Nekrose

Letzte Aktualisierung am 26. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Der aus dem Griechischen stammende Begriff Nekrose beschreibt das Absterben einzelner Zellen oder Zellverbünde am lebenden Organismus, das in das Absterben von Gewebeschichten und schließlich auch von Gliedmaßen münden kann. Im Gegensatz dazu steht die Apoptose, bei der es sich um einen physiologischen Zelltod handelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nekrose?

Das pathologische Absterben einzelner Zellen, Gewebe oder Gliedmaßen wird als Nekrose bezeichnet. Beim Menschen äußert sich die Nekrose abhängig von der Art der befallenen Gewebe. Feste gelbe Nekroseherde sind in den eiweißreichen Geweben von Herz und Milz oder des Magen-Darm-Trakts zu finden.

In eiweißarmen Geweben löst die Nekrose eine Verflüssigung aus. Als sekundäre Erscheinung kann es zur Gangränbildung kommen. Hier werden zwei Arten der Gangrän unterschieden. Die trockene Gangrän entsteht, wenn eine Nekrose unter Lufteinfluss eintrocknet, sich schwarz oder blauschwarz verfärbt und verhärtet.

Bakterien führen zur Entstehung der feuchten Gangrän und lösen in der Nekrose einen fauligen Geruch sowie eine feucht-matschige Konsistenzveränderung aus.

Ursachen

Einer Nekrose liegt immer eine Entzündung zugrunde, welche schließlich zum Absterben der betroffenen Zellen und Gewebe führt. Diese Entzündung kann durch unterschiedliche Umwelteinflüsse oder einen Mangel an Nährstoffen oder Sauerstoff ausgelöst werden.

Auch Durchblutungsstörungen können eine Nekrose nach sich ziehen. Diese Faktoren können das Absterben einzelner Zellen auslösen, das schließlich in den umgebenden Geweben eine Entzündungsreaktion provozieren kann. Als Folge werden Fresszellen an den Entzündungsherd gelockt, die entzündliche Botenstoffe freisetzen.

Damit tritt als Kophänomen der Nekrose auch meist eine Apoptose auf. Auch die sekundär auftretende Gangrän kann durch Bakterien ausgelöst werden. Sie entsteht besonders häufig an schlecht durchbluteten Extremitäten. Zudem kann diese Folgeerscheinung der Nekrose auch arterielle Verschlusskrankheiten begleiten.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Hauptsymptom bei einer Nekrose ist der Zelltod. Dabei kann die Nekrose klein- oder großflächig sein. Sie kann oberflächlich sein und die Haut betreffen, oder etwa einen Zelltod der inneren Organe bedeuten. Eine Nekrose an und in der Haut wird zudem schnell sichtbar. Die Nekrose zeigt sich als schwarze und gelbe Verfärbung. Es kommt vor oder nach dem Auftreten des Zelltodes zu Entzündungen.

Entsprechend können die Stellen sich auch röten, anschwellen, schmerzen oder zu einem Wärmegefühl führen. Die Entzündung bleibt meistens um den absterbenden Teil herum bestehen und kann so ein Spannungsgefühl erzeugen. Nekrosen können auch zu Bewegungseinschränkungen führen, wenn sie an Knochen und Gelenken auftreten.

Bakterien und andere Organismen können die toten Gewebeteile verflüssigen und so zu einer Abgabe von Eiter und Wundflüssigkeiten führen. Vielfach ist die Sensibilität an den absterbenden Stellen verringert. Durch die aufgelösten Gewebeteile und die Bakterien kommt es zu einer Beteiligung des ganzen Körpers.

Die Betroffenen erleben Schüttelfrost, starkes Fieber, Übelkeit und ein starkes Krankheitsgefühl. Besonders dann, wenn innere Organe von der Nekrose betroffen sind, kommt es schneller zu diesen Symptomen. Zudem können betroffene Organe auch als Symptom diverse Ausfallerscheinungen zeigen.

Diagnose & Verlauf

Der Diagnose einer Nekrose liegt eine umfassende Anamnese zugrunde. Weiterhin erfolgen die physiologische Untersuchung und Beurteilung der betroffenen Gewebe einschließlich der Überprüfung von Puls und Durchblutung.

Bildgebende Verfahren unterstützen den Diagnoseprozess. Abhängig von Art und Fortschritt der Nekrose kann diese an der Beschaffenheit des Nekroseherds identifiziert werden, die je nach betroffenem Gewebe variiert. Auch die Abheilung der Nekrose hängt von der Gewebeart ab. Eiweißreiche Darmzellen beispielsweise können sich regenerieren, sodass die Nekrose durch Nachwachsen der Zellen überwunden wird.

Weitere Untersuchungen und Gewebeanalysen klären den genauen Typ der Nekrose. Hier wird u.a. zwischen einer Koagulationsnekrose, einer Fettgewebsnekrose, Panzernekrose, Phosphornekrose sowie Verkäsung und tumoröser Nekrose unterschieden.

Komplikationen

Eine Nekrose kann sehr verschiedene Komplikationen und Beschwerden aufweisen. Diese hängen allerdings stark von der Ursache und von der betroffenen Region im Körper ab, sodass eine allgemeine Voraussage in der Regel nicht möglich ist. Weiterhin führt eine Nekrose allerdings zu Störungen der Durchblutung, sodass möglicherweise innere Organe durch diese Krankheit geschädigt werden können. Die Lebensqualität des Patienten wird krankheitsbedingt deutlich verringert.

Auch Narben können sich aufgrund der Nekrose ausbilden und damit die Ästhetik des Betroffenen negativ beeinflussen. In der Regel kann eine Nekrose relativ einfach behandelt werden. Dabei kommt es in den meisten Fällen auch zu keinen besonderen Komplikationen. Durch die körpereigene Reaktion auf diese Krankheit kommt es in vielen Fällen auch zu einer Selbstheilung.

Weiterhin ist der Betroffene auf eine gesunde Lebensweise und eine gesunde Ernährung angewiesen, um den Beschwerden der Nekrose vorzubeugen. Bei einer erfolgreichen Behandlung kommt es nicht zu einer Verringerung der Lebensqualität. Ebenso kann die Nekrose verhindert werden, wenn nach einer Strahlungstherapie entsprechende Medikamente eingenommen werden. Dabei treten in der Regel ebenso keine Komplikationen auf.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Anzeichen einer Nekrose festgestellt werden, sollte unbedingt ein Arzt eingeschaltet werden. Personen, die ungewöhnliche, meist schwarze und gelbe Verfärbungen der Haut bemerken, konsultieren am besten den Arzt. Spätestens, wenn die betroffenen Stellen anschwellen oder Schmerzen hervorrufen, muss ein Mediziner die Ursache ermitteln und je nach Befund eine Behandlung einleiten. Personen, die an Durchblutungsstörungen oder an einer bakteriellen Infektion leiden, sind besonders anfällig für die Entstehung einer Nekrose. Auch Menschen, die über einen längeren Zeitraum schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind oder an einer Essstörung leiden, gehören zu den Risikogruppen und sollten mit den beschriebenen Anzeichen umgehend ärztlichen Rat einholen.

Die Behandlung erfolgt durch den Hausarzt oder einen Dermatologen. Je nach Ursache können weitere Internisten sowie alternative Spezialisten wie zum Beispiel Heilpraktiker oder Physiotherapeuten hinzugezogen werden. Betroffene Kinder sollten dem Kinderarzt vorgestellt werden, wenn seltsame Hautveränderungen und andere Symptome bemerkt werden, die auf eine ernste Erkrankung hinweisen. In schweren Fällen muss die Nekrose chirurgisch behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Nekrose berücksichtigt deren natürlichen Heilungsprozess, der sich in Entzündungs- und Infektionsphase, Resorption, Regeneration und Narbenbildung gliedern lässt.

