Tubenkatarrh

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2017
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Ein Tubenkatarrh macht sich durch stechende Schmerzen und ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr bemerkbar. Die Krankheit ist harmlos und heilt in den meisten Fällen von selbst ab. Nur selten kommt es zu Komplikationen, die einen kleinen medizinischen Eingriff notwendig machen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Tubenkatarrh?

Unter einem Tubenkatarrh versteht man eine Entzündung der Eustachischen Röhre, die einen dauerhaften Unterdruck im Mittelohr erzeugt. Der Patient hat das Gefühl, das Ohr sei zugefallen und klagt über leichte Schmerzen.

Bei der Eustachischen Röhre handelt es sich um einen etwa vier Zentimeter langen Verbindungsgang zwischen dem Mittelohr und dem Rachen, der auch Tube oder Ohrtrompete genannt wird. Der Unterdruck entsteht, weil sich die Tube aufgrund der Entzündung verschließt. Der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außenluft wird erschwert.

Diese Krankheit tritt oft infolge eines Schnupfens auf. Wenn die Entzündung chronisch wird, spricht man von einem Paukenerguss, der zu Schwerhörigkeit führen kann. Auch beim Tauchen und beim Fliegen kommt es zu einem Unterdruck im Mittelohr. In diesem Fall ist von einem Barotrauma die Rede.

Ursachen

Ein Tubenkatarrh ist oft eine Begleiterscheinung einer Erkältung. Wenn der Patient an Entzündungen in Nase, Rachen oder Mittelohr leidet, erreichen die Erreger manchmal auch die Eustachische Röhre und lösen dort den Tubenkatarrh aus.

Kinder tragen generell ein höheres Risiko. Bei Kleinkindern ist die Eustachische Röhre noch verkürzt und aufgrund ihrer fast waagrechten Lage anfälliger für Entzündungen. Kinder leiden zudem häufig an vergrößerten Rachenmandeln (Polypen), was die Entstehung eines Tubenkatarrhs begünstigt.

Zudem tritt die Krankheit gelegentlich als Begleiterscheinung eines Heuschnupfens auf. Daher sind im Erwachsenenalter Allergiker besonders häufig betroffen. Selbiges gilt für Raucher. Aktives Rauchen und das passive Einatmen von Zigarettenluft zählen zu den größten Risikofaktoren.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Stechende Schmerzen im Mittelohr weisen auf einen Tubenkatarrh hin. Die Schmerzen sind nicht so stark wie bei einer Mittelohrentzündung. Manchmal tritt auch Flüssigkeit aus dem Ohr aus und das Hörvermögen ist beeinträchtigt.

Zudem berichten Patienten von einem knackenden Geräusch im Ohr. Der Arzt wird mit einem Otoskop den Gehörgang des Patienten untersuchen, um die Erkrankung zu diagnostizieren. Im Erwachsenenalter macht ein Tubenkatarrh selten große Probleme. In vielen Fällen heilt er ohne Behandlung nach kurzer Zeit ab. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass der Tubenkatarrh chronisch wird.

In diesem Fall verhärtet sich die Kette der Gehörknöchelchen, was zu Schwerhörigkeit führen kann. Manchmal ist eine Operation notwendig, die unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.

Komplikationen

Ein Tubenkatarrh führt zu sehr unangenehmen Beschwerden im Bereich der Ohren. Die Betroffenen leiden dabei an starken Ohrenschmerzen und ebenso an einem deutlichen Druckgefühl im Ohr. Weiterhin treten auch Hörbeschwerden auf, sodass der Alltag der Patienten deutlich eingeschränkt ist. Weiterhin kann die Erkrankung auch zu starken Ohrgeräuschen führen, sodass die Betroffenen an Schlafbeschwerden und Gereiztheit leiden.

Auch Schwindelgefühle oder sogar Erbrechen können krankheitsbedingt eintreten. Weiterhin leiden die Betroffenen an einer verstopften Nase oder an Schnupfen. Auch starke Halsschmerzen oder verschiedene Entzündungen in der Nase können dabei auftreten. In den Ohren kann es ebenso zu einer Entzündung kommen.

Häufig ist auch die Konzentration durch die starken Ohrenschmerzen deutlich gestört. Bei der Behandlung der Krankheit kommt es nicht zu Komplikationen. Die Beschwerden werden mit Hilfe von Medikamenten gelindert. Auch verschiedene Übungen können das Ohr belüften, um weitere Infekte und Entzündungen zu vermeiden.

In schwerwiegenden Fällen sind die Betroffenen allerdings auf einen operativen Eingriff angewiesen. Auch dabei kommt es nicht zu Komplikationen und es stellt sich ein positiver Krankheitsverlauf ein. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch die Krankheit nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Ein Tubenkatarrh wird in der Schulmedizin mit abschwellenden Nasentropfen behandelt. Die Naturheilkunde setzt auf Dampfbäder mit ätherischen Ölen und Schwedenkräuter. Auch Inhalationen und Wärmebestrahlungen gelten bei der Beseitigung eines Tubenkatarrhs als äußerst hilfreich.

Mediziner empfehlen zudem, mechanische Übungen durchzuführen, um die Verstopfung im Ohr zu lösen. Dabei hält man sich Nase und Mund zu. Zeitgleich versucht man, Luft auszublasen. So wird im Ohr ein Druck erzeugt, der das Abfließen des Schleims begünstigt. Das Ohr wird sozusagen durchgelüftet. Es wird empfohlen, diese Übung während eines akuten Tubenkatarrhs stündlich durchzuführen.

Wenn die Entzündung trotz dieser Maßnahmen nicht abheilt, ist eine ärztliche Behandlung notwendig. In manchen Fällen, muss ein kleiner Eingriff durchgeführt werden. Unter lokaler Betäubung ritzt der Arzt das Trommelfell des Patienten an. Mithilfe eines dünnen Röhrchens wird der Schleim aus dem Ohr abgesaugt, um eine Abheilung der Entzündung zu ermöglichen. Bei Kindern wird dieser Eingriff in der Regel unter Narkose durchgeführt.

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Vorbeugung

Da ein Tubenkatarrh meist durch eine Erkältung ausgelöst wird, hilft ein vitaler Lebensstil in der nassen Jahreszeit bei der Vorbeugung dieser Krankheit. Ist es aber doch zu einer Infektion im Nasen-Rachen-Raum gekommen, sollte man beim Putzen der Nase nicht zu fest anblasen, um die Erreger nicht in die Eustachische Röhre zu drücken. Raucher sollten bei einer solchen Infektion ihren Zigarettenkonsum einstellen oder reduzieren, um zumindest einen Risikofaktor auszuschalten.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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