L5-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 30. Mai 2017Geprüfte Qualität
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Das L5-Syndrom entsteht durch eine Irritation beziehungsweise Kompression der Nervenwurzel L5 aufgrund verschiedener Ursachen. Schmerzen, Sensibilitätsstörungen oder Paresen sind die Folge. Eine rasche Diagnosestellung mit anschließender konservativer oder operativer Behandlung ist unabdingbar, um eine Verschlimmerung der Symptomatik oder Folgeschäden zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das L5-Syndrom?

Das L5-Syndrom zählt zu den sogenannten Wurzelkompressionssyndromen. Es entsteht durch die Irritation oder Schädigung der Nervenwurzel L5, welche zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem ersten Kreuzwirbel aus dem Spinalkanal austritt.

Schmerzen, Sensibilitätsausfälle und im schlimmsten Fall Paresen sind die Folge. Das L5-Syndrom macht gemeinsam mit dem S1-Syndrom etwa 95 Prozent aller Rücken-Bein-Schmerzen durch Bandscheibenvorfälle an der Lendenwirbelsäule aus.

Ursachen

Die Ursache des L5-Syndroms liegt in den meisten Fällen in einem Bandscheibenvorfall. Sowohl die Vorwölbung des Gallertkerns als auch dessen Austritt aus dem Faserring führen zu einer Schädigung oder Irritation der Nervenwurzel. Auch gutartige sowie bösartige Tumore oder raumfordernde Zysten können Druck auf die Nervenwurzel ausüben und die Symptomatik verursachen.

Eine weitere Ursache kann in einer Spinalkanalstenose liegen. Diese entsteht beispielsweise durch eine Verschmälerung des Gelenksspalts oder durch pathologische Veränderungen der Wirbelkörper und dadurch bedingte Knochenvorsprünge, die in den Spinalkanal ragen und die Nervenwurzel beengen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Welche Ursache dem L5-Syndrom auch zugrunde liegt, die Symptomatik äußert sich stets auf dieselbe Weise. Es treten Schmerzen im betreffenden Dermatom, also jenem Gebiet, das von einem bestimmten Nerv versorgt wird, auf. Im Falle der Nervenwurzel L5 handelt es sich um den Bereich am hinteren Oberschenkel, am äußeren Knie sowie am vorderen und seitlichen Unterschenkel.

Der Fußrücken sowie die Großzehen sind ebenfalls betroffen. Ist ein Tumor die Ursache für die Symptome, tritt der Schmerz vor allem in Ruhe auf. Im Gegensatz dazu kommt es meist zu einem Belastungsschmerz, wenn der Auslöser ein Bandscheibenvorfall ist. Eine Druckerhöhung innerhalb des Spinalkanals, wie sie unter anderem beim Husten oder Niesen auftritt, verstärkt das Schmerzempfinden.

Abgesehen von Schmerzen kann es zu sensiblen Störungen im Dermatom kommen. Fällt die Schädigung umfangreicher aus, können nicht nur die sensiblen, sondern auch die motorischen Nervenfasern betroffen sein. In diesem Fall treten nicht nur Gefühlsstörungen, sondern auch Lähmungen auf. Die Einschränkung im Hüftgelenk sowie eine Fußheberschwäche setzen die Beweglichkeit des Beins stark herab und erschweren ein physiologisches Gangbild.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnostik des L5-Syndroms erfolgt zuerst durch ein anamnestisches Gespräch sowie eine neurologische Untersuchung. Hierbei wird auf Schmerz, Sensibilität, motorische Ausfälle und abgeschwächte oder fehlende Reflexe geachtet. Die Symptome werden stets im Seitenvergleich betrachtet.

Zur genauen Diagnosestellung werden Röntgen oder Magnetresonanztomographie der Lendenwirbelsäule als bildgebende Verfahren durchgeführt. Als Differentialdiagnose ist eine Peronaeusparese in Betracht zu ziehen. Hierbei liegt ebenfalls eine Fußheberschwäche vor, allerdings kommt es zu keiner Beteiligung der Gesäß- beziehungsweise Hüftmuskulatur.

Liegt die Ursache der Nervenwurzelkompression in einem Bandscheibenvorfall, ist eine exakte Prognose schwierig. Bei jüngeren Patienten wechseln üblicherweise akute und schmerzfreie Phasen, während ältere Personen eher zu chronischen Schmerzen neigen.

Unter medizinischer beziehungsweise therapeutischer Behandlung bessern sich die Symptome im Normalfall innerhalb weniger Wochen, wobei ein neuerlicher Vorfall nicht ausgeschlossen werden kann. Wie schnell die Genesung voranschreitet, hängt stark vom Ausmaß der Schädigung sowie den neurologischen Ausfällen ab. Darüber hinaus ist die Eigenmotivation des Patienten ein wichtiger Faktor für die Besserung der Symptomatik.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung erfolgt je nach Ursache. Hat sich an der Lendenwirbelsäule ein Tumor gebildet, ist auf jeden Fall eine Operation indiziert. Auch Knochenvorsprünge, welche in den Spinalkanal ragen, können operativ entfernt werden. Dahingegen wird bei einem Bandscheibenvorfall immer zuerst auf konservative Behandlungsmethoden zurückgegriffen.

Medikamente lindern die Schmerzen und normalisieren den Tonus der Rückenmuskulatur, welche schmerzbedingt oft verspannt oder verkrampft sind. Auch die Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation (TENS) mindert die Schmerzen durch kontrollierte Entspannung der Muskulatur. Wärmeanwendungen oder Massagen erzielen auf schonende Weise denselben Effekt.

Verursacht der Bandscheibenvorfall allerdings motorische Ausfälle, ist eine sofortige Operation unumgänglich, um Folgeschäden zu vermeiden. Hierbei wird eine Nervenwurzeldekompression durch die Entfernung des geschädigten Bandscheibengewebes erzielt. Bei Bedarf kann eine Prothese als Ersatz der Bandscheibe eingesetzt werden.

Grundsätzlich gilt, dass keine der Behandlungsmaßnahmen zu lange fortgeführt werden sollte, wenn sich keine Besserung zeigt. Nach einem Zeitraum von etwa vier Wochen kommt es durch die schmerzbedingte, permanente Schonhaltung und diverse Ausweichbewegungen zur Verkürzung der betroffenen Muskulatur sowie zur Schrumpfung der Gelenkskapseln. Dies kann in einer Chronifizierung der Schmerzen resultieren und im Extremfall zu einer Verformung oder Instabilität der Lendenwirbelsäule führen.

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Vorbeugung

Je nach Ursache eines möglichen L5-Syndroms können gewisse Maßnahmen zur Vorbeugung getroffen werden. Regelmäßige und abwechslungsreiche sportliche Betätigung stärkt die Rumpfmuskulatur und verleiht der Wirbelsäule die nötige Stabilität. Darüber hinaus werden die Bandscheiben durch die kontinuierliche Be- und Entlastung genährt und flexibel gehalten.

Übergewicht begünstigt Bandscheibenvorfälle oder degenerative Prozesse der Wirbelsäule und sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Vor allem bei sitzenden Tätigkeiten wirkt sich eine aufrechte beziehungsweise dynamische Haltung positiv auf die Wirbelsäule aus.

Auch beim Heben und Tragen von schweren Gegenständen ist auf eine korrekte Haltung des Rückens zu achten, um zu starken Druck auf die Lendenwirbelsäule zu verhindern. Die korrekte Ausführung dieser Bewegungen kann in verschiedenen Kursen erlernt werden.

Bücher über Bandscheibenvorfall

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010

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