Lebertransplantation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Eine Lebertransplantation ist bei schweren Lebererkrankungen nötig, wenn konservative Maßnahmen keinen Erfolg mehr zeigen. Dabei wird dem Erkrankten eine gesunde Leber in den Bauchraum eingesetzt und sein Immunsystem danach unterdrückt, damit das Transplantat nicht abgestoßen wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lebertransplantation?

Bei einer Lebertransplantation wird eine kranke Leber durch die gesunde Leber einer anderen Person ersetzt. Am häufigsten wird die orthotope Lebertransplantation angewandt.

Dabei entfernen die behandelnden Chirurgen die Leber des Patienten vollständig und ersetzen diese an derselben Stelle durch ein Spenderorgan. Bei einer Lebertransplantation handelt es sich um einen schweren chirurgischen Eingriff, welcher hauptsächlich bei Leberkrankheiten im Endstadium und akutem Leberversagen eingesetzt wird.

Wird eine vollständige Leber transplantiert, stammt diese von einem verstorbenen Menschen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit einen Teil der Leber eines gesunden Menschen zu transplantieren.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Lebertransplantation ist üblicherweise der letzte Versuch eine ansonsten nicht mehr therapierbare Lebererkrankung zu behandeln. Nur in Ausnahmefällen ist eine Lebertransplantation bei Kindern bzw. Jugendlichen nötig. Dies ist meist der Fall, wenn eine Missbildung der Gallenwege vorliegt.

Auch verschiedene Stoffwechselerkrankungen können die Funktion der Leber so schwer beeinträchtigen, dass diese entfernt und eine gesunde eingesetzt werden muss. Dazu gehören unter anderem Morbus Wilson, primäre Blutungsstörungen sowie familiäre Amyloidose. Indikationen für eine Lebertransplantation sind zum Beispiel Zirrhosen ausgelöst durch Hepatitis B/C oder durch Fettleibigkeit (Fettleber).

Tritt im Rahmen von Unfällen ein Lebertrauma auf, kann auch hier eine Transplantation nötig werden. Zu einem akuten Leberversagen kann es in Folge einer schweren Intoxikation kommen. Darüber hinaus können Gifte wie die des Knollenblätterpilzes bzw. Medikamente wie Paracetamol die Leber schädigen. Ein weiteres Anwendungsgebiet der Lebertransplantation sind maligne Erkrankungen wie etwa hepatozelluläre Karzinome oder Hepatoblastome.

Infogramm zur Anatomie und Aufbau der Leber. Klicken, um zu vergrößern.

Ist eine Lebertransplantation notwendig, wird am häufigsten die orthotope Lebertransplantation durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren bei dem die gesamte Leber des Patienten entnommen wird und die Leber eines Verstorbenen eingesetzt wird.

Damit die Leber nach der Transplantation funktionieren kann, müssen die Chirurgen die Blutgefäße des Patienten mit denen des Transplantats verbinden. Ist es den Ärzten möglich den Blutfluss wieder herzustellen, wird die transplantierte Leber mit Sauerstoff versorgt und kann ihre Funktion aufnehmen.

Im letzten Schritt wird der Gallengang des Patienten noch mit dem Gallengang des Empfängerorgans verbunden und der Bauch wird verschlossen. Eingesetzte Drainagen sorgen dafür, dass Wundsekret abfließen kann. Eine orthotope Lebertransplantation dauert mehrere Stunden. Ist die Operation gut verlaufen, muss der Patient für einige Wochen im Krankenhaus bleiben.

Neben einer orthotopen Lebertransplantation ist auch eine Lebendspende möglich. Dabei wird einem Familienangehörigen oder Bekannten des Patienten ein Teil der Leber entnommen. Danach wird die Leber des Patienten entfernt und der Teil des Spenders eingesetzt. Der entnommene Teil der Leber des Spenders wächst nach einigen Wochen wieder nach.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Lebertransplantation birgt viele Gefahren und Risiken und wie bei jeder Operation kann der Patient dabei sogar sterben. Das Operationsrisiko ist umso höher, je weiter die Lebererkrankung fortgeschritten ist.

Da die Vorteile und Risken einer Lebertransplantation sehr individuell sind, ist eine genaue Aufklärung des Patienten vor dem Eingriff von größter Bedeutung. Bereits die Vollnarkose birgt Risiken. Nicht selten kommt es nach dem Aufwachen zu postoperativer Übelkeit und Erbrechen. Auch allergische Reaktionen auf die gegebenen Medikamente können nicht ausgeschlossen werden. Grundsätzlich sind Vollnarkosen jedoch nicht übermäßig gefährlich.

Ein erheblich größeres Risiko stellt die mögliche Abstoßung des Spenderorgans dar. Um eine Abstoßung zu verhindern, müssen Immunsuppressiva verabreicht werden, welche das Immunsystem des Patienten unterdrücken. Diese medikamentöse Therapie muss über einen langen Zeitraum bzw. lebenslänglich durchgeführt werden. Mögliche Nebenwirkungen der Immunsuppression sind Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen und Magenprobleme bis hin zu Magengeschwüren.

Zusätzlich besteht ein erhöhtes Osteoporoserisiko und die Nierenfunktion kann eingeschränkt sein. Durch die starke Immunsuppression weisen die Patienten nach der Transplantation ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko auf. Dieses Risiko besteht jedoch in diesem Ausmaß nur in der ersten Zeit nach der Transplantation, da danach die Medikamentendosis deutlich erniedrigt werden kann.

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