Peroneuslähmung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Juni 2017Geprüfte Qualität
Sie sind hier: Symptomat.deKrankheiten Peroneuslähmung

Bei der Peroneuslähmung wird der Wadenbeinnerv geschädigt. Die Parese zählt zu den Nervenkompressionssyndromen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Peroneuslähmung?

Peroneuslähmung auch die Bezeichnung Peroneusparese. Gemeint ist damit eine Schädigung des gemeinsamen Wadenbeinnervs (Nervus peroneus communis). Die Lähmung wird zu den Nervenkompressionssyndromen gerechnet, die verhältnismäßig häufig auftreten. Es können sowohl einzelne Anteile des Nervs als auch der komplette Nerv betroffen sein.

Bemerkbar macht sich die Schädigung des Wadenbeinnervs durch eine Lähmung der Muskeln, die für das aktive Anheben und Beugen von Fuß und Zehen verantwortlich sind. Der Nervus peroneus communis, auch Nervus fibularis communis genannt, bildet einen von zwei Hauptästen des Ischiasnervs (Nervus ischiadus). Er verfügt über sensible und motorische Anteile.

Der zweite Hauptast wird vom Schienbeinnerv (Nervus tibialis) gebildet, der ebenfalls mit sensiblen und motorischen Anteilen ausgestattet ist. Der Nervus peroneus communis zieht seitlich am Knie entlang und geht dabei in hinterer Richtung am Wadenbeinkopf vorbei. Anschließend teilt er sich auf in den Nervus fibularis profundus sowie den Nervus fibularis superficialis. Die Hauptfunktion des Wadenbeinnervs besteht im Steuern der Unterschenkelstreckmuskulatur.

Dabei sorgt er für das Ziehen des Fußes innerhalb des oberen Sprunggelenks in die obere Richtung sowie für die äußeren Fußdrehungen. Gleichzeitig ist der Nerv auch für die Dorsalextension der Fußzehen zuständig. Hinter dem Fibulaköpfchen gilt der Nervus peroneus communis als verletzungsgefährdet, da sein Verlauf in diesem Bereich dicht an der Oberfläche liegt.

Ursachen

Hervorgerufen wird eine Peroneuslähmung durch mechanischen Druck in der Region des Fibulaköpfchens, was auf die empfindliche Lage des Wadenbeinnervs an dieser Stelle zurückzuführen ist. Als besonders gefährdet gelten Menschen, die nur über geringes Fett- und Muskelgewebe verfügen. Nicht selten entsteht die Peroneuslähmung durch ärztliche Interventionen.

Dazu gehört zum Beispiel ein Gipsverband, der zu eng angelegt wurde. Der sich dadurch verstärkende äußere Druck bewirkt eine Schädigung des Nervus peroneus communis, der in seiner Ausdehnung eingeschränkt wird. Aber auch im Rahmen von chirurgischen Eingriffen kann der Wadenbeinnerv in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wegen der empfindlichen Position des Nervs wird er häufig Opfer von Verletzungen wie einer Fibulaköpfchenfraktur. Im Falle einer falschen Lagerung bei Bettlägerigkeit kann es zu einer Lähmung des Wadenbeinnervs kommen. Gleiches gilt für Arbeitstätigkeiten wie Fliesenlegen oder das ständige Übereinanderschlagen der Beine.

In seltenen Fällen sind auch Aneurysmen in der Kniekehle, ein Überbein (Ganglion) am Tibiofibulargelenk oder eine Baker-Zyste für eine Peroneusparese verantwortlich. Als weitere denkbare Indikationen kommen Bandscheibenvorfälle sowie Durchblutungsstörungen aufgrund eines akuten Verschlusses der Beinarterie in Betracht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei einer Peroneuslähmung leidet der Patient in der Regel unter Schwierigkeiten beim Gehen sowie unter Fehlstellungen des betroffenen Fußes. Wird der tiefe Ast des Wadenbeinnervs, der Nervus fibularis, geschädigt, hat dies Störungen des Streckvorgangs zur Folge. Mediziner sprechen dann von einer Fußheberschwäche oder einem Spitzfuß, die einen Stepper- oder Storchengang herbeiführen.

Dabei zieht der Betroffene sein Knie ungewöhnlich hoch, um die Zehen nicht auf dem Boden entlang schleifen zu lassen. Liegt eine Beeinträchtigung des Nervus fibularis superficialis vor, lässt sich der seitliche Fußrand nicht mehr aktiv anheben, was auf eine Störung der Einwärtsdrehung zurückzuführen ist.

Beide Erscheinungen treten mitunter auch kombiniert auf, was davon abhängt, auf welcher Höhe sich die Nervenschädigung befindet. Weitere mögliche Beschwerden bei einer Peroneusparese sind Sensibilitätsstörungen, die sich am Fußrücken, dem seitlichen Fußrand oder der Vorderseite des Unterschenkels zeigen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht Verdacht auf eine Peroneuslähmung, befasst sich der Arzt zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten und befragt ihn nach möglichen vorangegangenen Verletzungen oder Vorerkrankungen. Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch, bei der er die Achillessehnenreflexe sowie die Peroneusreflexe einem Test unterzieht.

Während der Achillessehnenreflex bei einer Peroneusparese vollständig funktioniert, erweist sich der Peroneusreflex als abgeschwächt. Eine weitere Diagnosemöglichkeit stellt die Elektroneurographie dar. Dabei misst der Arzt, wie rasch ein Impuls zwischen zwei Elektroden vom Nerv weitergegeben wird. Durch das Verfahren lässt sich die genaue Position der Nervenschädigung feststellen.

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Differentialdiagnose. So gilt es, ein L5-Syndrom auszuschließen, da Bandscheibenvorfälle die 5. Nervenwurzel abquetschen können, wodurch es zu Ausfallerscheinungen und Taubheitsgefühlen im Fuß kommt. Allerdings treten beim L5-Syndrom im Unterschied zur Peroneuslähmung meist Schmerzen auf.

In den meisten Fällen nimmt die Peroneusparese einen positiven Verlauf. Vor allem bei Druckschädigungen werden die Heilungsaussichten als gut eingeschätzt. Dazu muss der Patient jedoch rasch einen Arzt aufsuchen, wenn er Beschwerden verspürt, da dies die Erfolgsaussichten verbessert.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Peroneuslähmung hängt davon ab, wie schwer die Nervenschädigung ausfällt. Sämtliche auslösenden Faktoren wie beispielsweise das Übereinanderschlagen der Beine, müssen abgestellt werden. Die Therapie der Parese findet in der Regel konservativ statt. Im Rahmen einer Physiotherapie lassen sich die Muskeln wieder aufbauen.

Mitunter wird auch eine spezielle Peroneusfeder eingesetzt, bei der es sich um ein dynamisches Fußhebersystem handelt, welches dem Patienten ein leichteres Laufen ermöglicht. Führt die konservative Therapie nicht zu einer Besserung, erfolgt zur Entlastung des Fibulaköpfchens meist eine Operation. Wird die Peroneusparese von einer Grunderkrankung wie einem Tumor oder einer Baker-Zyste verursacht, gilt es, diese zunächst zu behandeln, wodurch meist eine Besserung der Lähmung erreicht werden kann.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Einer Peroneuslähmung vorzubeugen ist nicht einfach. So müssen auslösende Verletzungen am Wadenbeinnerv vermieden werden.

Bücher über Wadenkrämpfe & Wadenschmerzen

Bücher über Lähmung

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Peroneuslähmung?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: