Heublume

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Heublumen (Graminis flos) bestehen aus Blüten, Samen, kleinen Blatt- und Stängelteilen von verschiedenen Wiesenpflanzen. Sie entstehen als Nebenprodukt der Heuernte und werden in der Naturheilkunde bei verschiedenen Beschwerden angewendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Heublume

Die Heublumen, die auch unter dem Namen Grasblüten bekannt sind, sind keine eigenständigen Blumen im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um eine Mischung verschiedener auf Wiesen vorkommender Pflanzen. Die Hauptbestandteile sind Gräser (Poaceae), wie die Quecke (Elymus), Trespe (Bromus), das Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense), der Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) und das Ruchgras (Anthoxanthum).

Verschiedene Kleearten aus der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae) sowie weitere auf Wiesen vorkommende Blumen, wie der Löwenzahn, und Gräser können ebenfalls enthalten sein. Die Zusammensetzung der Heublumen variiert dabei je nach Ort und Zeit der Ernte. Die verschiedenen in den Heublumen enthaltenen Pflanzen blühen zwischen Frühjahr und Herbst.

Ab dem Sommer erfolgt die Ernte auf biologisch bewirtschafteten Wiesen. Nach dem Mähen der Wiesen und dem Trocknen der Pflanzen wird die Ernte durch Sieben von groben Stängeln, Staub, Erde und Sand gesäubert. Die so erhaltenen Heublumen, die hauptsächlich die kleinen Blütenbestandteile des Heus und somit ein Nebenprodukt der Heuernte sind, werden für therapeutische Zwecke in der Naturheilkunde verwendet.

Wirkung & Anwendung

Der Pfarrer Sebastian Kneipp entdeckte die medizinische Wirkung der Heublumen. In den Heublumen sind zahlreiche natürliche Wirkstoffe enthalten. Neben anderen Pflanzenstoffen kommen Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Cumarin und Furanocumarine vor. Je nach Zusammensetzung der Heublumen variieren die Inhaltsstoffe in ihrem Gehalt.

So enthalten Heublumen, die reich an bestimmten Kleesorten sind, besonders viel Cumarin. Die Flavonoide haben eine antioxidative Wirkung und entzündungshemmende Eigenschaften. Außerdem können sie gegen verschiedene Viren und andere Mikroorganismen wirken. Die Gerbstoffe wirken ebenfalls entzündungshemmend und gegen das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Außerdem haben sie eine austrocknende und blutungsstillende Wirkung. Cumarin greift in den Vitamin K-Stoffwechsel ein und hemmt die Blutgerinnung.

Außerdem ist Cumarin für den typischen Duft frischen Heus verantwortlich. Furanocumarine töten Mikroorganismen ab. Das in Heublumen enthaltene ätherische Öl fördert die Durchblutung und wirkt entzündungshemmend. Für die äußerliche Anwendung der Heilpflanzen werden ungefähr 500 Gramm getrockneter Heublumen mit drei bis vier Litern kochendem Wasser übergossen und für 15 bis 30 Minuten ziehen gelassen.

Die verschiedenen in den Heublumen enthaltenen Pflanzen blühen zwischen Frühjahr und Herbst.

Der entstandene Sud kann als Auflage oder Wickel ebenso verwendet werden wie als Badezusatz. Bei der Anwendung im Vollbad sollte eine Badezeit von 15 Minuten nicht überschritten und anschließend Ruhe gehalten werden. Aus Heublüten gewonnene ätherische Öle sind ebenfalls als Badezusatz geeignet. Heublumensäcke können als Kompresse verwendet werden. Hierzu wird ein Stoffsäckchen mit Heublumen gefüllt, zugebunden und mit kochendem Wasser übergossen.

Nach 15 Minuten wird das Säckchen ausgedrückt und abgekühlt, bis es knapp über 40 Grad Celsius erreicht hat. In ein Tuch eingewickelt, kann es nun auf die zu behandelnde Stelle aufgelegt werden. Dies kann ein bis zwei Mal pro Tag wiederholt werden. Die Wirkstoffe der Heublume gelangen dabei teilweise über die Haut bis ins Blut. Im Handel sind auch fertige Kompressen, Badezusätze und Lotionen mit Heublumen erhältlich.

Heublumen können ebenso als Tee getrunken werden. Hierzu wird ein Esslöffel getrockneter Heublumen mit kochendem Wasser übergossen und ist nach fünf Minuten servierfertig. Eine Inhalation mit einem Sud aus Heublumen für zehn Minuten ist ebenfalls möglich. Die Heublumen sollten jeweils nur für eine Anwendung genutzt, trocken und nicht länger als ein Jahr gelagert werden, da sonst die Wirkstoffe verloren gehen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Heilkraft der Heublumen wird äußerlich und innerlich bei verschiedenen Beschwerden in der Naturheilkunde genutzt. Besonders in der äußerlichen Anwendung in Form von Umschlägen, Wickeln oder Bädern werden sie eingesetzt. Bei verkrampfter Muskulatur sollen sie entspannend wirken, sie steigern die Durchblutung, werden zur Schmerzlinderung eingesetzt und zur Beruhigung verwendet.

Neben einer Stärkung der Abwehrkräfte und dem Einsatz von Heublumen bei Erkältung, Husten und Fieber werden sie bei rheumatischen Beschwerden einschließlich Gelenkverschleiß (Arthrose) und Muskelschmerzen (Myalgien) als lokales Wärmetherapeutikum geschätzt. Ebenso kommen sie bei Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsschmerzen, einer vegetativen Dystonie, Hautproblemen oder Problemen mit Niere oder Blase zum Einsatz.

Bei einem Hexenschuss, Beschwerden mit dem Ischias oder Magen- und Darmkrämpfen kann das Auflegen warmer Heublumenkompressen gut tun und krampflösend wirken. Während einer Schwangerschaft können Heublumen für Sitzdampfbäder verwendet werden, um den Beckenboden vor der Geburt zu lockern und so einem Dammriss bei einer natürlichen Geburt vorzubeugen. Aber auch bei Stress, Müdigkeit und Erschöpfung können Heublumen helfen.

Gegen müde Füße, beispielsweise nach einer langen Wanderung, hilft ein Heublumen-Fußbad. Ein mit Heublumen gefülltes Kissen kann bei Einschlafproblemen helfen. Bei offenen Verletzungen sollte auf äußerliche Anwendungen mit Heublumen verzichtet werden. Ebenso ist bei akuten Entzündungen oder akuten rheumatischen Schüben von einer Anwendung abzuraten. Bei Bluthochdruck sind heiße Vollbäder nicht zu empfehlen.

Allergiker, besonders mit einer Pollenallergie gegen Gräser, sollten ebenfalls vorsichtig mit der Verwendung von Heublüten sein und gegebenenfalls die Verträglichkeit prüfen. Für die Wirkung von Heublumen gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Daher kommen sie in erster Linie in der Volksmedizin zur Anwendung. Lediglich für die lokale Wärmetherapie bei rheumatischen Beschwerden haben die Heublumen Einzug in die Schulmedizin gehalten.

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