Herpes genitalis (Genitalherpes)

Herpes genitalis oder Genitalherpes ist eine durch Herpesviren verursachte Infektionskrankheit. Gleichzeitig ist Herpes genitalis eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten.

Inhaltsverzeichnis

Definition Herpes genitalis (Genitalherpes)

Herpes genitalis bzw. Genitalherpes ist eine Geschlechtskrankheit, die von Herpesviren ausgelöst wird.

Die gleichen Viren sind auch für die Entstehung von Lippenherpes verantwortlich. Herpes genitalis wird vorwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

In einigen Fällen kann es vorkommen, dass das Kind bei der Geburt durch die Mutter mit dem Virus infiziert wird. Herpes-Erkrankungen werden mit dem virenhemmenden Wirkstoff Aciclovir behandelt.

Circa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vom Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) betroffen.

Ursachen für Herpes genitalis

Auslöser des Herpes genitalis sind die beiden Herpes-Simplex-Viren-Typen HSV-1 und HSV-2. Beide Typen können sowohl Herpes genitales als auch Herpes labialis (Lippenherpes) verursachen. Herpes genitales zählt zu den am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten weltweit. Man schätzt, dass zwischen 20 und 30 Prozent der Weltbevölkerung den Herpesvirus in sich tragen.

Herpesviren schlummern nach der Erstansteckung unbemerkt in den Nervenzellen des Rückenmarks. Ist das Immunsystem intakt, lösen die Herpesviren keine Symptome aus. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, kommt es zur Reaktivierung der Viren und zum Ausbruch des Herpes. Die Ursachen für eine Schwächung des Immunsystems können beispielsweise eine Krebserkrankung, bakterielle Infektionen, Stress, Verletzungen oder mechanische Reizung des mit dem Virus befallenen Nervenknotens sein.

Die Erstansteckung erfolgt durch direkten Kontakt beim Geschlechtsverkehr oder durch Schmierinfektion, beispielsweise beim Benutzen des gleichen Handtuches mit einer infizierten Person. Die Erstinfektion kann unbemerkt und fast symptomlos verlaufen.

Die Herpesviren dringen über die Schleimhaut der Genitalien oder des Mundraumes in den Körper ein und folgen den Nervenbahnen. In den Nervenzellen verstecken sie sich im Zellkern und sind damit unangreifbar für das körpereigene Immunsystem.

Typische Symptome bei Herpes genitalis

Diagnose und Verlauf bei Herpes genitalis

Die Symptome bei der Reaktivierung der Herpesviren (Zweitinfektion) sind starker Juckreiz im Genitalbereich, kleine schmerzende Bläschen auf der Schleimhaut, die teilweise mit Eiter gefüllt sind, sowie geschwollene Lymphknoten im angrenzenden Leistenbereich. Herpes genitales kann auch Ausfluss verursachen. Der Genitalherpes wird mittels eines Abstriches des Bläscheninhaltes im Labor diagnostiziert.

Sekundäre Folgen des Herpes genitalis können die Entzündung der Scheide oder der Eichel sein. Durch eine Schmierinfektion kann auch die Darmschleimhaut infiziert werden. Eine wichtige Rolle nimmt das Herpesvirus bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses ein. Mediziner vermuten, dass die Infektion mit Herpes genitalis ein Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs sein kann.

Das Virus kann das Zentralnervensystem oder innere Organ befallen, in dessen Folge es zu ernsten Komplikationen kommen kann. Diese Fälle sind jedoch sehr selten.

Behandlung von Herpes genitalis

Herpes genitalis wird meist mit virenhemmenden Medikamenten wie Aciclovir oder Famciclovir behandelt. Die Wirkstoffe gibt es als Salbe zur äußeren lokalen Behandlung und als Tabletten zur oralen Anwendung. Bei einer leichten Form des Herpes genitalis reicht meist das Auftragen der Aciclovir-Salbe, um die Krankheit zum Abklingen zu bringen.

Sind die Symptome jedoch ausgeprägter, muss zusätzlich eine Behandlung mit Aciclovir-Tabletten erfolgen, um die Vermehrung des Herpesvirus zu stoppen. In ganz schweren Fällen kann das Mittel auch intravenös gespritzt werden. Die Medikamente sind verschreibungspflichtig, ein Arztbesuch ist bei Herpes genitalis unumgänglich.

Ganz wichtig ist auch die gleichzeitige Mitbehandlung des Sexualpartners, um eine Wiederansteckung zu vermeiden.

Die virenhemmenden Medikamente können den Virus jedoch nicht vollständig ausmerzen. Er verbleibt ein Leben lang im Körper und kann jederzeit wieder reaktiviert werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. In einzelnen Fällen kann es bei Kindern oder Schwerkranken, deren Immunsystem noch nicht ausgereift oder geschwächt ist, zu einem Befall des gesamten Körpers mit den Herpesviren kommen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Herpes

Hier Informieren:

Vorbeugung von Herpes genitalis

Die Vorbeugung vor Herpes genitalis liegt auf zwei Schwerpunkten. Da die Übertragung vorwiegend beim Geschlechtsverkehr erfolgt, ist auf ausreichenden Schutz durch Kondome bei häufig wechselnden Sexualpartnern und eine ausreichende Sexual- und Genitalhygiene zu achten.

Ist eine Herpes genitalis Infektion bekannt, liegt die Vorbeugung in der Stärkung des Immunsystems, damit es nicht zu einer Reaktivierung der Viren und zu einem erneuten Ausbruch kommt. Das eigene Immunsystem kann man mit einfachen Mitteln stärken:

Mit ausreichend Schlaf, Vermeidung von Stress, einer gesunden, abwechslungs- und vitaminreichen Ernährung, einem gesunden Lebensstil und regelmäßige sportliche Betätigung. Gesundheit, Lebensfreude und Wohlgefühl sind der Garant für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Bücher über Herpes genitalis und Lippenherpes

Weitere Infos

War der Artikel hilfreich oder lesenswert? Bewerten Sie hier!

Rating: 3.0/5 (2 Stimmen abgegeben)

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Herpes genitalis (Genitalherpes)?

Name oder Pseudonym:
E-Mail (optional):
(Wird nicht angezeigt. Nur notwendig, wenn Antwort erwünscht wird.)
Kommentar:
(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Herpes genitalis (Genitalherpes)