirken Moorbehandlungen auch entspannend auf das Nervensystem.

Durch die Hitze werden die Schmerzen gelindert und der Körper entschlackt und entgiftet. Im Badetorf befinden sich darüber hinaus auch viele weitere wertvolle Wirkstoffe wie Kieselsäure, Kupfer, Eisen, Mangan, Magnesium oder Kalzium. Nach dem Bad bringt man den Torf wieder zurück in die Abbaugebiete, wo er nach einer Regenerationsphase von mehreren Jahren erneut abgebaut wird. Mediziner empfehlen Moorbäder vor allem bei:

   *gynäkologischen Erkrankungen
   *Rheuma
   *Beschwerden während der Wechseljahre
   *Morbus Bechterew
   *Osteoporose
   *Arthrose

Profitieren können aber auch Patienten, die nach einer erfolgten Operation unter einer schmerzenden Narbe zu leiden haben. Helfen kann Moor darüber hinaus bei einem unerfüllten Kinderwunsch, da die Inhaltsstoffe eine entspannende und östrogenähnliche Wirkung haben. Die häufigste Ursache für Kinderlosigkeit ist eine Gelbkörperschwäche. Durch die Wirkstoffe, die im Moor enthalten sind, können die Hormone, die eine Schwangerschaft verhindern, gesenkt werden. Andere Hormone, die günstig für eine Schwangerschaft sind, werden hingegen erhöht.

Als Moorbad bezeichnet man ein Voll- bzw. Teilbad in Wasser, das mit Badetorf vermischt ist. Viele Kurorte bieten Moorbäder an, da Badetorf eine gute Heilwirkung besitzt.

Dabei spielen vor allem die natürlichen Gerbsäuren, die in bestimmten Moorarten zu finden sind, eine wesentliche Rolle. Für ein Bad wird der Torf mit heißem Wasser vermischt, wodurch es zu einer sehr lang anhaltenden Wärmewirkung kommt. Äußerst hilfreich kann Moor aber auch bei akuten Schmerzzuständen wie zum Beispiel im Kiefer- oder Zahnbereich sein. Auf Grund der heilenden Wirkung stehen Moorbäder in vielen Kurorten am Programm, die dann als Moorheilbad bzw. Moorbad bezeichnet werden. Aus hygienischen Gründen werden Moorbäder als Einzelbad angeboten, wobei die Temperaturen zwischen 40 und 46 Grad liegen. Ein Moorbad dauert in etwa 20 Minuten, ältere Menschen sollten aber besser ein Wechsel- oder Teilbad nehmen, da das Bad den Kreislauf stark anregt.

Nach einem Moorbad empfiehlt es sich, noch etwa dreißig bis sechzig Minuten gut zugedeckt zu ruhen, damit die Wärme auch entsprechend wirken kann. Empfohlen werden etwa zwei Bäder pro Woche über einen Zeitraum von etwa einem Monat. Athrosepatienten profitieren dann beispielsweise etwa ein halbes Jahr von der positiven Wirkung des Bades. Bei Schmerzen in Schulter oder Knie werden Moor-Packungen empfohlen, die in Einweg-Vliestaschen auf die entsprechenden Bereiche aufgelegt werden. So können die Substanzen in die Haut gelangen, die die Selbstheilungskräfte bzw. die Durchblutung fördern.

Dadurch werden Entzündungen gehemmt und Schmerzen gelindert. Moor wird aber nicht nur in Form von Moorbädern oder Packungen angeboten, sondern ist auch zur inneren Anwendung geeignet. Dafür gibt es eigene Moortrunke, die mit Wasser angerührt werden können. Darüber hinaus werden auch so genannte "Ganzheitliche Moortherapien" angeboten, wobei sich hier äußere und innere Anwendungen ergänzen. Dazu zählt beispielsweise eine Kombination aus Moorbädern, Kompressen, Trinkkuren oder Wickel.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Nicht hilfreich hingegen, wenn nicht sogar schädigend, sind Moorbäder bei:

   *empfindlicher Haut
   *Schwangerschaft
   *Bluthochdruck
   *offenen Wunden und nässenden Ekzemen
   *Krebserkrankungen
   *Krampfadern
   *Herzkrankheiten
   *chronisch entzündlichen Erkrankungen

Wer Moorbäder in Anspruch nimmt, sollte auch ärztlich betreut werden, da ein Moorbad für den Kreislauf relativ anstrengend ist und nicht von jedem vertragen wird.

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Quellen

  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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