Hautflechte

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Die durch pathogene Pilze verursachte Hautflechte befällt beim Menschen vor allem Haut und Schleimhäute. Bei intaktem Immunsystem ist die Prognose meist positiv.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hautflechten?

Die Hautflechte ist eine Infektionskrankheit. In der Medizin zählt die Hautflechte zu den sogenannten Mykosen. Hervorgerufen wird eine Hautflechte von verschiedenen parasitären Pilzen. Von einer Hautflechte können sowohl die Haut eines Menschen als auch dessen Schleimhäute betroffen sein.

Wachsen oder vermehren sich die parasitären Pilze im Körper eines Menschen, so ist dies häufig mit typischen Symptomen einer Hautflechte verbunden. Zu diesen Symptomen einer Hautflechte zählen etwa Wachstumsringe, die auf der Haut eines Betroffenen erkennbar sind. Solche Wachstumsringe als Symptom einer Hautflechte sind oft umgeben von rötlichen Papeln.

Allerdings kann eine Hautflechte auch ohne äußerliche Symptome verlaufen; in der Medizin wird eine solche symptomfreie Hautflechte auch als inapparente Hautflechte bezeichnet. Je nach Patient und Erreger einer Hautflechte kann die Infektionskrankheit in einigen Fällen einen chronischen Verlauf nehmen.

Ursache

Verursacht wird eine oberflächliche Hautflechte in der Regel durch eine Infektion mit Dermatophyten (Fadenpilzen). Eine solche Infektion kann von Mensch zu Mensch erfolgen; übertragen werden die Pilzsporen, die zu einer Hautflechte führen können, durch Hautschuppen.

Eine Hautflechte der Schleimhäute wird dagegen meist verursacht durch Pilze, die der Gattung der sogenannten Candida angehören. Häufig wird vor allem das Auftreten einer Hautflechte der Schleimhäute begünstigt durch ein geschwächtes Immunsystem des Betroffenen. Bedingt sein kann ein solch geschwächtes Immunsystem beispielsweise durch Immunschwächeerkrankungen, kürzlich erfolgte Transplantationen oder medizinische Maßnahmen wie eine Chemotherapie.

Tritt eine Hautflechte infolge einer Immunschwächung auf, so wird dies auch als opportunistische Infektion bezeichnet - die Schwächung des Immunsystems ermöglicht dem Pilz quasi dessen Wachstum.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine typische Papelbildung auf Haut oder Schleimhäuten eines Betroffenen kann bereits zu der Verdachtsdiagnose Hautflechte durch einen Dermatologen (Facharzt für Hauterkrankungen) führen. Der Bestätigung der Verdachtsdiagnose Hautflechte kann beispielsweise eine entnommene Hautschuppe dienen, die mikroskopisch untersucht wird.

Um in einem weiteren Schritt die genaue Art eines Pilzes zu bestimmen, der zu einer Hautflechte geführt hat, kann eine sogenannte labortechnische Kultur (eine Aufzucht) des Erregers angelegt werden. Hat sich die angelegte Kultur vollständig entwickelt, kann sie unter anderem auch Hinweise geben auf eine wirksame medikamentöse Behandlung der Hautflechte.

In der Regel nimmt eine Hautflechte bei frühzeitiger medizinischer Behandlung einen positiven Verlauf. In einigen Fällen ist es aber auch möglich, dass die Hautflechte einen chronischen Verlauf zeigt.

Komplikationen

Hautflechten können, je nach Schweregrad und Lokalisation, den Alltag des Betroffenen stark beeinflussen. Dies ist zum Beispiel gegeben, wenn sich die Flechte an Händen und Fingern ausbreitet oder die Haut besonders stark schuppt, gerötet ist und sich nicht mehr regeneriert. Dabei ist es vor allem die psychische Belastung, die zwar unterschätzt wird, aber sehr hoch sein kann.

Ständiges Jucken und die Scham vor den schuppenden Hautstellen erschweren das Leben von Betroffenen und können zu psychischen Komplikationen führen. Dies kommt vor allem dann vor, wenn die Erkrankung einen chronischen Verlauf nimmt und immer wiederkehrt beziehungsweise nicht abklingt. Dann kann meistens nur noch versucht werden, die Symptome zu lindern. #

Eine Heilung ist bei chronischer Hautflechte nicht vollständig möglich. In fünf bis zwanzig Prozent der Fälle von Hautflechten treten Erkrankungen der Gelenke mit starken Schmerzen auf. Da sie häufig durch ein geschwächtes Immunsystem ausgelöst wird, können auch hier Komplikationen auftreten.

Weitere Infektionen und Folgeerkrankungen können auftreten und die Hautflechte in ihrem Heilungsverlauf negativ beeinflussen. Die Flechte kann sich zudem auf den ganzen Körper ausbreiten und sogar Blutvergiftungen und Herzprobleme verursachen. Dann wird eine Behandlung im Krankenhaus unumgänglich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn der Verdacht auf Schuppen besteht, können zunächst verschiedene Anti-Schuppen-Produkte angewendet werden. Sollten diese keine Wirkung zeigen oder sich noch andere Beschwerden einstellen, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Hautrötungen, Juckreiz oder Papeln bedürfen einer medizinischen Abklärung, insbesondere, wenn begleitend eine Entzündung auftritt oder Blutungen hinzukommen. Falls Eiterpusteln bemerkt werden, sollte noch am selben Tag zum Hausarzt gegangen werden.

