Fischbandwurm
In unseren Breitengraden ist es durchaus möglich, sich an einem Fischbandwurm zu infizieren. Besonders bei selbst gefangenen, ungekochten, also rohen, Fischen ist die Gefahr groß.
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Definition Fischbandwurm
Der Fischbandwurm Diphyllobotrium latum ist vor allem in den Binnenseen der nördlichen Hemisphäre anzutreffen. Meist sind Brack- und Süßwasserfische wie Forellen, Barsche und Hechte mit dem Fischbandwurm infiziert. Der Parasit nistet sich in den inneren Organen, vor allem der Leber, aber auch in der Muskulatur und im Darmtrakt der Zwischenwirte ein.
Eine andere Unterart - Diphyllobotrium pacificum - befällt als Endwirt Menschen, Robben und Seelöwen und ist vor allem Pazifikraum verbreitet.
Ursachen für Fischbandwurm
Der im Darm des Endwirtes lebende Parasit kann bis zu 15 Meter lang werden und eine Lebensdauer von 10 Jahren erreichen. Der Kopf des Fischbandwurms ist mit Saugnäpfen und einem Hakenkranz versehen, mit dem er sich an die Dünndarmwand seines Wirtes heftet. Der Parasit ist ein Zwitter, der einzelne Bandwurmglieder abwirft, sobald die befruchteten Eier in diesen Gliedern herangereift sind.
So gelangen die befruchteten Eier des Fischbandwurms mit dem Kot in das Abwasser, wo sie von Zwischenwirten aufgenommen werden und der Entwicklungszyklus von den befruchteten Eiern über Larven bis zu hin zu Finnen und dem geschlechtsreifen Bandwurm in den Zwischen- und Endwirten von Neuem beginnt.
Typische Symptome bei Fischbandwurm
In der Regel treten bei Fischbandwurm keine nennenswerten Symptome und Beschwerden auf. Folgende Symptome treten daher nur selten auf:
Diagnose und Verlauf bei Fischbandwurm
Mit dem Fischbandwurm infizierte Süßwasserfische können lebensfähige Larven enthalten, die durch den Verzehr auf den Endwirt übergehen. Selbst in unzureichend oder nur kurzzeitig eingefrorenen Fischen können die Larven des Fischbandwurms überleben. Nach der Aufnahme der Larve dauert es je nach Entwicklungsstadium der Larve etwa drei bis sechs Wochen, bis sich daraus der erwachsene, geschlechtsreife Fischbandwurm im Darm des Endwirtes entwickelt.
Erst nach dem Abschluss der Entwicklung zum Fischbandwurm kommt es zu den ersten Symptomen wie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und plötzlicher Gewichtsabnahme. In vielen Fällen verläuft die Infektion mit dem Parasiten über viele Jahre symptomlos und in einigen Fällen ist der Fischbandwurm die Ursache für einen Mangel an Vitamin B12, was zu Blutarmut, Herz- und Atembeschwerden führen kann.
Die Diagnose für den Befall mit dem Fischbandwurm ist relativ einfach. Da der Bandwurm einzelne Glieder mit geschlechtsreifen Eiern im Darm abstößt, sind diese bei der Untersuchung des Stuhls leicht nachweisbar.
Behandlung von Fischbandwurm
In sehr seltenen Fällen kann es im Körper des Endwirtes zur Bildung von Finnen kommen, die die Behandlung langwieriger gestalten. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, da der Fischbandwurm die Zwischenwirte für seinen Entwicklungszyklus braucht.
Die Medikamente für die Wurmkur sind verschreibungspflichtig und können in wenigen Fällen zu Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Die Wurmkur muss konsequent durchgeführt werden, damit alle Larven abgetötet werden. Bei Schwangeren und Stillenden muss der Arzt abwägen, ob diese Medikamente zum Einsatz kommen können.
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Vorbeugung von Fischbandwurm
Zur Vorbeugung wird empfohlen, Süßwasserfische immer ausreichend zu braten, garen oder zu kochen. Wird der Fisch fünf Minuten bei ca. 60°C erhitzt, werden alle Larven abgetötet. Oft wird vor allem Schwangeren empfohlen, rohen Fisch zu meiden, wie er größtenteils in Sushi vorkommt. Kälte tötet die Larven des Fischbandwurms ebenfalls ab. Wurde der Fisch mindestens 24 Stunden bei -18°C oder 72 Stunden bei -10°C eingefroren, können die Bandwurmlarven nicht überleben.
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