Ziegengrippe (Q-Fieber)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Die Ziegengrippe gehört zu den Zoonosen. Diese von Tieren auf den Menschen übertragbare Erkrankung wird ebenfalls Q-Fieber genannt. Ziegengrippe ist eine meldepflichtige Erkrankung, die ausgenommen von Neuseeland und der Antarktis weltweit vorkommt. Die Ziegengrippe sollte nicht mit der Kinderkrankheit Ziegenpeter verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ziegengrippe?

Trotz der Bezeichnung als Grippe wird Ziegengrippe nicht von Viren verursacht. Es handelt sich vielmehr um Bakterien namens Coxiella burnettii, die zur gleichen Ordnung gehören wie die Erreger der Legionärskrankheit.

Nach einer Inkubationszeit von bis zu 40 Tagen zeigen die Betroffenen bei Q-Fieber grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und allgemeiner Schwäche. Die Übertragung der Erkrankung erfolgt bei Kontakt mit befallenen Tieren, die häufig symptomlos sind. Insbesondere ein Einatmen von Heu- und Strohpartikeln, die mit den Bakterien verseucht sind, führt zu einer Infektion mit der Ziegengrippe.

Nur rund die Hälfte der Infizierten zeigen die Symptome, die nach einem bis zu zweiwöchigen Krankheitsverlauf wieder abklingen. Bei Auftreten der Symptome von Ziegengrippe ist die Entwicklung einer Lungenentzündung eines der Hauptrisiken von Q-Fieber, wobei die Sterblichkeitsrate allerdings als gering mit 1 bis 2 Prozent einzuschätzen ist.

Ursachen

Eine Ansteckung mit Ziegengrippe ist hauptsächlich durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder mit von diesen Tieren kontaminierten Materialien möglich. Die Hauptüberträger sind Nutztiere oder von diesen verseuchte Milchprodukte.

Mögliche Ansteckungsüberträger können allerdings auch Haustiere wie Hunde oder Katzen sein, die zumeist über die Bisse infizierter Zecken zum Überträger von Q-Fieber werden. Die Bakterien verlassen den Wirtskörper oft während des Geburtsvorgangs und werden mit der Nachgeburt oder der Fruchtblase mit ausgeschieden.

Zum gefährdeten Personenkreis gehören deswegen Tierärzte, Bauern und andere Personen wie Schlachthauspersonal, die sich bei den Tieren oder im Bereich von kontaminierten Ställen aufhalten. Die langlebigen Erreger der Ziegengrippe werden über die Atmung aufgenommen.

Einmal im Körper angelangt, vermehren sie sich schnell und vorzugsweise im Bereich der Atemwege. Eine Lungenentzündung als Begleiterscheinung der Ziegengrippe ist deswegen keine Seltenheit.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Ziegengrippe wird durch die Ähnlichkeit der Symptome mit einer gewöhnlichen Grippe häufig nicht diagnostiziert. Bei Verdachtsfällen aufgrund des Arbeitsumfeldes in der Nähe von Tieren erfolgt eine serologische Untersuchung, bei der die Existenz von Antikörpern als Reaktion auf die Ziegengrippe nachgewiesen wird.

Ohne das Hinzutreten von schwerwiegenden Symptomen, wie einer Lungenentzündung oder dem Befall anderer Organe wie der Leber und dem Herz, verläuft Ziegengrippe tatsächlich ähnlich einem grippalen Infekt. Das Q-Fieber beginnt nach der Inkubationszeit mit ansteigendem Fieber, bald gefolgt von den grippetypischen Krankheitszeichen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost und allgemeinem Unwohlsein einschließlich Muskelschmerzen.

Die schwere Form der Ziegengrippe mit einer hinzutretenden Lungenentzündung äußert sich bereits in den ersten Tagen. Sollte dies nicht eintreten, schwächen sich die Symptome der Ziegengrippe nach sieben bis zehn Tagen wieder ab.

Komplikationen

Die Ziegengrippe wirkt sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus und kann zu einer Reihe verschiedener Beschwerden führen. Da die Beschwerden dabei nicht besonders charakteristisch sind und nicht sofort auf die Erkrankung hindeuten, kommt es in vielen Fällen auch zu einer verspäteten Behandlung. Die Patienten selbst leiden bei der Ziegengrippe an einem hohen Fieber und auch an einer allgemeinen Schwäche.

Es kommt zu einer dauerhaften Müdigkeit und Abgeschlagenheit und die Betroffenen nehmen nicht mehr aktiv am Alltag teil. Auch starke Kopfschmerzen und Gliederschmerzen können dabei eintreten und den Alltag des Betroffenen deutlich beeinträchtigen. Die meisten Patienten erkranken an einer Lungenentzündung, welche im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann.

In der Regel kommt es bei der Behandlung der Ziegengrippe nicht zu besonderen Komplikationen oder zu einem anderen schwerwiegenden Verlauf. Die Beschwerden werden dabei mit Hilfe von Antibiotika gelindert und es kommt in der Regel relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Sollte es nicht zu einer Behandlung der Grippe kommen, so kann diese auch zu einer Entzündung des Herzbeutels führen, welche tödlich verlaufen kann. In den meisten Fällen wird die Lebenserwartung des Patienten bei dieser Erkrankung nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von Ziegengrippe kommt es darauf an, dass die Symptome als bakterielle Infektion und nicht als Virusinfektion erkannt werden. Ist dies zutreffend diagnostiziert worden, sind Antibiotika die Mittel der Wahl. Sie bekämpfen die Bakterien und führen schnell dazu, dass die Symptome schwächer werden.

Zur Erleichterung erhalten die Patienten fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel, da die Ziegengrippe von Muskelschmerzen und Kopfschmerzen begleitet wird. Durch das andauernde Fieber müssen die Patienten viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Kommt es zu einem schwereren Krankheitsverlauf wie einer Herzbeutelentzündung oder einer Lungenentzündung, ist eine stationäre Behandlung angeraten.

Bei chronisch verlaufender Ziegengrippe wird aus einer Kombination von Antibiotika eine langfristige Therapie durchgeführt. Als wirksame Mittel gegen Ziegengrippe wirken daneben auch Malariamittel, die zum Teil ebenso bei rheumatischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden.

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Vorbeugung

Für Ziegengrippe gibt es einen Impfstoff, der allerdings in Deutschland keine Zulassung besitzt. Er wird in den USA nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verteidigungsministeriums bei gefährdeten Personengruppen eingesetzt, da Ziegengrippe als mögliche Biowaffe besonders beobachtet wird. Als Vorbeugung bleibt nur der umsichtige Umgang mit Nutztieren. So sollte bei Verdachtsfällen auf Q-Fieber im Tierbestand Schutzkleidung getragen werden.

Bücher über Grippe

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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