Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 26. Juni 2017Geprüfte Qualität
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Bei Prostatakrebs oder Prostatakarzinom handelt es sich um eine Tumorerkrankung der männlichen Vorsteherdrüse. Er zählt zu den häufigsten Krebsarten bei Männern und kann bei früher Erkennung meist gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Prostatakrebs

Die Prostata, die auch Vorsteherdrüse genannt wird, ist eine zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes gehörende Drüse. Sie hat in etwa die Größe einer Walnuss und die Form einer Kastanie und befindet sich unterhalb der Harnblase vor dem Rektum.

Die Prostata besteht größtenteils aus Bindegewebe und Muskeln und produziert einen Teil der Flüssigkeit, die bei der Ejakulation ausgestoßen wird. Prostatakarzinome entstehen zumeist im äußeren Bereich der Drüse und gelten als häufigste Krebsart bei Männern.

Prostatakrebs kommt normalerweise bei älteren Männern ab dem siebzigsten Lebensjahr vor, kann jedoch auch bei jüngeren Männern diagnostiziert werden. Bei Vergrößerungen der Prostata handelt es sich jedoch nicht in jedem Fall um Prostatakrebs – auch gutartige Tumore und harmlose Entzündungen der Prostata sind häufig.

Ursachen

Prostatakrebs entsteht aufgrund einer Kombination verschiedener Risikofaktoren. Ein erheblicher Faktor, der zu dieser Erkrankung führen kann ist Vererbung. Hatte ein Familienmitglied bereits ein Prostatakarzinom, ist die Wahrscheinlichkeit etwa um das Doppelte erhöht, dass man auch selbst an Prostatakrebs erkrankt.

Ein weiterer Risikofaktor für Prostatakrebs ist das Alter. Bei Männern unter fünfzig Jahren tritt ein Prostatakarzinom seltener auf als bei Männern, die die diese Grenze bereits überschritten haben. Auch die Ernährung und der allgemeine Lebenswandel können den Ausbruch von Prostatakrebs auslösen.

Männer, die sich fettreich und ballaststoffarm ernähren, sind eher gefährdet als solche, die viel Gemüse und Obst zu sich nehmen. Dies legt nahe, dass ein hoher Body-Mass-Index einen besonderen Risikofaktor von Prostatakrebs darstellt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie einer gesunden Prostata und einer vergrößerten Prostata. Klicken, um zu vergrößern.

Prostatakrebs wird in vielen Fällen im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung erkannt, da im beginnenden Stadium der Krankheit keine Schmerzen und kaum Beschwerden auftreten. Symptome, die dennoch auf ein Prostatakarzinom hinweisen können sind unter anderem Probleme beim Wasserlassen, Störungen bei der Darmentleerung, unerklärlicher Gewichtsverlust, Blut im Urin, sowie Knochenschmerzen.

Auf Symptome dieser Art werden Betroffene jedoch meist erst dann aufmerksam, wenn der Prostatakrebs bereits Metastasen gebildet hat. Die geläufigste Untersuchung der Prostata ist die digitale, rektale Untersuchung – hierbei tastet der Arzt die Prostata durch die Wand des Mastdarms hindurch ab und beurteilt Größe, Form und Beschaffenheit der Vorsteherdrüse.

Aufschluss über ein Prostatakarzinom kann außerdem der PSA-Test liefern, bei dem auf die Ausschüttung des Eiweißmoleküls des Prostata-spezifischen Antigens geachtet wird. Weitere Diagnoseverfahren sind Gewebeprobenentnahmen, Ultraschalluntersuchungen und Computertomographien.

Behandlung

Prostatakrebs kann auf unterschiedlichste Weise behandelt werden, wobei sich die gewählte Therapie nach dem Stadium der Erkrankung, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustandes des Betroffenen, sowie nach der Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors richtet. Die Behandlung kann aus einer oder mehreren Therapieansätzen bestehen.

Eine Behandlungsmethode von Prostatakrebs ist unter anderem die Strahlentherapie, wobei es zwei verschiedene Arten dieser Therapie gibt. Einerseits kann der Patient von außen bestrahlt werden und andererseits kann eine Bestrahlung durch Strahlenquellenimplantate zum Einsatz kommen, bei der dem Betroffenen kleine Strahlenquellen implantiert werden, die direkt auf das Gewebe der Prostata wirken.

Weitere Methoden, die im Zuge der Behandlung von Prostatakrebs zum Einsatz kommen, sind Hormontherapien, bei denen dem Körper Testosteron entzogen wird, Operationen, bei denen das Karzinom im Frühstadium komplett entfernt werden kann, Immuntherapien und Chemotherapien. Der Behandlungserfolg ist dabei umso wahrscheinlicher, wenn der Prostatakrebs früh entdeckt wurde.

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Vorbeugung

Prostatakrebs ist eine Erkrankung, der man nur bedingt vorbeugen kann. Wichtig ist jedoch, dass man ein gesundes Leben mit viel Bewegung und gesunder Ernährung führt. Man sollte zudem auf ein normales Körpergewicht achten und gegensteuern, wenn der Body-Mass-Index höher als 30 ist. Darüber hinaus sollten Männer spätestens ab dem 50. Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Männer, die bereits Fälle von Prostatakrebs in der Familie hatten, sollten sogar schon früher mit den Vorsorgeuntersuchungen beginnen, um den Prostatakrebs bereits im Frühstadium diagnostizieren zu lassen.

Bücher über Prostatakrebs

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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