Praziquantel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
Startseite » Wirkstoffe » Praziquantel

Die Substanz Praziquantel ist wirksam gegen einen Wurmbefall sowohl beim Menschen als auch bei Tieren. Es bekämpft verschiedene Arten von Würmern und tötet diese ab. Die Dauer der Einnahme richtet sich dabei individuell nach der Stärke und der Art des Wurmbefalls.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Praziquantel?

Praziquantel ist ein so genanntes Anthelminthikum (Antiwurmmittel), das sowohl gegen Plattwürmer und Bandwürmer als auch gegen Saugwürmer und einige Egel wirksam ist.

Der Wirkstoff wurde in den 1970er Jahren von der Bayer AG in Kooperation mit Merck entwickelt und ist seit den 1980er Jahren auf dem Markt. Heute wird sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin gegen den Befall mit Würmern Praziquantel als Mittel der Wahl verwendet.

Pharmakologische Wirkung

Praziquantel sorgt bei den Würmern dafür, dass sich Calciumkanäle in der Haut öffnen. Es kommt zu einer Übererregung der Muskulatur und zu einer spastischen Lähmung der Würmer. Diese führt schließlich zum Tod des Parasiten.

Weiterhin greift der Wirkstoff die Haut der Würmer an und stört deren Stoffwechsel, so dass diese vom Immunsystem leichter erkannt und angegriffen werden können. Die abgetöteten Parasiten werden schließlich bei einem inneren Befall über das Verdauungssystem wieder ausgeschieden.

Da der Wirkstoff bis ins Gehirn vordringt, eignet sich Praziquantel als Arznei gut zur Bekämpfung von Krankheiten, bei denen sich Würmer im Gehirn eingenistet haben (z.B. Zwer-, Rinder-, Fisch- oder Schweinebandwurm).

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Substanz Praziquantel ist wirksam gegen einen Wurmbefall sowohl beim Menschen als auch bei Tieren.

Der Wirkstoff 'Praziquantel wird durch Schlucken (peroral) verabreicht, wobei sich die jeweilige Dosis individuell nach der Art des Wurmbefalls und auch nach dessen Verbreitung im befallenen Organismus richtet. Es gibt Bandwürmer, bei denen die Gabe einer einmaligen und niedrigen Dosis (etwa 10 bis 25 Milligramm pro Kilo Körpergewicht) der Substanz für ein Abtöten bereits ausreichend ist.

In anderen Fällen, wenn zum Beispiel innere Organe oder das zentrale Nervensystem von Würmern befallen sind, muss eine Therapie von bis zu zwei Wochen mit einer Höchstdosis (bis zu 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) konsequent durchgeführt werden, um die Parasiten abzutöten. Der Wirkstoff gegen Würmer ist auch für eine Behandlung von Kindern mit einem Körpergewicht ab 20 Kilogramm zugelassen. Er überwindet die Blut-Hirn-Schranke und gilt daher als besonders effektiv. Bisher sind auch noch keine Resistenzen gegen Praziquantel bei Würmern nachgewiesen worden.

Praziquantel wird von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) seit dem Jahr 2007 auch ganz gezielt zur Ausrottung der gefährlichen Wurmerkrankung Bilharziose eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine durch Pärchenegel ausgelöste Infektion, bei der sich die Egel-Larven über Darm, Leber und Lunge bis in das Gehirn ausbreiten. Verbreitet wird die Krankheit durch Schnecken als Zwischenwirte in warmen Binnengewässern vor allem in Afrika, Südamerika, auf der arabischen Halbinsel und in der Karibik.

Durch den kostenlosen Einsatz von Praziquantel konnten bisher mehr als 27 Millionen Kinder in den betroffenen Regionen behandelt werden. Bei Verdacht auf einen Wurmbefall ist generell der Gang zum Arzt sehr wichtig, denn nur dieser kann den genauen Wurmtyp, den Befallsort und die Befallsdichte feststellen und dann die individuell passende Dosis und Einnahmedauer von einem Mittel wie Praziquantel festlegen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken & Nebenwirkungen

Die Risiken und Nebenwirkungen von Praziquantel richten sich zum Einen nach der Höhe der Dosis, zum anderen nach der Dauer der Einnahme und dem befallenen Organismus (Mensch oder Tier).

Beim Menschen sind Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sehr häufige Nebenwirkungen, vor allem bei höheren Dosierungen. Weiterhin können Schwäche und Abgeschlagenheit sowie die Bildung von Quaddeln auf der Haut sowie Juckreiz als sehr häufige Nebenwirkungen vorkommen.

Schwindel, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Muskelschmerzen sind ebenfalls häufig. Sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen und Herzrhythmusstörungen bei Anwendung des Wirkstoffes. Bei einer gleichzeitigen Einnahme des Malariamittels Chloroquin oder von antiepileptischen Medikamenten kann sich die Konzentration des Stoffes im Blut vermindern, so dass die Wirkung eingeschränkt wird. Patienten mit einer gestörten Leber- oder Nierenfunktion sowie mit Herzrhythmusstörungen dürfen Praziquantel nur bei sorgfältiger Überwachung einnehmen.

Bücher über Würmer & Wurmbefall

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: