Refluxösophagitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Die Refluxösophagitis ist eine Erkrankung, die in den letzten Jahren zunehmend auftritt. Laut Statistiken leiden mindestens 10% der Bevölkerung der Industrieländer an dieser From der Speiseröhrenentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Refluxösophagitis?

Bei einer Refluxösophagitis ist die Schleimhaut im unteren Bereich der Speiseröhre entzündet. Diese Entzündung wird durch einen Rückfluss (Reflux) von Verdauungssäften aus dem Magen in die Speiseröhre (Ösophagus) hervorgerufen.

Wirken Salzsäure, Pepsin oder auch Gallensäuren längere Zeit auf die Speiseröhre ein, reizen und schädigen sie deren Schleimhaut. Bei 65% der Betroffenen werden, trotz großer und quälender Beschwerden, bei einer Speiseröhrenspiegelung (Endoskopie) keine Entzündungszeichen entdeckt. Diese Art der Refluxösophagitis wird als „nicht-erosive-Refluxösophagitis“ (NERD) bezeichnet. „Erosiv“ bezieht sich hier auf eine sichtbare, oberflächliche und entzündliche Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut.

An der "erosiven Refluxösophagitis" (GERD) leiden 35% der Erkrankten. Bei einer Endoskopie sind deutliche Entzündungszeichen zu erkennen. Von der Refluxösophagitis wird auch als Refluxkrankheit gesprochen.

Ursachen

Die angenommenen Ursachen der Refluxösophagitis beziehen sich im Prinzip nur auf die Gründe, welche zu einem erhöhten Rückfluss von Magensäuren etc. führen.

Warum diese dann letztendlich bei dem einen zu einer Entzündung der Speiseröhre führen und bei anderen nicht, ist noch nicht bekannt. Diese Ursachen werden in direkte (primäre) und indirekte (sekundäre) Ursachen aufgeteilt und nehmen Einfluss auf die Verschluss Mechanismen der Speiseröhre und des Magens. Auch die wellenförmige Transportbewegung der Speiseröhrenmuskulatur (Peristaltik) kann betroffen sein.

Zu den direkten Ursachen zählen bestimmte Nahrungsmittel wie Fette, Genussgifte wie Alkohol oder reizende Nahrungsbestandteile wie Koffein, Teein und Pfefferminze. Hinzu kommen Veränderungen der Hormonlage, wie sie z.B. bei einer Schwangerschaft vorkommen können. Psychischer Stress, altersbedingte Muskulaturschwächen, Veränderungen der Druckverhältnisse im Bauchraum durch Verstopfungen, Schwangerschaft etc.

Den sekundären Ursachen der Refluxösophagitis liegen andere Erkrankungen zugrunde, wie z.B. krankhafte oder operative Veränderungen am Mageneingang oder operative Schädigung des unteren Speiseröhren-Sphinkter (eine Art Schließmuskel). Bei Frühgeburten ist dieser Muskel häufig noch nicht korrekt ausgebildet. Chronische, entzündliche Erkrankungen wie eine Sklerodermie oder Nervenerkrankungen aufgrund einer Zuckerkrankheit zählen ebenfalls zu den indirekten Ursachen einer Refluxösophagitis.

Generell gelten Übergewicht oder ein Zwerchfellbruch, durch den sich ein Teil des Magens ausstülpt, als Risikofaktoren.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie bei Refluxkrankheit bzw. Sodbrennen. Klicken, um zu vergrößern.

Die Diagnose einer Refluxösophagitis wird durch eine Ösophagoskopie, eine Untersuchung der Speiseröhre mithilfe eines Kameraschlauches und eine Gastroskopie, eine Spiegelung des Magens vorgenommen.

Werden hierbei Schleimhautveränderungen sichtbar, ermöglichen diese eine Klassifizierung der Erkrankung. Zusätzlich besteht bei diesen Untersuchungen die Möglichkeit eine kleine Gewebeprobe zu entnehmen. Eine 24-Stunden-Säuremessung, eine pH-Metrie, wird durchgeführt und lässt Aussagen über die Dauer und Stärke des Säurerückflusses innerhalb eines Tages zu.

Die Ösophagus Manometrie, eine Muskelfunktionsmessung, wird heutzutage nur noch selten durchgeführt. Eine Refluxösophagitis führt in einem geringen Teil der Fälle zu einem Barett-Ösophagus.

Die Schleimhaut der Speiseröhre verändert sich, ihr Aufbau gleicht dem der Magenschleimhaut. Aus dieser veränderten Schleimhaut können Geschwüren oder Speiseröhrenkrebses entstehen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: K21 Gastroösophageale Refluxkrankheit) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Die Beschwerden der Refluxösophagitis sind sehr unangenehm und können zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Aus diesem Grund muss diese Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an einem starken Sodbrennen. Das Sodbrennen selbst tritt dabei vor allem nach dem Essen von sauren oder salzigen Speisen auf und wirkt sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus.

Auch ein dauerhaftes Aufstoßen oder starker Husten können dabei krankheitsbedingt hervortreten. In schwerwiegenden Fällen leiden die Patienten an einer Atemnot. Sollte die Erkrankung nicht behandelt werden, so kann es im schlimmsten Falle auch zur Ausbildung von Geschwüren und weiterhin auch zu Krebs in der Speiseröhre kommen. Dabei kann es weiterhin auch zum Tode des Patienten kommen. In den meisten Fällen kann die Refluxösophagitis mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden.

Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen oder zu anderen Beschwerden. Vor allem das Sodbrennen kann dadurch gelindert werden. Weiterhin sind viele Betroffene auf operative Eingriffe angewiesen, die die Beschwerden dauerhaft lindern und die Säureproduktion des Magens einschränken können.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Refluxösophagitis erfolgt konservativ oder operativ. In den meisten Fällen reicht eine konservative Behandlung durch die Gabe bestimmter Medikamente aus.

Protonenpumpenhemmer verringern den Säuregehalt des Mageninhaltes dadurch, dass nicht so viel Salzsäure im Magen produziert wird. Antazida, greifen nicht in die Säureproduktion ein, sondern neutralisieren den vorhandenen Säuregehalt. Prokinetika wirken unterstützend, da sie die Verschlusskraft des unteren Ösophagussphinkters steigern und fördernd auf die Entleerung des Magens wirken. Die konservative Therapie muss lebenslang durchgeführt werden, da nach Absetzen der Medikamente die Refluxösophagitis wieder auftritt.

In den seltenen Fällen, in denen die konservative Behandlung keinen Erfolg hat, kann ein chirurgischer Eingriff, eine „Fundoplicatio“, durchgeführt werden. Der obere Teil des Magens wird wie eine Manschette über den unteren Speiseröhrensphinkter gelegt und wirkt so verstärkend auf den Verschluss der Speiseröhre.

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Vorbeugung

Vorbeugend kann man durch eine Gewichtsabnahme, kleinere, häufigere Mahlzeiten, das Vermeiden von zu fetten oder reizenden Nahrungsmitteln auf die Refluxösophagitis einwirken. Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, lockere Kleidung, dem vermeiden von Stress und übermäßigen Alkoholkonsums wirken ebenfalls vorbeugend.

Bücher über Refluxkrankheit

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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