Röschenflechte

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Die Röschenflechte ist auch nach Jahrzehnten nach ihrer ersten Beschreibung ein Rätsel für die moderne Medizin. Furcht muss trotzdem niemand vor ihr haben; so geheimnisvoll sie auftaucht, so rätselhaft verschwindet die Röschenflechte auch wieder.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Röschenflechte?

Bei der Röschenflechte handelt es sich um eine Erkrankung der Haut. Charakteristisch für die Röschenflechte ist die Entstehung einer "Mutterzelle", die auch als Primärmedaillon oder Primärfleck bezeichnet wird.

Hierbei handelt es sich um eine kreisförmig abgeschlossene, rötlich verfärbte Veränderung der Haut. Hinzu kann ferner eine Schuppenkrause treten, also eine schuppenartige Oberfläche des Primärmedaillons, was aber - anders als die rötliche Veränderung - kein zwingendes Merkmal der Röschenflechte ist. Von der Mutterzelle ausgehend verbreitet sich die Röschenflechte in ersten beiden Wochen nach der Infektion auf weitere Körperteile.

In der nächsten Phase kann ein je nach Schwere der Erkrankung leichter bis starker Juckreiz der rötlich veränderten Areale hinzutreten. Patientenbeobachtungen nach zu beurteilen, korreliert die Schwere des Juckreizes mit der Außentemperatur. Statistisch bemerkenswert ist schließlich, dass die Mehrheit der Betroffenen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn bis 35 Jahre alt sind.

Ursachen

Die Ursachen der Röschenflechte sind bis heute unbekannt. Vermutet wird, dass hier die humanen Herpesvirustypen 6 und 7 eine Rolle spielen könnten. Zwar gab es in der Vergangenheit diverse Studien, die der möglichen Kausalität zwischen der Infektion mit den besagten Viren und dem Ausbruch der Röschenflechte nachgingen, allerdings konnte bis dato keines der Studien einen Zusammenhang feststellen.

Bereits der Umstand, dass der humane Herpesvirustyp sieben auf jeder Haut vorkommt, lässt Zweifel aufkommen. Wäre er für den Ausbruch einer Röschenflechte verantwortlich, würde sich zwingend die Frage stellen, warum nicht jeder andere Mensch ebenso an einer Röschenflechte leidet.

Hieran knüpft eine andere These, die von einer genetischen Anfälligkeit der Betroffenen ausgeht. Insoweit schließt dieser Ansatz die Theorie über die Kausalität des humanen Herpesvirustyps sieben als einen weiteren Faktor für die Röschenflechte nicht aus.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Erfahrene Dermatologen erkennen die Röschenflechte bereits am klinischen Bild. Die Entstehung der Mutterzelle ist charakteristisch genug, um sie als Röschenflechte zu erkennen. Allerdings sollte aus differenzialdiagnostischen Gründen nicht voreilig von einer Röschenflechte ausgegangen werden.

Gerade wenn die rötlichen Hautveränderungen im Intimbereich auftreten, spricht es dafür, erst Sexualkrankheiten wie Syphilis auszuschließen, ehe von einer Röschenflechte ausgegangen wird. Um beim Beispiel vom Syphilis zu bleiben: Im zweiten Stadium dieser Krankheit, die unbehandelt im schlimmsten Fall tödlich enden kann, bilden sich Syphilide. Syphilide sind rötliche Hautveränderungen, die bis auf ihre verhältnismäßig geringe Größe der Röschenflechte sehr ähnlich sind.

Ebenso sollten mögliche Pilzerkrankungen durch Abstrichuntersuchungen labortechnisch ausgeschlossen werden. Gerade weil die Röschenflechte nicht durch einen Erreger verursacht wird, muss diagnostisch in umgekehrter Reihenfolge untersucht werden. Das heißt, es müssen erst alle anderen (gefährlicheren) Hauterkrankungen mit identischem Bild ausgeschlossen werden, ehe von einer Röschenflechte ausgegangen werden kann, sofern das äußere Erscheinungsbild Grund für Zweifel geben sollte.

Komplikationen

Wenn die erkrankte Haut falsch behandelt wird oder eine falsche Diagnose gestellt wurde, können Röschenflechte eine Reihe von Komplikationen hervorrufen. Zunächst führt die Erkrankung zu Symptomen wie Schwitzen, Kopfschmerzen und Müdigkeit – Beschwerden, die das Wohlbefinden herabsetzen und somit eine enorme Belastung für die Betroffenen darstellen. Die Hautveränderungen können sich in manchen Fällen entzünden und zu einem starken Juckreiz mit auffälligen Hautrötungen führen.

Dieser kosmetische Makel wird von den Betroffenen meist als unangenehm empfunden – es kommt zum sozialen Rückzug und einer Abnahme der Lebensqualität. Bei Röschenflechten in der Schwangerschaft können Entwicklungsstörungen des Kindes und andere Komplikationen auftreten. Insbesondere wenn die Hauterkrankung vor der 15. Schwangerschaftswoche auftritt, kann sich dies negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken oder sogar zu einer Frühgeburt oder Fehlgeburt führen.

Bei der Behandlung der Schuppenröschen treten eher selten Komplikationen auf. Die Anwendung von Hausmitteln kann allerdings zu weiteren Hautreizungen führen und die Beschwerden noch verschlimmern. Werden Entzündungshemmer oder Schmerzmittel eingesetzt, so können diese Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen. Bei Allergikern können entsprechende Präparate mitunter zu schweren Komplikationen führen.

Behandlung & Therapie

Das Besondere an der Röschenflechte ist, dass sie binnen sechs bis acht Wochen selbstständig abheilt. Aus diesem Grund heißt der erste Ratschlag des Dermatologen, abzuwarten und erst dann tätig zu werden, wenn die Spontanheilung nicht einsetzt.

Denn in Einzelfällen kann eine Behandlung sehr wohl notwendig werden. Dies ist dann der Fall, wenn die Röschenflechte nach Verstreichen der Frist von zwölf Wochen immer noch nicht den Anschein macht, sich zurückbilden zu wollen. In einigen Fällen kann die Röschenflechte sogar bis zu sechs Monaten andauern, ehe sie sich unbehandelt zurückbildet. Im Regelfall aber genügt es, die betroffenen Areale möglichst nicht zu reizen, die Haut somit so weit wie möglich zu schonen.

Ferner wird angeraten, "luftige" Kleidung zu tragen, also keine eng anliegende, in der die Haut leicht schwitzen kann, was die betroffenen Stellen der Haut unnötig reizen würde. Ein bekanntes Hautmittel gegen die Röschenflechte sind Ölbäder, die der Austrocknung der Haut entgegenwirken.

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Vorbeugung

Aufgrund der Tatsache, dass die Ursache der Röschenflechte nicht bekannt ist, kann es auch keine verlässlichen Ratschläge geben, wie sich eine Röschenflechte vorbeugen lässt.

Bücher über Hautrötungen

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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