Granulom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Bei dem Granulom handelt es sich um eine häufig auftretende chronisch-entzündliche Hautkrankheit. Hierbei bilden sich derbe Papeln (Hautknötchen), welche im Besonderen am Hand- sowie Fußrücken auftreten wobei Kinder/Jugendliche öfter betroffen sind als Erwachsene.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Granulom?

Als Granulom wird eine kötchenartige, meist gutartige Neubildung von Gewebe der Haut bezeichnet.

Granulome machen sich zunächst auf einem Hautbereich mittels wenige Millimeter umfassende derbe Papeln (Knötchen) bemerkbar, welche sich in kleinen Gruppen zeigen können. Sie sind eng begrenzt, von rötlicher oder hautfarbener Farbstellung und besitzen glatte Oberflächen. Die Knötchen sind zwar hartnäckig, aber zum Glück vollkommen harmlos. Innerhalb einiger Wochen können sich die Papeln ausbreiten.

Typischerweise bildet sich ein Ring, welcher auf zwischen einem bis zu mehreren Zentimetern anwachsen kann. Auf diese Eigenart weist die Bezeichnung "anulare" (lateinisch für ringförmig) in der Kennung dieser Erkrankung hin. Noch während der Vergrößerung des Knötchenringes, heilen sie im Innenbereich des Rings schon wieder ab.

Ursachen

Diese äußerst hartnäckigen Papeln widerstehen oft etlichen Behandlungsversuchen, sind jedoch absolut ungefährlich und verursachen weder Juckreiz noch Schmerzen und befallen keinerlei innere Organe. Warum das Granulom (lateinischen "granulum" = Körnchen) bei einigen Personen überhaupt auftritt, ist derzeit noch völlig unklar.

Spezielle Kranheitserreger spielen laut des heutigen Wissensstandes keine Rolle, zudem ist diese Erkrankung nicht ansteckend. Während der Mitte des 20. Jahrhunderts war ein möglicher Zusammenhang mit dem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) im Gespräch. Aktuelle Studien existieren zu dieser Meinung derzeit jedoch nicht.

Weitere Erkrankungen, die ebenfalls Granulome auslsen können sind: Syphilis, Rheumatisches Fieber, Schistosomiasis, Kutane Leishmaniose, diverse Hautpilzerkrankungen und Listeriose. Auch eine Tuberkulose und die selten vorkommene Lepra können zu Granulomen führen.

Diagnose & Verlauf

Bei einer ringförmigen Anordnung der Papeln, kann der Hautarzt ein Granuloma anulare bereits diagnostizieren, wenn er die betroffene Haut intensiv besichtigt. Sind die individuellen Hautveränderungen atypisch ausgeprägt, muss eine feingewebliche (histologische) Untersuchung von einer Hautprobe (Biopsie) erfolgen, welche unter einem Mikroskop vorgenommen wird. Besteht eine Granuloma anulare Erkrankung, sollte mithilfe einer Blutuntersuchung geklärt werden, ob ein Verdacht auf Diabetes mellitus ausgeschlossen werden kann.

Ohne intensive Behandlung kann diese ringförmige Papelanordnung über Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben. Schmerzen jeglicher Art oder eventueller Juckreiz, sind nicht Bestandteile eines Granuloma anulare. Im Speziellen handelt es sich bei den betroffenen Hautbereichen um Fuß- sowie Handrücken, Fuß- und Handgelenke sowie auch um die Streckseiten von Zehen und Fingern.

Gelegentlich werden derartige Hautveränderungen auch an den Unterschenkeln und -armen bemerkt. In diversen Fällen entwickelt sich lediglich ein einzelner Ring von Papeln, des Öfteren klagen betroffene Personen jedoch auch über mehrere aneinander liegende Knötchenringe.

Bei erwachsenen Personen kann es vorkommen, dass zur gleichen Zeit disseminierte (verstreut liegende) Knötchen am Oberkörper sowie auf den Extremitäten auftreten. Diese bilden nur äußerst selten Ringstrukturen können sich aber seitlich ausbreiten. Die Bezeichnung dieser Sonderform lautet "Granuloma anulare disseminatum".

Komplikationen

Durch das Granulom kommt es in der Regel zur Ausbildung von Papeln. Diese sehen sehr unattraktiv aus und wachsen relativ schnell. Auch die benachbarten Regionen am Körper können von den Papeln betroffen sein, wenn sich diese weiterhin übertragen. Es kommt allerdings nicht zu einem Juckreiz oder zu Schmerzen, sodass für den Patienten in erster Linie ästhetische Beschwerden auftreten.

Durch die unattraktiven Fehlbildungen kommt es in der Regel zu einem verringerten Selbstwertgefühl und nicht selten zu Minderwertigkeitskomplexen. Außerdem kann ein Granulom auch zu psychischen Depressionen und Beschwerden führen. Die Behandlung der Krankheit erfolgt kausal und richtet sich immer nach der Grunderkrankung. Dabei kommt es nur selten zu besonderen Komplikationen oder zu Schmerzen.

Auch Narben entstehen in den meisten Fällen nicht. Dabei erfolgt die Behandlung durch die Einnahme von Medikamenten oder durch eine Bestrahlung der betroffenen Stelle. Das Granulom bildet sich daraufhin relativ schnell zurück und hinterlässt keine Komplikationen. Sollte das Granulom nicht behandelt werden, so wird es in der Regel nicht von alleine verschwinden und kann dabei über mehrere Monate lang auf der Haut des Patienten bleiben.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Veränderungen der Haut sollten diese Auffälligkeiten beobachtet werden. Da die Hautveränderungen aus medizinischer Sicht symptomfrei sind, ist ein Arztbesuch nicht unverzüglich notwendig. In vielen Fällen bilden sich die Granulome selbständig innerhalb weniger Tage zurück. Halten die Beschwerden über Wochen oder Monate an, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt erfolgen.

Kommt es zu ungewöhnlichen Rötungen, Schwellungen, Wucherungen oder Knotenbildung auf der Haut, ist dies von einem Arzt abklären zu lassen. Besonders sollten Veränderungen auf dem Hand- oder Fußrücken sowie den Hand- oder Fußgelenken kontrolliert werden. Breiten sich die Auffälligkeiten der Haut aus oder nehmen sie an Intensität zu, sollte ein Arzt konsultiert werden. Beklagt der Betroffene einen Juckreiz und stellen sich dadurch offene Wunden ein, ist besondere Vorsicht geboten. Können die Wunden nicht eigenverantwortlich steril versorgt werden, sollte ein Arztbesuch stattfinden.

Bei Entzündungen, Eiterbildung oder einer Wärmeentwicklung auf der Haut wird ein Arzt benötigt. Taubheitsgefühle oder Sensibilitätsstörungen sollten untersucht und behandelt werden. Entstehen durch die Auffälligkeiten psychische Probleme, sollte die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch genommen werden. Kommt es zu melancholischem oder depressiven Verhalten, Stimmungsschwankungen oder einem aggressiven Auftreten, wird ein Arzt benötigt. Bei zwanghaften Verhaltenstendenzen oder einem erhöhten Stresserleben, ist ein Arzt aufzusuchen.

Behandlung & Therapie

Da es sich bei einem Granulom um eine absolut harmlose Erkrankung der Haut handelt, muss aus Sicht des Arztes nicht zwingend eine Behandlung erfolgen. Im Besonderen fühlen sich Kinder von den Symptomen oftmals wenig beeinträchtigt, da die Knötchen bei den meisten der betroffenen Kinder während weniger Monate bis zu einigen Jahren narbenfrei und oft spontan abheilen. Erwachsene Patienten fühlen dagegen oft sehr gestört. Zudem bilden sich derartige Knötchen-Erkrankungen bei Erwachsenen nur äußerst selten eigenständig zurück.

Ärzte empfehlen dazu üblicherweise eine Kortisonpräparat-Therapie oder alternativen entzündungshemmenden Wirkstoffen in Salben- beziehungsweise Cremeform. Derartige Wirkstoffe können beispielswesie um den Effekt zu verstärken, mittels spezieller Folienverbände (okklusive Therapie) genutzt werden. Das Einspritzen eines Kortison-Präparates oder eine Vereisung mittels flüssigem Stickstoffs (Kryotherapie) kann die Papeln auch nicht ausreichend abheilen lassen und sind zudem noch schmerzhaft.

Zu empfehlen ist bei Erwachsenen dagegen eine Creme-PUVA-Therapie (Lichtbehandlung/(Phototherapie). Hierbei führt der behandelnde Arzt, innerhalb einer besonderen Phototherapie-Kabine, die kontrollierte UVA-Licht Bestrahlung über einige Minuten durch. Die betroffenen Hautstellen werden vorab mit eine Creme (Methoxysporalen) behandelt, welche die entzündungshemmende Wirkkung des UVA-Lichts erhöht. Wird diese Creme-PUVA-Therapie über einige Monate durchgehalten, können die Knötchen oft dauerhaft beseitigt werden. Als Alternative kann die Therapie in Tablettenform erfolgen.

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Vorbeugung

Wie bei vielen anderen Hauterkrankungen auch, kann die Vorbeugung gegen Granulome darin bestehen eine grundsätzliche Körperhygiene zu betreiben. Außerdem ist eine allgemeine gesunde Lebensweise mit viel Sport und Bewegung sowie einer gesunden Ernährung ein guter Garant für das Verhindern von Hautkrankheiten. Da verschiedene andere Erkrankungen zu Granulomen führen können (siehe Abschnitt Ursachen), sollte hier die individuelle Krankheitsprävention an erste Stelle stehen.

Das können Sie selbst tun

Auch wenn Granulome im Allgemeinen als nicht behandlungsbedürftig gelten, sehen das Betroffene oft anders. Je nach Lokalisation zeigen sich die Hautwucherungen als sehr störend. Es kommt zu Juckreiz, trockenen Hautregionen bis hin zu wunden Stellen und Einschränkungen der Lebensqualität. Dies kann sich negativ auf die Psyche des Betroffenen auswirken.

Hinzu kommt, dass Granulome meist optisch auffällig- und somit ein weiterer Grund für depressives Verhalten werden können. In diesem Fall ist dringend das Aufsuchen eines Psychotherapeuten angeraten. Psychologische Betreuung bietet dem Leidenden die Möglichkeit sich frei von Scham zu äußern, ohne dass das direkte Umfeld von dem geschwächten Selbstbewusstsein erfährt.

Der Betroffene kann zusätzlich versuchen per Selbsthilfe die Begleitsymptome des Hautknotens zu lindern. Sollten Kältekompressen den Juckreiz nicht hemmen und der Gedanke Richtung juckreizstillender Salben und Cremes gehen, ist dies vorab mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Sobald es um das Anwenden oder Einnehmen von Medizinprodukten geht, sollte dieser Rat dringend befolgt werden, da die Möglichkeit einer allergischen Reaktion besteht.

Farbliche Hautveränderungen können mit Make-Up abgedeckt werden. Hierbei dürfen jedoch keine offenen Stellen vorhanden sein, um Entzündungen zu vermeiden. Je nach Größe und Lokalisation des Granulomes kann mit Hühneraugenpflastern oder vergleichbarem abgepolstert werden. Gerade an scheuernden Stellen kann dies Abhilfe schaffen.

Bücher über Hauterkrankungen

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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