Raucherhusten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. November 2017
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Im Allgemeinen werden mit dem Begriff Raucherhusten durch Tabakkonsum verursachte chronische Erkrankungen der Atemwege bezeichnet. Raucherhusten ist, so harmlos die Bezeichnung auch klingt, eine gefährliche Krankheit, durch die das Lungengewebe langsam und unheilbar zerstört wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Raucherhusten?

Der Raucherhusten gehört zu den Hauptsymptomen der COPD (chronisch obstruktive Bronchitis). Gekennzeichnet ist der Raucherhusten durch eine vermehrte Sekretbildung in den Atemwegen und entsprechenden Husten mit Auswurf bei gleichzeitig leicht einsetzender Atemnot.

Auch regelmäßiges Husten am Morgen nach dem Aufstehen kann bereits ein Hinweis auf einen sich entwickelnden Raucherhusten sein. Wird dieser nicht behandelt, kann es im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden chronischen Atemwegserkrankungen und irreversiblen Schäden der Lunge führen.

Ursachen

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Hauptursache für den Raucherhusten das Rauchen. Die Atemwege und die Lunge werden durch jahrelangen Tabakkonsum in Form von Zigaretten oder Zigarren auf Dauer geschädigt. Dabei ist passives Rauchen nicht weniger gefährlich als aktives Rauchen. Auch das Rauchen der als Bong oder Shisha bekannten Wasserpfeifen ist schädigend, da hier ebenfalls Tabak verwendet wird.

Im Tabak sind mehrere hundert Giftstoffe enthalten, die gemeinsam mit dem Tabakrauch in die Lunge gelangen. Diese wird verschmutzt, die Flimmerhärchen verkleben und das Lungengewebe wird nachhaltig geschädigt und zerstört.

Sämtliche Giftstoffe werden zudem in der Lunge abgelagert und von dort an das Blut abgegeben. Dadurch verteilen sie sich über den Blutkreislauf im gesamten Körper. In vielen Fällen ist der Raucherhusten ursächlich für weitere Erkrankungen.

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Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Atemwege und die Lunge werden durch jahrelangen Tabakkonsum in Form von Zigaretten oder Zigarren auf Dauer geschädigt. Sämtliche Giftstoffe werden zudem in der Lunge abgelagert und von dort an das Blut abgegeben.

Häufig wird der Raucherhusten von den Erkrankten nicht ernst genommen, da die Anzeichen dafür sich schleichend einstellen und oftmals zunächst kaum wahrgenommen werden.

Meist zeigen sich zunächst Symptome wie ein täglich auftretender, leichter Reizhusten, der nach und nach stärker wird und im fortgeschrittenen Stadium mit Auswurf einher geht. Da die Schleimbildung stetig zunimmt und sich immer mehr Giftstoffe in der Lunge ablagern, verringert sich auf Dauer das Atemvolumen, wodurch es zum Auftreten einer Kurzatmigkeit kommt. Das Husten, vor allem morgens nach dem Aufstehen, ist sehr ausgeprägt und teilweise schmerzhaft. Auch Atemgeräusche sind bei an Raucherhusten Erkrankten hörbar.

Da die Entwicklung des Raucherhustens sich oftmals über einige Jahre hinzieht, kann der Verlauf dieser Krankheit als chronisch bezeichnet werden. Ohne entsprechende Behandlung schreitet die Entwicklung des Raucherhustens respektive der COPD immer weiter fort. Infolge dessen kommt es zu häufig auftretenden Atemwegsentzündungen und einer Verengung der Atemwege. Die Lungenfunktion ist eingeschränkt, wodurch das Blut nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Dies wiederum führt zu einer Unterversorgung des Gehirns, des Herzens sowie der übrigen Organe. Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenkrebs können Folge des Raucherhustens sein.

Schon bei den ersten, auf einen Raucherhusten hindeutenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser führt im Anschluss an die Anamnese einen sogenannten Lungenfunktionstest durch, der Auskunft darüber geben kann, inwieweit schon eine Beeinträchtigung des Atemvolumens des Patienten vorliegt. Die Diagnose des Raucherhustens bzw. der COPD erfolgt letztendlich durch einen Pneumologen, der noch weitere Lungenfunktionstests durchführt. Um frühzeitig eventuelle Schäden an der Lunge aufspüren zu können, werden z. B. Röntgenaufnahmen angefertigt und eine Kernspintomografie durchgeführt.

Komplikationen

Ein Raucherhusten ist durch einen zähen Auswurf gekennzeichnet und entsteht meist im Rahmen einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), welche zahlreiche Komplikationen hat. Durch diese chronische Bronchitis wird die Anfälligkeit gegenüber Infektionen erhöht, was die Symptomatik verschlechtern kann. Eine Lungenentzündung kann sich im schlimmsten Falle systemisch ausbreiten und so zu einer lebensgefährlichen Sepsis führen.

Des Weiteren können sich die Lungenbläschen überblähen und es kann zum Lungenemphysem kommen. Dadurch gelangt nicht mehr genug Sauerstoff in den Körper und es kommt zu einer Zyanose. Die Gefahr besteht dazu, dass die Lungenbläschen aufgrund der vermehrten Lufteinlagerung platzen und die Lunge aufgrund dessen kollabiert (Pneumothorax).

