Portale Hypertension

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Als portale Hypertension bezeichnet man einen zu hohen Druck in der Pfortader, der Vena Portae. Synonym wird auch der Begriff Pfortaderhochdruck verwendet. Die Pfortader ist dafür zuständig das Blut aus den Bauchorganen, wie dem Magen, dem Darm und der Milz, in die Leber weiterzuleiten. Alle Druckwerte, die 4 – 5 mmHg in der Pfortader überschreiten, gelten als portale Hypertension.

Inhaltsverzeichnis

Was ist portale Hypertension?

Von einer portalen Hypertension spricht man, wenn der Druck der Vene 2 bis 6 mmHg über dem normalen Druck liegt, der beim gesunden Menschen zwischen 6 und 10 mmHg betragen muss.

Für eine nicht normale Steigerung des Drucks in der portalen Vene ist eine Erhöhung des Widerstandes die Ursache. So ist die portale Hypertension in der Regel auf eine Stauung des Blutes in der Vene oder auf einen verminderten Abfluss des Blutes in den Kreislauf zurückzuführen. Besteht ein Hindernis in der Vene, das den Blutfluss blockiert, so kann dies lokal begründet sein, sich aber genauso über sehr große Bereiche in ganzen Gefäßregionen erstrecken.

Man spricht in den unterschiedlichen Fällen von prähepatischen, intrahepatischen oder posthepatischen Obstruktionen, also Hindernissen innerhalb der Vene bzw. der Gefäßregion.

Ursachen

Eine portale Hypertension tritt meist in Folge von einer Leberzirrhose auf. In selteneren Fällen liegen die Ursachen auch in krankhaften Veränderungen der Lebergefäße, in Blockaden innerhalb der Milz oder der Portalvene selbst.

Eine portale Hypertension kann sich bis hin zu Ösophagusvarizen (lebensbedrohliche Blutungen der Schleimhaut innerhalb der Speiseröhre), die bei einem Venendruck von mehr als 12 mmHg auftreten, oder einer hepatischen Enzephalopathie ausweiten.

In einer Vielzahl der Fälle hängt die Erkrankung der Pfortader mit dem Missbrauch von Alkohol oder einer Infektion mit Hepatitis C zusammen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Beschwerden sind bei einer portalen Hypertension oft nicht zu spüren. Probleme bereiten eher die aus ihr folgenden Komplikationen. Eine der folgenschwersten ist die Ösophagusvarizenblutung, eine Blutung aus der Schleimhaut innerhalb der Speiseröhre, die oft lebensbedrohlich ist. Eine solche Blutung ist auf die Erweiterung der Venen innerhalb der Speiseröhre zurückzuführen. In den meisten Fällen treten solche Blutungen ohne das Vorhandensein von Schmerzen oder anderen Symptomen auf.

Liegt ein Pfortaderhochdruck vor, bilden sich nicht selten Umgehungskreisläufe im Blut. Eine Vergrößerung der Milz, krankhafte Wasseransammlungen im Bauchraum oder eine hepatische Enzephalopathie das heißt eine Funktionsstörung des Gehirns, können mit der Erkrankung einhergehen. Die Entgiftungsfunktionen des Körper können eingeschränkt sein, Veränderungen im Blutbild sind möglich.

Der Druck in der Pfortader kann nur über einen Venenkatheter gemessen werden, eine Untersuchung, die mit einem hohen Risiko für den Patienten verbunden ist. Des Weiteren kann eine Diagnose mittels Computertomographie oder Ultraschall erfolgen. Durch eine Endoskopie, können Veränderungen der Magenschleimhaut oder Blutungen in diesem Bereich festgestellt werden.

Komplikationen

Aufgrund einer portalen Hypertension besteht das Risiko von schwerwiegenden Komplikationen. So können Blut und Lymphe der Leber nicht mehr wie gewohnt abfließen. Der Körper versucht, den Kreislauf aufrechtzuerhalten und greift zu diesem Zweck auf die sonst ungenutzten portokavalen Anastomosen zurück, die sich zwischen dem systemischen und hepatischen Kreislauf befinden. Dadurch drohen jedoch verschiedene gravierende Folgeerscheinungen.

Aufgrund des Pfortaderhochdrucks kommt es zur Entstehung von Umgehungskreisläufen. Sie stellen einen Anschluss an die obere beziehungsweise untere Hohlvene her, wobei sie die Leber umgehen. Über die Hohlvene fließt das Blut der gesamten Verdauungsregion, das ansonsten die Passage durch die Pfortader benutzt, direkt zum Herzen. Infolgedessen findet eine deutliche Erweiterung der Bauchhautvenen (Caput medusae) statt.

Ebenfalls betroffen sind die Analvenen, was wiederum die Bildung von Hämorrhoiden nach sich zieht, sowie die Magen- und Speiseröhrenvenen. Tritt plötzlicher Druck oder eine mechanische Reizung auf, besteht die Gefahr, dass die betroffenen Venen platzen. Dies kann intensive lebensbedrohliche Blutungen zur Folge haben. Dabei erbrechen die Patienten Blut oder erleiden einen Kreislaufschock.

Eine weitere schwere Komplikation der portalen Hypertension stellt die Bauchwassersucht (Aszites) dar. Sie entsteht, weil die Leber im Falle von Funktionsstörungen weniger Eiweiße herstellt. Das Fehlen der Eiweiße führt zum Abpressen von Flüssigkeit, die den Pfortadergefäßen entstammt, was dann die Ansammlung von Wasser im Bauchraum hervorruft. Ebenfalls möglich ist eine hepatische Enzephalopathie.

Behandlung & Therapie

Da für eine portale Hypertension immer andere Erkrankungen ursächlich sind, wie zum Beispiel eine Hepatitis C oder der Alkoholismus, sollten diese unter Berücksichtigung von Nährstoffmangel, der Neigung zu vermehrt auftretenden Blutungen und einer Schädigung der Leber und des Herz-Kreislauf-Systems, zunächst behandelt werden.

Tritt eine Ösophagusvarizenblutung auf, so liegt die Sterblichkeit etwa bei einem Drittel. Überlebende Patienten haben innerhalb der darauf folgenden zwei Jahre mit einem erneuten Blutungsrisiko zu rechnen, das bei 50 bis 70 Prozent liegt. Dieses Risiko kann medikamentös gesenkt werden.

Spricht die Behandlung des Patienten schlecht an, können durch eine Stent-Verbindung in der Leber oder einen Shunt eventuell Verbesserungen des Zustands erreicht werden. Trotzdem kann die Langzeitprognose schlecht aussehen. In manchen Fällen kann eine Lebertransplantation dem Patienten helfen.

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Vorbeugung

Zur Vermeidung einer portalen Hypertension ist es unbedingt notwendig, dass der Patient absolute Abstinenz in Bezug auf Alkohol wahrt. Nur so können krankhafte Veränderungen im Gewebe der Leber verhindert, gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Um bei den Patienten, die eine Blutung der Speiseröhrenschleimhaut überlebt haben, einer erneuten Blutung vorzubeugen, können Betablocker vorsorglich verschrieben werden.

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Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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