Resorption

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. August 2017
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Die Resorption ist die Aufnahme von Stoffen, wie sie zum Beispiel im Darm stattfindet. Anders als im Deutschen ist mit der Resorption im Englischen die Wiederaufnahme von eigentlich ausgefilterten Stoffen in den Körper gemeint. Resorptionsstörungen liegen zum Beispiel im Rahmen von Lebensmittelunverträglichkeiten vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Resorption?

Mit der Resorption ist die Aufnahme von Stoffen in biologischen Systemen gemeint. Die Resorption spielt deshalb vor allem im eine Rolle, wo sie in erster Linie im Darm stattfindet. Insbesondere die Epithelzellen in der Wand des menschlichen Dünndarms resorbieren Stoffe.

Der Begriff der Resorption ist im deutschen Sprachraum nicht genauso definiert, wie im englischsprachigen Raum. Im Englischen meint die Resorption nicht die Aufnahme von Stoffen in biologischen Systemen, sondern die Rückaufnahme von eigentlich ausgefilterten Stoffen, wie sie zum Beispiel in den Nierentubuli stattfindet. Davon zu unterscheiden ist die Absorption, wie sie im Darm oder auf der Haut vor sich geht. Diese Definition hat sich im deutschen Sprachraum nicht eingebürgert, obgleich die Absorption in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen ist. Die Rückaufnahme von Stoffen, wie sie in den Nierentubuli stattfindet, wird im Deutschen also nicht immer als Resorption, sondern ebenfalls als Reabsorption bezeichnet.

Es gibt zwei Arten der Resorption: die passive und die aktive Stoffaufnahme. Energieverbrauch ist ein Hauptmoment der aktiven Resorption, während die passive Art ohne zusätzlichen Energieaufwand vor sich geht.

Funktion & Aufgabe

Die zwei Arten der Resorption unterscheiden sich grundlegend in ihrem Ablauf. Bei der passiven Resorption liegt ein Gefälle der Stoffkonzentrationen vor. Durch Osmose, also über die Diffusion durch eine selektiv permeable Membran, findet eine Bewegung der Teilchen in Richtung der niedrigeren Konzentration statt. Eine solche Art der Resorption liegt im Darm vor. Hier wandern niedermolekulare Stoffe wie Wasser aus dem Darmlumen in die Darmschleimhaut und werden von deren Zellen aufgenommen. Im Lumen liegt verglichen mit der Schleimhaut eine deutlich höhere Konzentration an Nährstoffen vor.

Davon zu unterscheiden ist die aktive Form der Resorption, die entgegen eines Konzentrationsgefälles stattfindet. Auch bei nicht vorhandenem Konzentrationsgefälle ist von aktiver Resorption die Rede. Die Stoffe werden bei dieser aktiven Form mithilfe von sogenannten Carrierproteinen transportiert. Bei diesen Proteinen handelt es sich um Transportermoleküle, die über den Verbrauch des Energieträgers ATP (Adenosintriphosphat) Stoffe entgegen des Konzentrationsgefälles resorbieren.

Die Resorption ist die Aufnahme von Stoffen, wie sie zum Beispiel im Darm stattfindet.

Im Darm findet mit der Aufnahme von Aminosäuren und Traubenzucker in die Darmschleimhäute zunächst passive Resorption statt. Von den Schleimhäuten aus werden Aminosäuren und Traubenzucker ins Blut resorbiert und zur Leber transportiert. Fette werden anders als Aminosäuren und Traubenzucker aus der Darmschleimhaut in die Lymphe resorbiert. Auch aktive Resorption findet in diesem Bereich statt. Viele Nahrungsbestandteile werden im Darm enzymatisch aufgespalten und unter Energieaufwand erst danach ins Blut- und Lymphsystem transportiert. Eine aktive Resorption, oder vielmehr Reabsorption, findet auch in den Tubuli der Nieren statt.

Brauchbare Stoffe wie Glucose und Wasser werden nach dem Filtervorgang der Nierenkörperchen zurück in den Blutkreislauf des Körpers absorbiert. Dieser lebenswichtige Vorgang macht aus dem Primärharn erst den Sekundärharn, der tatsächlich in die Blase weitergeleitet und am Ende ausgeschieden wird. Dank der Resorption bzw. Reabsorption bleibt die Konzentration von Mineralstoffen, Vitaminen, Fetten und Wasser im Körper auf einem gesunden Niveau.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Resorption kann durch verschiedene Krankheiten gestört sein. Im Rahmen dessen stellt sich zum Beispiel oft eine Hypovitaminose ein. Das heißt, dass im Organismus ein Mangel an lebenswichtigen Vitaminen besteht. Bei Resorptionsstörungen kann der Körper einen bestimmten Stoff nicht mehr oder nur noch in geringfügigem Ausmaß aufnehmen. Dieses Phänomen kann sich zum Beispiel als Folge von chronischen Darmentzündungen einstellen, wie sie durch die entzündliche Erkrankung Morbus Crohn vorliegen können. Auch angeborene Defekte sind denkbar. Am häufigsten geht einer Hypovitaminose durch Resorptionsstörungen jedoch die Einnahme von Antibiotika voraus, weil dieses Medikament die Darmflora beeinträchtigt. Falls Antibiotika-Einnahme als Ursache einer Resorptionsstörung erkannt worden ist, bildet sich die gestörte Aufnahmefähigkeit nach geraumer Zeit in der Regel zurück.

Gestörte Resorption kann aber auch ein Symptom genetischer Lebensmittelunverträglichkeiten sein und erfordert dann eine komplette Ernährungsumstellung. Bei der genetischen Glukose- und Galaktose-Resorptionsstörung liegt zum Beispiel eine Anomalie auf Chromosom 22 vor. Dieses Chromosom codiert für das Zuckertransportprotein. Als eine Folge dessen ist die Fähigkeit der Zuckeraufnahme über die Darmwand vermindert. Bei zuckerhaltiger Ernährung stellen sich daher schwere Durchfälle ein. Im Rahmen dessen kann es zu lebensbedrohlichen Dehydrierungen kommen.

Ein ähnliches Phänomen liegt bei der Zöliakie vor, die auch als Weizenunverträglichkeit bekannt ist. Der Ausdruck des malabsorptiven Diarrhoe wurde eingeführt, um Durchfall als Symptom von ungenügender Resorption zu beschreiben, wie er als Symptom vieler Unverträglichkeiten eintritt. Auch Darmkrebs kann letztlich von Resorptionsstörungen begleitet werden. Ebenso können Eingriffe am Darm eine gestörte Aufnahmefähigkeit der Darmwände zur Folge haben.

Resorptionsstörungen entwickeln sich schrittweise und machen sich in Symptomen wie Durchfall bemerkbar. Im Spätstadium solcher Erkrankungen tritt oft Appetitlosigkeit ein. Welche zusätzlichen Symptome eine Resorptionsstörung verursacht, hängt stark von den Stoffen ab, deren Aufnahme gestört ist. Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind besonders häufige Begleitsymptome.

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