In dem Falle steht nur noch ein Lungenflügel zum Gasaustausch zur Verfügung, der Betroffene leidet unter Atemnot. Außerdem wird beim Emphysem der Druck in den Lungenarterien erhöht, so dass das Herz mehr Arbeit leisten muss, was in eine Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) enden kann. Das Risiko an einem Herzinfarkt zu erleiden ist zunehmend erhöht.

Auch die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalles oder Herzrhythmusstörungen ist drastisch gestiegen. Durch den Zigarettenrauch wird zudem das Lungengewebe zerstört, es wird narbig umgebaut und kann sich nicht mehr genügend ausdehnen, der Betroffene bekommt nicht mehr genug Luft und leidet unter einer Atemnot. Daneben ist bei COPD das Risiko an Folgeerkrankungen, wie Diabetes oder Osteoporose zu erkranken, erhöht.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Raucherhusten sollte in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Oft verbirgt sich hinter den Hustenattacken eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die unbedingt medizinisch behandelt werden sollte. Das gilt vor allem für Betroffene, die in der Vergangenheit bereits einmal an einer Lungenentzündung erkrankt sind, da nach einer viralen Viruserkrankung ein erhöhtes Risiko für COPD besteht.

Auch typischer Raucherhusten muss abgeklärt werden, wenn er täglich auftritt oder sogar den Nachtschlaf stört. Ein rascher Arztbesuch empfiehlt sich, wenn es sich bei dem Husten um einen quälenden, trockenen Hustenreiz handelt, der möglicherweise sogar mit blutigem Auswurf oder Schmerzen in der Brust verbunden ist. Tritt Raucherhusten in Verbindung mit Atemnot oder starken Brustschmerzen auf, besteht der Verdacht auf eine schwere Lungenerkrankung. In diesem Fall empfiehlt sich der Besuch bei einem Pneumologen oder Lungenspezialisten.

Bei starkem Raucherhusten, der länger als üblich besteht oder mit intensiven Beschwerden verbunden ist, sollte ein Notarzt eingeschaltet werden. Womöglich liegt eine Lungenblutung oder eine akute Lungenentzündung vor, die umgehend behandelt werden muss.

Behandlung & Therapie

Wichtiger Teil bei der Therapie des Raucherhustens ist der absolute Verzicht auf Tabakrauch in jeglicher Form. Das ist die einzige Möglichkeit, weitere Schäden zu verhindern. Der Raucherhusten bzw. die COPD ist nicht heilbar. Die Symptome können zwar behandelt werden, aber die Lunge ist dauerhaft geschädigt und kann ihre ursprüngliche Funktion nicht wieder zurückerhalten.

Zur Behandlung von Reizzuständen und Entzündungen kommen u. a. Antibiotika zum Einsatz. Durch unterstützende Sauerstofftherapien kann die Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht und somit der Allgemeinzustand des Patienten verbessert werden. Eine Atemphysiotherapie, bei dem der Erkrankte lernt, seine Körperhaltung zu optimieren und spezielle Atemtechniken einzusetzen, kann ebenso Linderung bringen. Ebenfalls zum Einsatz kommen sogenannte PEP-Geräte. Diese erzeugen einen Ausatemdruck, der die Atemwege stärken und das Abhusten des Sekrets erleichtern soll.

Wenn diese Behandlungsmethoden keinen Erfolg zeigen, bleibt eine Operation als letzter Ausweg, mit deren Hilfe versucht wird, die verengten Atemwege wieder zu erweitern.

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Vorbeugung

Die beste Möglichkeit, einem Raucherhusten vorzubeugen, ist der generelle Verzicht auf das Rauchen. Raucher sollten ihr Laster so schnell wie möglich aufgeben, um die Lunge nicht noch weiter zu schädigen. Eine gute Maßnahme, und Lunge und Atemwege gesund zu erhalten, ist ausreichend körperliche Betätigung an der frischen Luft.

Das können Sie selbst tun

Bei Verdacht auf Raucherhusten empfiehlt sich zunächst ein Arztbesuch. Begleitend dazu können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um die Beschwerden akut zu lindern und langfristig zu reduzieren. Kurzfristig kann der Husten gelindert werden, indem das Rauchen vorübergehend eingestellt und ausreichend Wasser getrunken wird. Atemtechniken und regelmäßiger Sport führen langfristig zu einer Besserung der Beschwerden. Speziell Ausdauersport empfiehlt sich, da dieser die Atmung fördert und zum raschen Abbau der Ablagerungen auf den Lungen beiträgt.

Außerdem sollte der Zigarettenkonsum eingestellt oder zumindest reduziert werden, um der Lunge die Möglichkeit der Regeneration zu geben. Alternativ kann auf die elektrische Zigarette gewechselt werden, wobei es hier vor allem in den ersten Tagen zu verstärktem Raucherhusten kommen kann. Begleitend wirken verschiedene Kräuter wie Salbei, Eukalyptus, Pfefferminze oder Thymian lindernd, welche am besten als Tee aufgekocht, inhaliert oder mit Kompressen angewendet werden.

Morgendlicher Raucherhusten kann durch simples Abhusten des Schleims gelindert werden. Ein langer Spaziergang hat einen ähnlichen Effekt und bringt die Ablagerungen zum Absinken. Bleibt der Raucherhusten weiterhin bestehen, sollten weitere Maßnahmen zunächst mit einem Mediziner besprochen werden.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Lesch, O.-M., Walter, H.: Alkohol und Tabak: Medizinische und soziologische Aspekte von Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit. Springer, Wien 2009
  • Payk, T. R., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

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