Handgelenksbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. November 2017
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Unter einem Handgelenksbruch versteht man eine Fraktur des Handgelenks. Sie entsteht meist durch einen Sturz und gehört zu den häufigsten Brüchen. Die Behandlung gleicht der anderer Brüche. Auch vorbeugen lässt sich der Handgelenksbruch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Handgelenksbruch?

Als Handgelenksbruch bezeichnet man eine Fraktur der Speiche (Radius). Sie tritt zumeist auf, wenn man versucht, sich bei einem Sturz mit der Hand abzufangen. Da dieser Reflex fast immer auftritt, kommt es häufig zu derartigen Frakturen.

In seltenen Fällen kann der Handgelenksbruch auch durch einen Sturz auf die gebeugte Hand entstehen. In diesem Fall spricht man von einer Flexionsfraktur. Eine Fraktur des Handgelenks lässt sich durch das Tragen eines Gipses behandeln. Auch die Einnahme von Medikamenten ist aufgrund der Schmerzen sinnvoll.

Ursachen

Ein Handgelenksbruch entsteht im Normalfall durch eine Sturz auf die Hand. Dadurch bricht oder verstaucht das Gelenk. Betroffen sind vor allem ältere Menschen und Kinder, da diese häufiger stürzen. Kinder, die beim Spielen fallen, wollen den Sturz mit der Hand abfangen und sorgen so für eine Fraktur. Bei älteren Menschen ist auch die verminderte Knochenstabilität ein wichtiger Faktor.

Dadurch kommt es bei einem Sturz schnell zu einem Bruch des Handgelenks. Die Osteoporose (Knochenschwund), die im hohen Lebensalter vermehrt auftritt, begünstigst das Bruchrisiko. Darüber hinaus besteht bei älteren Menschen durch anderweitige Beschwerden ein erhöhtes Risiko. So führen Schwindelanfälle, Altersschwäche und Herzrhythmusstörungen zu Stürzen. In Verbindung mit der verminderten Knochenstabilität kommt es in der Folge zu ernsten Brüchen.

Die Ursache ist also stets ein übermäßig starker Druck auf das Handgelenk, welcher zum Bruch führt. Meist wird dieser durch einen Sturz ausgelöst, doch auch ein eingeklemmter Arm, eine unnatürliche Haltung beim Sport oder Gewaltanwendung können zu einer derartigen Fraktur führen. Verschiedene Faktoren begünstigen zudem das Risiko, dass der Knochen nicht nur verstaucht, sondern gebrochen ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Handgelenksbruch kann eindeutig diagnostiziert werden. Die auftretenden Symptome sind eindeutig und können von den Betroffenen selbst mit einer Fraktur in Verbindung gebracht werden. So tritt zum einen eine schmerzhafte Schwellung im Bereich des Handgelenks auf und zum anderen kommt es zu einer Fehlstellung des betroffenen Gelenks.

Das zweite Symptom tritt jedoch nicht immer auf. Entscheidend ist die genaue Stelle des Bruchs. Begleitend zu diesen Symptomen treten Sensibilitätsstörungen der Hand oder der Finger auf. Auch Haut und Muskeln können verletzt sein. Liegen diese Symptome vor, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann eine umfassende ärztliche Untersuchung vornehmen, um das Ausmaß der Schäden zu klären. Oft gehen mit einem Handgelenksbruch Verletzungen der Nerven und Gefäße einher. Im Rahmen der Anamnese wird zudem geklärt, wie es zum Unfall kam und wie genau das Handgelenk gebrochen ist. Dadurch kann der behandelnde Arzt bestimmte Frakturformen direkt ausschließen.

Um die Diagnose zu sichern, wird eine Röntgenuntersuchung vorgenommen. Dabei wird das Handgelenk von oben und von der Seite aufgenommen, um einen optimalen Blick auf die betroffene Stelle zu haben. Zuletzt muss geklärt werden, ob der Bruch instabil oder stabil ist. Daran richtet sich die anschließende Therapie aus.

Der Verlauf des Bruchs hängt vom Ausmaß der Fraktur ab. Bei Kindern heilen die Gelenke in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder ab. Entscheidend ist auch, wie umfangreich die physiotherapeutische Nachbehandlung ausfällt. Eine komplizierte Fraktur, die mit beschädigten Bändern und Nerven einhergeht, muss meist über mehre Monate behandelt werden, bevor sie vollständig abgeheilt ist.

Komplikationen

In den meisten Fällen heilt ein Handgelenkbruch ohne Komplikationen ab. Probleme können auftreten, wenn der Bruch nicht oder nur unzureichend behandelt wird. So kann ein verschleppter Bruch zu dauerhaften Sensibilitätsstörungen, chronischen Schmerzen und Fehlstellungen führen. In der Hälfte aller Fälle kann es nach einem operativen Eingriff zu erneuten Fehlstellungen kommen, welche in einem weiteren Eingriff korrigiert werden müssen.