Entsprechend sollten der bakterielle Infekt zum Beispiel durch die Verabreichung von Antibiotika bekämpft werden, die Regeneration und damit die Wundheilung angeregt und die Narbenbildung reduziert werden. Damit ist primäres Ziel der Behandlung, die nekrotisierten Gewebe wieder in den Status einer frischen Wunde zu versetzen und die Ausbreitung der Entzündung zu verhindern.

Neben der Operation können eine Lyse oder der Einsatz von Kathedern diesen Wundstatus erzielen. Bereits abgestorbene Gewebe hingegen werden abgetragen, sodass sich die Nekrose nicht ausbreitet. Darüber hinaus ist bei der Behandlung der Nekrose darauf zu achten, die Durchblutung der betroffenen Gewebe kontinuierlich zu verbessern und die Gewebeneubildung anzuregen. Hierbei sind verschiedene Faktoren für die Gewebedurchblutung zu berücksichtigen, die u.a. die Lagerung des Patienten und der betroffenen Gliedmaßen, eine konstant warme Körpertemperatur sowie Muskelarbeit und Muskeltraining beinhalten.

Alternativ zur Geweberegeneration kann ein nekrotisches Gewebe jedoch auch durch Narbenbildung einer anderen Gewebeart ersetzt werden. Zusätzlich zu körpereigenen Reaktionen, die zur Heilung führen können, kann eine Nekrose pharmakologisch therapiert werden.

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Vorbeugung

Der Nekrose kann zum einen durch die Meidung schädlicher Umweltfaktoren und zum anderen durch die Verbesserung der körperlichen Voraussetzungen vorgebeugt werden. Zu den zu meidenden Umwelteinflüssen zählen Bakterien, Gifte und andere Schadstoffe. Auch eine kontinuierliche Mangelernährung sowie der Missbrauch von Alkohol und Drogen können zum Auftreten einer Nekrose führen. Nekrosen als Folge einer Strahlentherapie können durch entzündungshemmende Medikamente verhindert werden.

Das können Sie selbst tun

Patienten, die an einer Nekrose leiden, können den Heilungsverlauf mit einigen Maßnahmen und verschiedenen Mitteln aus dem Haushalt und der Natur unterstützten. Eine gesteigerte Körperhygiene verhindert, dass die betroffene Stelle sich entzündet. In den ersten Tagen dürfen keine parfümierten Shampoos und Pflegeprodukte verwendet werden. Eine gute Alternative sind natürliche [[Shampoo[[s aus Kokosöl oder Arnika. Die Patienten sollten die Verwendung etwaiger Pflegeprodukte mit dem Hautarzt besprechen.

Sollten sich im Verlauf der Genesung Narben bilden, können Massagen helfen. Bei bleibenden Hautveränderungen kann das Gespräch mit Freunden und Angehörigen, aber auch mit einem Therapeuten helfen, die seelischen Beschwerden zu überwinden. Sollten sich trotz aller Maßnahmen weitere Beschwerden einstellen oder andere Körperareale entdeckt werden, die abgestorben sind, muss ein Arzt hinzugezogen werden. Die erwähnten Präparate sollten nur mit der Zustimmung des Arztes eingesetzt. Daneben gelten Schonung und Bettwärme.

Geschwollene Hautstellen können mit kühlenden Auflagen gekühlt werden. Bei Juckreiz und Missempfindungen helfen spezielle Cremes aus dem Fachhandel, aber auch eine Paste aus Salbei und Olivenöl. Diese wird auf die betroffene Stelle aufgetragen und hemmt die Entzündungsprozesse.

Quellen

  • Böcker, W. et al.: Pathologie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008
  • Bubendorf, L., Feichter, G.E., Obermann, E.C., Dalquen, P.: Pathologie – Zytopathologie. Springer, Berlin 2011
  • Krams, M., et al.: Kurzlehrbuch Pathologie. Thieme, Stuttgart 2013

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