Überempfindliche Zähne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Überempfindliche Zähne äußern sich bei dem Verzehr heißer, kalter oder süßer Lebensmittel durch Schmerzen. Ungefähr 25 Prozent der deutschen Bevölkerung haben schon einmal Erfahrungen mit den Beschwerden gesammelt. Weil zahlreiche Ursachen hinter dem Phänomen stecken können, sollte der Besuch beim Zahnarzt nicht aufgeschoben werden.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet überempfindliche Zähne?

Unterschiedliche Nahrungsmittel und alltägliche Erscheinungen wie kalte Luft, sorgen dafür, dass überempfindliche Zähne zu einem ziehenden Schmerz neigen. Dabei stellen die Beschwerden lediglich das Symptom einer anderen Erkrankung dar und lassen sich nicht als eigenständige Krankheit beschreiben. Die erhöhte Empfindlichkeit kann zahlreiche Ursachen aufweisen.

Sie wird von den meisten Menschen als störend empfunden. Verschiedene Therapieansätze sind jedoch dazu in der Lage, die Beschwerden zu mildern oder vollkommen abklingen zu lassen. Weil hinter dem Symptom Überempfindlichkeit ernst zu nehmende Krankheiten stecken können, sollten die Erscheinungen bei dem Zahnarzt angesprochen werden.

Ursachen

Der Grund für überempfindliche Zähne liegt häufig bei Karies oder Erkrankungen des Zahnhalses. Des Weiteren können undichte Füllungen oder Kronen für die Schmerzen verantwortlich sein. Durch Entzündungen oder zu hartes Zähneputzen kann sich das Zahnfleisch zurückbilden, es entwickeln sich freiliegende Zahnhälse. Neben einer falschen Zahnputztechnik beruht die Ursache häufig auf Parodontitis, einer Erkrankung mit chronischen Entzündungen.

Frei liegende Zahnhälse sind wegen der mangelnden Schutzschicht für sämtliche Reize, wie sie bei dem Kontakt mit Kälte oder Hitze entstehen, empfindlich. Aufgrund von Zähneknirschen kann sich der Zahnschmelz allmählich zurückentwickeln. Dieser sorgt eigentlich dafür, dass die kleinen Kanälchen der Zähne gut geschützt sind. Nutzt er ab, liegen diese hingegen frei und leiten die Reize weiter.

Gleichzeitig führt ein solcher Zustand während des Zähneputzens oft zu Schmerzen, woraufhin viele Menschen wiederum dazu neigen, die Mundhygiene zu vernachlässigen. Ernsthafte Konsequenzen und Erkrankungen können nicht ausgeschlossen werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Unterschiedliche Nahrungsmittel und alltägliche Erscheinungen wie kalte Luft, sorgen dafür, dass überempfindliche Zähne zu einem ziehenden Schmerz neigen.

Die Diagnose erfolgt beim Zahnarzt. Zunächst sollten die Schmerzen genau geschildert werden. Hier ist nicht nur das Areal ausschlaggebend, sondern auch der Zeitpunkt des Auftauchens der Schmerzen. Des Weiteren sollte beachtet werden, wie lange die Beschwerden bereits bestehen und ob sie zu einem früheren Zeitpunkt schon mal Probleme verursacht haben. Bei der Untersuchung der Zähne kann der Grund der Schmerzen in der Regel schnell festgestellt werden. Entzündungen des Zahnfleisches äußern sich durch Rötungen.

Der Rückgang des Zahnfleisches wird meistens an den Zahnhälsen deutlich, insbesondere, wenn er sich in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Besteht der Verdacht des Vorliegens einer Parodontitis, so kann der Abstand zwischen Zahn und Zahnfleisch mithilfe einer Sonde gemessen werden. Einige Ärzte führen zudem eine Untersuchung des Speichels durch. Dieser gibt Aufschluss darüber, ob die Zusammensetzung der Flüssigkeit weiteren Entzündungen einen optimalen Nährboden bietet. Die Diagnose bei freiliegenden Zahnhälsen, einer undichten Füllung oder Karies ist normalerweise schmerzfrei.

In der Regel wird sie von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und ist Teil der Vorsorgeuntersuchung. Der Verlauf der Überempfindlichkeit ist abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Ist eine Füllung der Auslöser, so lassen sich die Beschwerden durch eine Erneuerung des Materials bereits behandeln. Bei chronischen Zahnfleischentzündungen und Karies sind hingegen oft mehrfache Behandlungen notwendig. Dennoch ist die Prognose bei beiden Ursachen gut. Es ist nicht mit langfristigen Erscheinungen zu rechnen.

Komplikationen

Wer überempfindliche Zähne hat, merkt dies in der Regel beim Trinken und beim Essen direkt. Heiße oder kalte Getränke und Lebensmittel geben sofort den Zähnen zu spüren und verursachen Schmerzen und unangenehme Gefühle. Da für solche überempfindlichen Zähne meistens ein entzündeter Nerv verantwortlich ist, wird dieses Problem ohne Behandlung nicht verschwinden.

Hier sollte unter allen Umständen ein Zahnarzt aufgesucht werden. Wenn das Symptom nicht behandelt wird, wird die Entzündung voranschreiten und zu immer stärkeren Schmerzen führen. In seltenen Fällen liegt die hohe Empfindlichkeit an der niedrigen Schicht vom Zahnschmelz. Hier könnte eine Zahnpasta mit Flourid helfen, um das Symptom zu beseitigen.

Beim Zahnarzt wird in solchen Fällen meistens die Zahnwurzel entfernt. Hierbei ist eine sehr starke Narkose notwendig, da alle Wurzelkanäle einzeln geöffnet und gereinigt werden müssen. Daher kann der Zahn nach dieser Behandlung noch einige Tage lang weh tun. Auch bleiben noch einige Stunden nach der Behandlung Schmerzen durch die Narkosespritze in der Backe. Nach der Zahnwurzelbehandlung sollte die Backe sehr gut und lange gekühlt werden, um eine starke Schwellung zu vermeiden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei überempfindlichen Zähnen sollte in der Regel immer ein Arzt aufgesucht werden. Das Symptom wird in den meisten Fällen nicht von alleine wieder verschwinden und nur zu stärkeren Schmerzen führen. Der Besuch ist vor allem dann erforderlich, wenn es aufgrund der überempfindlichen Zähne für den Patienten nicht mehr möglich ist, Nahrung und Flüssigkeiten einzunehmen. Dabei kann es zu Untergewicht, Mangelerscheinungen oder zu Dehydrierung kommen.

Auch wenn die Schmerzen beim Putzen der Zähne oder durch Wärme- und Kälteeinwirkungen auftreten, sollte immer ein Zahnarzt um Rat gefragt werden. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob die Überempfindlichkeit schon über einen längeren Zeitraum vorherrscht oder ob diese spontan und plötzlich auftritt. Durch den Besuch beim Zahnarzt können weitere Komplikationen und Entzündungen im Mundraum vermieden werden. Sollte es zur Überempfindlichkeit nach einem Unfall kommen, so kann auch direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden. In den meisten Fällen können die Symptome gut behandelt werden, sodass es zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt.

Behandlung & Therapie

Bevor die Behandlung beginnen kann, muss die genaue Ursache diagnostiziert worden sein. Nur so ist es möglich, die Beschwerden effektiv zu bekämpfen. Bei Zahnfleischentzündungen ist vor allem eine ausreichende Mundhygiene von großer Bedeutung. Die Zähne sollten mindestens zweimal am Tag gründlich gereinigt werden. Optimalerweise erfolgt die Säuberung etwa 30 Minuten nach jeder Mahlzeit.

Auf diese Weise können die Bakterien beseitigt und das Risiko einer weiteren Entzündung reduziert werden. Neben den Zähnen selbst sollten ebenfalls die Zahnzwischenräume genug Aufmerksamkeit erhalten. Zur Reinigung dieser empfehlen sich Zahnseide, Zahnhölzchen oder Zahnzwischenraumbürstchen. Welche der Optionen bei den individuellen Begebenheiten in Frage kommt, sollte mit dem Zahnarzt besprochen werden. Medizinische Mundspülungen sind zudem dazu in der Lage, die Entwicklung von Bakterien zu reduzieren. Haben Zahnschmelz oder Zahnfleisch bereits die Kanälchen offenbart, so müssen diese professionell geschlossen werden.

Durch das Schließen der Kanäle kann die Überempfindlichkeit deutlich gemildert werden. Ein Lack aus Fluorid oder Kunststoff sorgt dafür, dass die Öffnungen nicht mehr frei liegen und sämtliche Reize ungeschützt weiterleiten. Bei einer sehr starken Ausprägung ist das Verschließen durch Lack und Versiegelung manchmal nicht mehr ausreichend. Stattdessen müssen die Öffnungen mithilfe von Kronen und Füllungen behandelt werden.

Im Rahmen von parodontalchirurgischen Methoden wird das zurückgewichene Zahnfleisch wieder an seinen ursprünglichen Ort verlegt. Desweiteren existieren mittlerweile Zahnpasten, welche den Zahnschmelz stärken und die Beschwerden auf diese Weise lindern. Liegt die Ursache bei Karies, so muss dieser entfernt werden. Dafür sind häufig Bohrungen sowie eine Füllung des Lochs notwendig.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen können die überempfindlichen Zähne relativ gut behandelt werden, sodass es zu keinen weiteren Beschwerden oder Komplikationen kommt. In der Regel tritt die Überempfindlichkeit aufgrund einer entzündeten Zahnwurzel auf. Diese Zahnwurzel muss dann meist entfernt werden. Der Eingriff wird unter einer lokalen Betäubung durchgeführt, sodass für den Patienten keine Schmerzen entstehen. Nach der Entfernung treten oft Schwellungen und Schmerzen auf, welche mit Hilfe von Kälteanwendungen allerdings wieder reduziert werden können.

Falls keine Behandlung stattfindet, kommt es zu starken Schmerzen im Mundraum, von welchen auch das Zahnfleisch betroffen sein kann. Damit ist es für den Patienten oft nicht möglich, Nahrung und Flüssigkeit in einer gewöhnlichen Art und Weise einzunehmen. Dies führt nicht selten zu Untergewicht oder Dehydrierung und verringert im Allgemeinen die Lebensqualität. Die Schmerzempfindlichkeit verstärkt sich in der Regel auch durch Temperaturunterschiede und kann sich im weiteren Verlauf des Lebens auch auf andere Zähne ausbreiten. In den meisten Fällen kommt es allerdings zu einem positiven Krankheitsverlauf.

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Vorbeugen

Überempfindliche Zähne lassen sich insbesondere durch eine optimale Zahnputztechnik und regelmäßige Mundhygiene vorbeugen. Während des Putzens sollte keine übermäßig große Kraft auf die Zähne ausgeübt werden. Darüber hinaus ist die Wahl der richtigen Zahnbürste von Bedeutung. Informationen bezüglich der Technik lassen sich durch den Zahnarzt in Erfahrung bringen. Des Weiteren sollte die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen werden. Auf diese Weise lassen sich anfängliche Beschwerden bereits früh erkennen, bevor sich die ersten Beschwerden bemerkbar machen.

Das können Sie selbst tun

Bei überempfindlichen Zähnen versprechen verschiedene Maßnahmen und Hausmittel Linderung. Akut lassen sich die stechenden Schmerzen etwa durch Salzwasser oder Olivenöl reduzieren. Salzwasser schafft eine alkalische Umgebung, in der sich weniger Bakterien ansiedeln, während Olivenöl die natürliche Schutzschicht der Zähne stärkt und vorhandene Bakterien abtötet. Einen ähnlichen Effekt haben Knoblauch und Zwiebeln, deren betäubende und antibakterielle Wirkung in Form von Pasten oder Spülungen genutzt werden kann.

Weitere Heilmittel aus der Natur sind unter anderem Gewürznelken und Baldrian. Ganz allgemein können bereits leichte Veränderungen in der persönlichen Zahnhygiene gegen überempfindliche Zähne helfen. Es empfiehlt sich, eine spezielle Zahncreme für empfindliche Zähne zu verwenden und den Mundraum mit einer mittelharten Bürste zu pflegen. Tägliche Zahnfleisch-Massagen fördern die Durchblutung und stärken die Zähne.

Nach Möglichkeit sollte außerdem auf saure Lebensmittel, Zigaretten und Alkohol verzichtet werden. Ein Glas Wasser nach jeder Mahlzeit befreit die Zähne von schädigenden Stoffen und reguliert den Säuregehalt im Mund auf natürliche Weise. Bleiben die Beschwerden weiter bestehen, kann der Zahnarzt die Zahnhälse mit Fluorid-Lack versiegeln und die Schmerzen zumeist lindern.

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Quellen

  • Meyer-Lückel, H., et al.: Karies. Thieme, Stuttgart 2012
  • Müller, H.-P.: Checkliste Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

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