Mögliche Knochenverschiebungen können außerdem zu Schädigungen an den umliegenden Nerven, Blutgefäßen und Weichteilen führen. Im schlimmsten Fall kommt es zur sogenannten Sudeck-Dystrophie und dem vollständigen Funktionsverlust der Hand. Betroffen von Morbus Sudeck sind vor allem Frauen im höheren Alter, doch auch bei Patienten mit einer Vorerkrankung der Knochen besteht das Risiko einer Sudeck-Dystrophie.

Außerdem können ischämische Kontrakturen, das Kompartmentsyndrom oder Fettembolien auftreten, die meist mit weiteren Komplikationen verbunden sind. Auch kann es zu einer Falschgelenkbildung (Pseudoarthrose) im Handgelenk kommen. In der Folge eines Bruchs können zudem Verschleißerscheinungen auftreten oder das Gelenk versteift vollständig. Zuletzt kann es durch die verordneten Schmerzmittel zu Nebenwirkungen kommen. Durch eine frühzeitige und umfassende Behandlung lassen sich schwere Komplikationen zumeist vermeiden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einem Handgelenkbruch sollte immer ein entsprechender Arzt aufgesucht werden. Eine Person, die unter einem Handgelenkbruch leidet, wird unerträgliche Schmerzen haben, sodass der Gang zum Arzt unmittelbar erfolgen sollte. Wenn auf eine ärztliche und medikamentöse Behandlung verzichtet wird, kann die Fraktur unter Umständen nicht richtig zusammenwachsen. In einigen Fällen muss auch ein operativer Eingriff erfolgen, um die gebrochenen Knochen zu richten. Nur durch so einen ärztlichen Eingriff kann eine vollständige und schnelle Genesung erfolgen.

Auch im späteren Heilungsverlauf sind Folgeuntersuchungen von großer Bedeutung, damit mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Wenn bei einem Handgelenkbruch rasch ein Arzt aufgesucht wird, dann stehen die Chancen auf eine vollständige Genesung sehr gut.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Handgelenksbruch ist unproblematisch. Zuerst werden die Knochen in ihre ursprüngliche Form gebracht, wofür entweder eine Operation oder ein konservativer (nicht-operativer) Eingriff notwendig ist. Bei einer einfachen Fraktur des Handgelenks reicht eine nicht-operative Therapie.

Mit Hilfe eines Röntgendurchleuchtungsgerätes kann das Handgelenk in die richtige Position gebracht werden. Im Anschluss daran wird ein Gipsverband angelegt, um die Knochen zu schonen und die Heilung zu unterstützen. Teil der Therapie sind auch verschiedene Bewegungsübungen der Finger und des Ellenbogens, mit deren Hilfe die Sensibilitätsstörungen behoben werden.

Je nachdem, wie ernsthaft der Handgelenksbruch ausfällt, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um beschädigte Nerven und Bänder zu behandeln.

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Vorbeugung

Einem Handgelenksbruch lässt sich in erster Linie vorbeugen, indem man bei bestimmten Sportarten Schutzmaßnahmen ergreift. So empfiehlt es sich, bei risikoreichen Betätigungen wie etwa Inline-Skaten entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Zudem kann es helfen, die Knochen zu stärken und eine Osteoporose frühzeitig zu erkennen. Gerade ältere Menschen können das Risiko eines Handgelenksbruchs minimieren, indem sie vorbeugende Maßnahmen treffen und Schwindelanfälle oder ähnliche Störungen behandeln lassen.

Das können Sie selbst tun

Beim Verdacht auf einen Handgelenkbruch muss zunächst das Gelenk ruhiggestellt und gekühlt werden. Nach Möglichkeit werden die verletzten Gliedmaßen mit geeignetem Material gepolstert und hochgelagert bis der Notarzt eintrifft. Selbstständige Bewegungs- oder Einrenkungsversuche gilt es zu vermeiden.

Nach der Erstversorgung wird der zuständige Arzt notwendige Maßnahmen für eine rasche Genesung erläutern. Meist wird eine krankengymnastische Behandlung empfohlen, die durch leichte Alltagsübungen unterstützt werden kann. In den ersten Wochen muss das Handgelenk allerdings ruhiggestellt werden. Danach kann eine osteopathische Therapie sinnvoll sein. Für den Alltag bietet sich sogenannte therapeutische Knete an. Zur Nachsorge gehört auch eine umfassende Wundversorgung. Je nachdem, wie die Wundheilung verläuft, sollte der Verband zwei- bis maximal dreimal pro Woche gewechselt werden. Sollte die Haut zu jucken beginnen, kann es helfen, den Gipsverband leicht anzuheben und mit einem Föhn auf niedriger Stufe auszublasen.

Auch hier gilt: etwaige Maßnahmen zuvor mit dem verantwortlichen Arzt besprechen. Dies gilt auch für die Anwendung etwaiger Naturheilmittel. Heilpflanzen wie Beinwell oder Arnika unterstützen die Wundheilung und sind gerade in der akuten Heilungsphase wirksam.

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Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • Ficklscherer, A.: Orthopädie und Traumatologie. Urban & Fischer, München 2012
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013

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