Kolonpolyp

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 23. Oktober 2016
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Bei einem Kolonpolypen handelt es sich um einen Dickdarmpolypen. Gemeint sind damit Vorwölbungen an der Darmschleimhaut.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kolonpolypen?

Unter Kolonpolypen werden Polypen des Dickdarms (Kolon) verstanden. Dabei handelt es sich um Strukturen der Darmschleimhaut. Sie ragen in den Hohlraum des Darms hinein. Die Formen der Kolonpolypen sind verschieden. So kann eine Verbindung zwischen ihnen und der Darmschleimhaut bestehen oder eine zottige Form vorhanden sein. Mitunter sitzen sie flach auf der Schleimhaut.

Auch das Gewebe der Polypen fällt unterschiedlich aus. Die meisten von ihnen setzen sich jedoch aus dem Drüsengewebe der Darmschleimhaut zusammen. Mediziner bezeichnen die Polypen dann als Adenome, bei denen es sich grundsätzlich um gutartige Strukturen handelt. Es besteht bei ihnen jedoch das Risiko, dass sie zu bösartigem Krebs entarten.

Besonders betroffen von Kolonpolypen sind ältere Menschen über 70 Jahre. So finden sich bei etwa 50 Prozent von ihnen Polypen. Neben Adenomen gibt es außerdem noch weitere Kolonpolypen. Dies sind Hamartome, hyperplastische Polypen sowie entzündliche Polypen. Im Unterschied zu den entzündlichen und hyperplastischen Kolonpolypen können die adenomatösen Polypen zu Krebs entarten.

So kommen die meisten Darmkrebskarzinome durch Adenome zustande. Unter adenomatösen Polypen werden Neoplasien des Epithels verstanden. Solange die Lamina muscularis mucosae unversehrt ist, wird das Adenom nicht als bösartig eingestuft. Kommt es jedoch zu deren Durchbruch, besteht ein invasives Kolonkarzinom. Rund 50 Prozent aller Kolonpolypen sind im Rektum angesiedelt. Je weiter es in die obere Richtung des Dickdarms geht, desto weniger Polypen sind anzutreffen.

Ursachen

Innerhalb der Schleimhaut des menschlichen Magen-Darm-Traktes findet eine fortwährende Erneuerung statt. Dabei kommt es zum Abschilfern alter Schleimhautzellen, an deren Stelle anschließend neue Zellen treten. Die Bildung von Polypen ist zumeist auf eine Störung dieser Balance zurückzuführen. So werden mehr Zellen gebildet als alte Zellen ersetzt werden können.

Der Überschuss an Zellen hat deren Vorwölbung in das Darmlumen zur Folge. Ärzte sprechen dann von neoplastischen oder hyperplastischen Kolonpolypen. Mitunter steht die übermäßige Zellteilung in Zusammenhang mit Veränderungen der Zellen. Bei manchen Menschen verändern sich die Eigenschaften der Schleimhautzellen weiter, sodass aus dem Kolonpolyp im Laufe der Zeit ein bösartiger Tumor hervorgeht, der aus der Darmwand entsteht.

Allerdings ist im Einzelfall keine Prognose darüber möglich, ob es zu einer Entartung des Polypen kommt und zu welchem Zeitpunkt dies geschieht. Gelegentlich entstehen Kolonpolypen auch aus Störungen, die bereits angeboren sind. Sie zeigen sich bereits bei jungen Menschen in großen Mengen und gehen nicht selten mit weiteren Gewebewucherungen einher.

Auch eine Vererbung von Darmpolypen ist im Bereich des Möglichen. Dabei werden bestimmte defekte Gene an die Kinder weitergegeben, wodurch die Polypen viel früher als üblich entstehen. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Anfangsstadium werden in der Regel keine Beschwerden durch Kolonpolypen wahrgenommen. In seltenen Fällen kann es allerdings zu Blutungen kommen, was sich durch rötliche Verfärbungen des Stuhls bemerkbar macht. Halten die Blutungen auf Dauer an, besteht das Risiko einer Anämie (Blutarmut).

Diese kann mit Symptomen wie Schwäche- und Schwindelgefühlen verbunden sein. Von einigen Kolonpolypen wird zudem Schleim gebildet. Dadurch zeigt sich bei den Patienten ein schleimiger Stuhlgang. Die Schleimproduktion führt zu einem Verlust an Eiweißen, Elektrolyten und Wasser. Außerdem zeigen sich krampfartige Bauchschmerzen sowie Durchfall. Manche Menschen leiden wegen der Polypen aber auch unter Verstopfung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Verspürt der Betroffene unklare Darmbeschwerden, empfiehlt sich das Aufsuchen eines Gastroenterologen. Der Facharzt befasst sich zunächst mit der Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten. Dieser wird befragt, ob er unter unregelmäßigem Stuhlgang, Durchfall oder Verstopfung leidet, ob Blut oder Schleim im Kot vorhanden sind, Darmerkrankungen in der Familie bestehen und ob es in letzter Zeit zu ungewollter Gewichtsabnahme kam.

Nächster Schritt ist die körperliche Untersuchung. Dabei hört der Arzt mithilfe eines Stethoskops Geräusche des Darms ab. Außerdem überprüft er den Bauch auf eventuelle Verhärtungen. Eine Darstellung der Kolonpolypen ist durch eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) möglich. Allerdings lassen sich mit dieser lediglich kleinere Darmabschnitte kontrollieren.

Daher findet in der Regel eine Koloskopie (Darmspiegelung) statt. Bei diesem Verfahren schiebt der Arzt ein spezielles Koloskop, das mit einer Kamera ausgestattet ist, in den Darm ein und sucht diesen nach möglichen Polypen ab. Sofern ein Kolonpolyp entdeckt wird, lässt er sich sogleich entfernen und in einem Labor untersuchen.

Bei rund zwei Dritteln aller betroffenen Personen kommt es bis zum Ende des Lebens nicht zu gesundheitlichen Problemen durch Darmpolypen. In seltenen Fällen treten jedoch Komplikationen wie ein gefährlicher Darmverschluss auf. Auch Blutungen der Polypen können Probleme bereiten.

Behandlung & Therapie

Weil bei Kolonpolypen die Gefahr besteht, dass sie zu einem Krebstumor entarten, besteht die Therapie in der Entfernung der Geschwülste. Oftmals lässt sich diese bereits bei der ersten Koloskopie vornehmen. Ist der Polyp sehr groß ausgeprägt, muss er durch eine Operation entfernt werden.

Wurde das Gewebe erfolgreich herausoperiert, findet eine mikroskopische Untersuchung statt, um eine bösartige Erkrankung auszuschließen. In manchen Fällen wachsen die Kolon-Polypen nach oder bilden sich an einer anderen Stelle des Darms erneut. Aus diesem Grund sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen stattfinden.

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Vorbeugung

Sinnvolle vorbeugende Maßnahmen gegen die Entstehung eines Kolonpolypen gibt es nicht. So ließ sich der genaue Ablauf der Entstehung der Darmpolypen bislang nicht herausfinden.

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