Herzwandaneurysma

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
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Als Herzwandaneurysma (Ventrikelaneurysma) bezeichnet der Mediziner eine an der Herzwand entstandene Ausbuchtung. Das Herzwandaneurysma tritt vorwiegend in der linken Herzkammer auf. Das Herzwandaneurysma ist keine klassische Krankheit; vorwiegend zählt es zu den Spätkomplikationen nach einem Herzinfarkt. Reißt das Aneurysma, besteht akute Lebensgefahr.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzwandaneurysma?

Herzwandaneurysmen bilden sich im Regelfall im linken Ventrikel. Die Gefahr, dass ein Herzwandaneurysma entsteht, ist vor allem nach einem Herzinfarkt gegeben. Bei rund 20 Prozent aller Patient, die einen Herzinfarkt erlitten haben, wird in weiterer Folge das Herzwandaneurysma diagnostiziert.

Dabei unterscheiden die Mediziner zwischen dem chronischen und akut auftretenden Herzwandaneurysma. Erleidet der Patient einen Herzinfarkt, kommt es in weiterer Folge zu einer Nekrosen/Narbenbildung, die vorwiegend im Myokard des Herzens entsteht. Diese Neubildungen werden durch den Kammerdruck gedehnt, wobei sich in weiterer Folge die Herzwand ausstülpt.

Das Blut bleibt in der Ausstülpung und verdickt (Thromben). Die Gefahr? Die Thromben können in den Körperkreislauf oder in das Gehirn gelangen, sodass es zu Magen-Darm-Trakt-, Nieren- oder Hirninfarkten kommen kann.

Ursachen

Die Herzwandaneurysmen werden im Regelfall durch ischämische Herzkrankheiten ausgelöst. Mediziner sprechen dann von einer ischämischen Herzkrankheit, wenn bereits mehrere kleinere oder größere Herzinfarkte aufgetreten sind und sich Narbengewebe gebildet hat, sodass bereits die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt ist.

Im Regelfall handelt es sich um eine starke Verminderung der Auswurfleistung. Die Herzwand, welche stellenweise bereits mit starkem Narbengewebe versehen ist, kann dem Druck, der in der Herzkammer aufrecht ist, nicht zu 100 Prozent standhalten, sodass es zu einer Ausweitung kommt.

Es entsteht eine Art Ausbuchtung, die dazu führt, dass sich das Blut sammelt und nicht mehr gerinnen kann. Kommt es zu einer Blutverdickung, spricht man von Thromben. Es bilden sich Blutgerinnsel, die in den Körperkreislauf oder in das Gehirn wandern und in weiterer Folge Gefäße verstopfen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Herzwandaneurysmen sorgen, vor allem zu Beginn ihrer Entstehung, für keine Beschwerden. Patienten klagen im Regelfall erst dann über Beschwerden, wenn die Erweiterung derart weit fortgeschritten ist, dass das Blutgefäß bereits auf die Organe drückt.

Zu den typischen Symptomen gehören Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Husten, Atembeschwerden und auch Durchblutungsstörungen, die vorwiegend in den Armen auftreten. In weiterer Folge können Herzrhythmusstörungen oder eine Herzschwäche Symptome darstellen, die auf ein Herzwandaneurysma schließen lassen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Mediziner stellen Herzwandaneurysmen vorwiegend im Rahmen von Kontrolluntersuchungen nach Herzinfarkten fest. Dies deshalb, da nach Herzinfarkten regelmäßige Kontrolluntersuchungen des Herzens stattfinden. Der Mediziner kann daher über den Herzultraschall (Echokardiographie) feststellen, ob sich ein Herzwandaneurysma gebildet h at oder nicht.

Ist sich der Mediziner unsicher oder möchte er die Diagnose zu 100 Prozent bestätigen, kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) die notwendigen Ergebnisse liefern. Dabei erhält der Mediziner auch Informationen über die Lage, die Strömung und die Größe des Herzwandaneurysmas. Jene Informationen sind auch für die weitere Therapie ausschlaggebend.

Liegt ein Herzwandaneurysma vor, besteht eine Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens, sodass es zu einer reduzierten Auswurfleistung kommt. Der Mediziner erkennt, im Bereich des Herzwandaneurysmas, Störungsanomalien, die die sogenannten Thromben begünstigen. Werden die gebildeten Thromben in das Gefäßsystem transportiert, kann es zu Embolien kommen.

In äußerst schweren Fällen besteht auch die Möglichkeit, dass die Herzwand einreißt (Ventrikelruptur). Das Blut tritt in weiterer Folge aus dem Herzen, fließt in den Herzbeutel und sorgt für eine Herzkomprimierung. Derartige Komplikationen führen in fast allen Fällen zum Tod des Patienten. Weitere Komplikationen, die im Rahmen eines Herzwandaneurysmas auftreten können, sind eine Linksherzschwäche mit kardiogenem Schock oder Herzrhythmusstörungen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie hängt vor allem von der Größe und der Lage des Herzwandaneurysmas ab. Grundsätzlich können Herzwandaneurysmen operativ und konservativ behandelt werden. Hat der Mediziner ein großes Herzwandaneurysma diagnostiziert, sollte dieses - aufgrund des Rupturrisikos und rezidivierender Embolien - operativ behandelt werden.

Schlussendlich besteht, sofern es sich um ein großes Herzwandaneurysma handelt, die Gefahr, dass dieses reißt, sodass das Leben des Patienten in Gefahr ist. Entscheidet sich der Mediziner für eine Operation, stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung. Einerseits kann er sich für die Verwendung einer Gefäßprothese entscheiden, andererseits einen Stent in das betroffene Gefäß einsetzen.

Eine weitere Möglichkeit bietet die sogenannte DOR-Plastik. Dabei wird das Herz freigelegt und in weiterer Folge das Herzwandaneurysma dargestellt und eröffnet. Der Mediziner untersucht im weiteren Operationsverlauf jene Stellen der Herzwand auf, die für die Ausdünnung verantwortlich sind.

Dabei entfernt der Mediziner das aneurysmatische Gewebe und kann gegebenenfalls auch einen Patch auf den Defekt, der vom Herzwandaneurysma ausgegangen ist, anbringen. Hat der Mediziner ein kleines Herzwandaneurysma diagnostiziert, das keine Beschwerden verursacht, entscheidet er sich vorwiegend für die konservative Behandlung.

Dabei werden vorwiegend Risikofaktoren, wie etwa Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, eine ungesunde Ernährung oder Nikotinkonsum in Angriff genommen. Vermindert der Patient die Risikofaktoren, kann er dafür sorgen, dass das Herzwandaneurysma unverändert groß bleibt, sodass keine Operation erforderlich ist.




Vorbeugung

Ein Herzwandaneurysma kann nur bedingt vorgebeugt werden. Da es sich vorwiegend um eine Spätfolge eines Herzinfarkts handelt, ist es daher umso wichtiger, dass es gar nicht erst zu einem Herzinfarkt kommt. Bewegungsmangel, Übergewicht, Nikotinkonsum, ungesunde Ernährung - allesamt Faktoren, die einen Herzinfarkt (und in weiterer Folge das Herzwandaneurysma) begünstigen.

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