Bei ernsten Komplikationen wie Infektionen oder Kreislaufbeschwerden ist eine sofortige Untersuchung und Behandlung angezeigt. Unbehandelt können sich die Hautflechten auf den gesamten Körper ausbreiten und sogar zu Herzproblemen und chronischen Erkrankungen der inneren Organe führen. Chronische Hautflechte bedarf einer engmaschigen Überwachung durch einen Facharzt. Neben dem Allgemeinmediziner kann ein Dermatologe oder ein Facharzt für innere Erkrankungen konsultiert werden. Patienten, die an einer Erkrankung der inneren Organe, des Immunsystems oder der Schilddrüsen leiden, sollten mit dem zuständigen Arzt sprechen. Treten die Schuppen im Rahmen einer Chemotherapie auf, wird am besten ebenfalls der verantwortliche Mediziner informiert.

Behandlung & Therapie

In der Regel empfehlen Mediziner zunächst die lokale Therapie einer Hautflechte. Eine lokale Therapie der Hautflechte erfolgt, indem lokal wirksame Wirkstoffe auf die Körperstelle aufgebracht werden, die von einer Hautflechte betroffen ist.

Im Gegensatz zu einer sogenannten systemischen Therapie, bei der aufgenommene Wirkstoffe (beispielsweise in Form von Injektionen) auch in den Blutkreislauf gelangen, ist eine lokale Therapie der Hautflechte meist verbunden mit vergleichsweise weniger Nebenwirkungen. Geeignete medikamentöse Formen zur Aufbringung lokaler Wirkstoffe auf die Haut sind etwa Salben oder Cremes.

Sind Schleimhäute von einer Hautflechte betroffen, so kann eine lokale Therapie (je nach Lokalisation der befallenen Schleimhaut) außerdem beispielsweise mithilfe von Säften oder Zäpfchen erfolgen. Welche Medikamente im Einzelfall zur lokalen Behandlung einer Hautflechte geeignet sind, hängt vor allem ab von der Art des Pilzes, der einer Hautflechte zugrunde liegt.

Eine systemische Behandlung der Hautflechte durch Pilz bekämpfende Arzneien (Antimykotika) erfolgt in der Regel erst nach erfolgloser lokaler Therapie. In schweren Fällen der Hautflechte kann darüber hinaus auch eine Therapie notwendig werden, die lokal und systemisch angewandte Wirkstoffe kombiniert.

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Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich einer Hautflechte vor allem durch ein gestärktes körpereigenes Immunsystem. Bei intaktem Immunsystem ist der menschliche Körper meist in der Lage, die auslösenden Pilze einer Hautflechte erfolgreich zu bekämpfen. Um bei bereits aufgetretener Hautflechte eine Symptomverschlimmerung zu vermeiden, können ein frühzeitiger Arztbesuch und eine damit einhergehende frühzeitige Behandlung der Hautflechte sinnvoll sein.

Das können Sie selbst tun

Hautflechte bedarf in jedem Fall einer ärztlichen Behandlung. Je nach Ursache kann die medizinische Therapie durch Selbsthilfe-Maßnahmen und verschiedene Haus- und Naturheilmittel unterstützt werden.

In vielen Fällen helfen tägliche Waschungen der betroffenen Hautstellen mit Melissen- oder Kamillentee. Lauwarme Umschläge mit Teerkleie oder Heilerde beruhigen die Haut und lindern den Juckreiz ebenso wie kühlende Kompressen und feuchte Auflagen. Bewährt hat sich auch eine Paste aus Honig und gehacktem Knoblauch, welche auf die betroffene Stelle aufgetragen wird. Bei klassischen Schuppenflechten helfen Buttermilchkompressen. Außerdem können Umschläge mit Heilpflanzen und Kräutern wie etwa Heublumen, Salbei, Thymian und Wacholder zum Einsatz kommen.

Hautflechte in Folge einer akuten oder chronischen Erkrankung der Haut kann ebenfalls mit einer Heilpflanze entgegengewirkt werden: dem wilden Stiefmütterchen. In Form eines Aufgusses angewandt, fördern die enthaltenen Flavonoide und Saponine den Stoffwechsel und lindern den Juckreiz.

Zur ursächlichen Behandlung der Hautflechte ist eine Umstellung der Lebensgewohnheiten anzuraten. Eine gesunde, vitamin- und mineralreiche Ernährung sowie regelmäßige Bewegung können die krankhaften Hautveränderungen effektiv reduzieren. Stress als einer der Hauptauslöser kann durch verschiedene Verfahren wie etwa progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training bekämpft werden. Langfristig und bei wiederkehrenden Beschwerden kann auch eine Psychotherapie sinnvoll sein.

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011

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