Parodontitis (Parodontose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
Startseite » Krankheiten » Parodontitis (Parodontose)

Bei der Parodontose, die im Volksmund oft fälschlicherweise auch als Paradontose bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich um eine Parodontitis. Bei dieser Form der Zahnfleischerkrankung kommt es zu einer Entzündung des Zahnhalteapparats sowie des Zahnbettes. Ursache für diese Krankheit sind zumeist Zahnfleischentzündungen, die durch Bakterien hervorgerufen wurden. Wird die Parodontose nicht behandelt, kann es im Verlauf zum Zahnausfall kommen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Parodontitis (Parodontose)

Die Parodontitis oder Parodontose ist eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparates.

Unbehandelt würde dieser dadurch zerstört, mittlerweile kann der Zerfallsprozess jedoch aufgehalten werden. Eine Form der Erkrankung kann von den Wurzelspitzen ausgehen, die andere hingegen beginnt am Zahnfleischgürtel und zieht sich bis in die Wurzeln hinein.

Die Parodontitis bringt empfindliches Zahnfleisch sowie Zahnfleischbluten mit sich, außerdem kommt es zu Mundgeruch und Eiterbildung im Bereich des Zahnfleischs. Bei fortgeschrittener Parodontitis lockert sich der Zahn zudem spürbar.

Ursachen

Die Parodontitis kann nur dann entstehen, wenn ausreichend bakterienhaltiges Plaque vorhanden ist. Daraus kann sich Zahnstein bilden, wodurch die Bakterien ungehindert den Zahn beschädigen können. Sie dringen bis in den Innenraum der Zähne vor und verursachen dort Entzündungen. Der Körper versucht, die Bakterien abzuwehren, indem er selbst das Gewebe abbaut, in dem sie existieren - dies betrifft in diesem Fall den Zahn selbst. Daher besteht der Nachweis der Parodontitis darin, den röntgenologisch erkennbaren Knochenrückgang zu diagnostizieren.

Unter anderem bildet der Körper zur Abwehr Enzyme, die einerseits dazu gedacht sind, die Bakterien zu zerstören, andererseits aber auch schädliche Auswirkungen auf das Gewebe selbst haben. Zu den Ursachen, die das Risiko einer Parodontitis begünstigen, gehören Tabakkonsum, allgemein unzureichende Mundpflege, ungünstig lokalisierte Piercings sowie eine allgemeine Abwehrschwäche durch das Immunsystem. Auch Karies wirkt sich steigernd auf das Risiko einer Erkrankung auf - vor allem dann, wenn sie offen ist.

Symptome

Krankheitsverlauf

Schematische Darstellung von gesundem Zahlfleisch, Parodontose und Zahnfleischentzündung. Klicken, um zu vergrößern.

Die Parodontose bzw. Parodontitis ist in der Regel ein chronisch verlaufender, schubweise auftretender Gesundheitszustand, der sich über längere Zeit entwickelt und oft erst nach Jahren bemerkt wird.

Er verläuft größtenteils schmerzfrei, das erste vom Patienten selbst erkannte Symptom ist die Lockerung der Zähne. In der ersten Phase der Parodontose können die Bakterien der Plaque noch größtenteils abgewehrt werden, sie dringen nicht in den Zahn ein.

Mit der Zeit sterben jedoch die vorhandenen Abwehrzellen des Körpers ab, aber auch die Bakterien - dies sind Reize, auf die der Körper reagiert. Er beginnt damit, den Zahn abzubauen, um den Bakterien den Lebensraum zu nehmen.

Es kommt zunächst zu gerötetem Zahnfleisch, Blutungen und Mundgeruch, je weiter die Bakterien in den Zahn eindringen. Eine Sonderform ist die aggressive Parodontitis, die deutlich schneller zu den ersten Beschwerden führt und bereits im Kindesalter auftreten kann.

Komplikationen

Beim Vorliegen bestimmter Risikofaktoren kann die Parodontitis schwierig verlaufen und trotz zahnärztlicher Behandlung nicht richtig ausheilen. Einer der größten Risikofaktoren ist das Rauchen. Mit einem erschwerten Verlauf müssen außerdem auch Betroffene rechnen, die an Stoffwechselstörungen wie etwa Diabetes mellitus leiden oder an einem geschwächten Immunsystem kranken. Auch eine unausgewogene Ernährung, insbesondere der regelmäßige Verzehr von Süßigkeiten, gilt in diesem Fall als besonders kontraproduktiv.

Mitunter kann die Parodontitis chronisch werden und einen Patienten ein Leben lang begleiten. Aufgrund der chronischen Entzündung blutet das Zahnfleisch meist stark, außerdem entstehen Zahnfleischtaschen. Im nächsten Stadium bildet das Zahnfleisch sich zurück. Dadurch sehen die Zähne länger, manchmal auch größer aus.

Die Betroffenen leiden in diesem Stadium oftmals mehr unter der ästhetischen Beeinträchtigung als unter der Störung selbst. Bei Fortschreiten der Parodontitis sind aber noch weitere Komplikationen zu erwarten. Mittelfristig zerstört die Entzündung das Bindegewebe und die knöchernen Strukturen des Kiefers. Die Zähne beginnen sich zu lockern und fallen schließlich aus.

Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass eine unbehandelte oder chronische Parodontitis ernsthafte Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann. So wurde ein statistischer Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen und atherosklerotischen Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall nachgewiesen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Behandlung & Therapie

Das Ziel der Behandlung der Parodontose besteht darin, die entzündlichen Faktoren im Mund zu beseitigen, wodurch die Gesundheit langfristig wieder hergestellt wird. Dazu wird zunächst das Gebiss des Patienten genau analysiert, um den Schweregrad der Erkrankung festzustellen. Sobald die Bakterien nachgewiesen sind und eine systemische Erkrankung ausgeschlossen wurde, werden alle sichtbaren Belege oberhalb des Zahnfleischsaums durch den Zahnarzt entfernt.

Es kann sein, dass in dieser Phase auch Füllungen vorgenommen werden müssen, wenn es zu Löchern in den Zähnen durch Karies gekommen ist. Danach wird die gleiche Behandlung mit allen Belägen durchgeführt, die unterhalb des Zahnfleisches liegen, um sie ebenfalls von bakteriellen Ablagerungen zu befreien. Je nach Schwere der Parodontitis kann es erforderlich sein, die Parodontitis zusätzlich mit Antibiotika zu behandeln, um alle im Zahn angesammelten Bakterien langfristig zu beseitigen.

Bücher über Parodontose

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Gängler, P., Hoffmann, T., Willershausen, B., Schwenzer, N., Ehrenfeld, M. (Hrsg.): Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: