Pankreastumor

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Ein Pankreastumor kann gut-, aber auch bösartig sein, wobei der Großteil aller diagnostizierten Tumore im Bereich der Pankreas bösartig ist. Während gutartige Tumore relativ unkompliziert entfernt werden können, sind bösartige Tumore bzw. Pankreaskarzinome für ihre enorme Aggressivität bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Pankreastumor?

Unter einem Pankreastumor bezeichnet der Mediziner Tumore, die sich in der Pankreas - Bauchspeicheldrüse - gebildet haben. Der Großteil der entstandenen Tumore ist bösartig; in weiterer Folge befällt der Tumor den Bereich der Bauchspeicheldrüse, welcher die Verdauungsenzyme produziert. Dabei sind vorwiegend die Gänge, welche innerhalb des Organs liegen, betroffen.

Ursachen

Die Bauchspeicheldrüsenzellen, die für die Produktion von Verdauungssaft zuständig sind, beginnen unkontrolliert zu wachsen. In weiterer Folge entsteht ein Pankreastumor. Auch wenn es gut- und bösartige Tumore gibt, treten vermehrt bösartige Tumore (Pankreaskarzinom) auf. Bösartige Tumore sind äußerst aggressiv und wachsen und vermehren sich unheimlich schnell.

Charakteristisch ist die Bildung von Metastasen, welche in weiterer Folge auch andere Organe (wie etwa die Lunge oder Leber) befallen. Auch wenn die Entstehung eines Pankreastumors bekannt ist, haben die Ärzte noch keine genaue Ursache gefunden, aus welchem Grund das Wachstum der Bauchspeicheldrüsenzellen entartet und sich ein Pankreastumor bildet. Mitunter handelt es sich aber um genetische Veränderungen, die dafür sorgen, dass gesunde Bauchspeicheldrüsenzellen in Tumorzellen verwandelt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Charakteristisch für den Pankreastumor ist eine zunehmende Ikterus (Gelbsucht); jene tritt zwar im Regelfall erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf, gilt aber als klassisches Leitsymptom der Tumorerkrankung. Die Patienten klagen des Weiteren über Bauchschmerzen, die in weiterer Folge in den Rücken ausstrahlen.

Auch Schmerzen, welche als dumpf beschrieben werden und vorwiegend während den Nachtstunden auftreten, sind typisch für Pankreastumore. Auch eine prall gefüllte Gallenblase (sogenanntes Courvoisier-Zeichen) ist ein Anzeichen, dass sich ein Pankreastumor gebildet hat. Da der Pankreastumor die inneren Gänge der Pankreas blockiert, werden in weiterer Folge die Drüsen in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Sodass die Patienten auch unter Verdauungsbeschwerden leiden; eine schnelle Gewichtsabnahme ist die Folge. In etwa zehn Prozent aller Fälle tritt mitunter Diabetes auf. Auch veränderte Hautpigmentierungen und Thrombosen können erste Anzeichen für einen Pankreastumor sein. Im fortgeschrittenen Stadium sind des Weiteren Lebervergrößerungen und auch Funktionsstörungen der Leber möglich; eine hochgradige Abmagerung und Bauchwassersucht treten im Endstadium auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Mediziner führt zu Beginn eine Ultraschalluntersuchung durch. Mittels Ultraschall ist es möglich, dass etwaige andere Krankheiten im Vorfeld ausgeschlossen werden können, die ebenfalls Bauchschmerzen oder eine Gelbsucht auslösen können. Mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie oder Computertomographie kann der Mediziner etwaige Tumore erkennen, die sich in der Pankreas gebildet haben.

In wenigen Fällen können auch eine Magenspiegelung und eine Röntgendarstellung der inneren Gänge der Pankreas notwendig sein, damit eine sichere Diagnose gestellt werden kann. Auf Grund verbesserter Operationstechniken kann heute von einer besseren Heilungsrate gesprochen werden. Während gutartige Tumore einfach und unkompliziert entfernt werden können, sind vor allem bösartige Tumore extrem schwer zu behandeln.

So weist das Pankreaskarzinom die schlechteste Prognose aller bislang bekannten Karzinome auf. Die sogenannte fünf-Jahres-Überlebensrate liegt gerade einmal bei höchstens 30 Prozent; gerade einmal 20 Prozent aller Tumore können, nachdem der Mediziner die Diagnose gestellt hat, noch operativ entfernt werden. In rund 80 Prozent aller Fälle kehrt der Tumor - innerhalb von 24 Monaten - wieder zurück; nur in sehr wenigen Fällen ist eine zweite Operation möglich.

Komplikationen

Bei einem Pankreastumor besteht ein erhöhtes Risiko von Komplikationen, was besonders für bösartige Tumore gilt. Weil sich der Tumor zumeist anatomisch in der Nähe des Gallenabflusses befindet, kann es zu einem Stau der Galle kommen, der sich bis zur Gallenblase erstreckt. Infolgedessen droht wiederum eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis). Ebenso möglich ist die Entstehung eines Abszesses in der Leber.

Breitet sich die Gallenblasenentzündung über den ganzen Körper aus, kann sich daraus eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln. Diese hat ohne eine rasche medizinische Behandlung oftmals den Tod des Patienten zur Folge. Mitunter löst ein Pankreastumor eine Blockade des Darms aus. Die Darmblockade kann ihrerseits Beeinträchtigungen des Stoffwechsels oder Verstopfung nach sich ziehen.

Weil außerdem die Blutversorgung reduziert wird, besteht die Gefahr, dass sich der betroffene Abschnitt des Darms entzündet und abstirbt. Ein bösartiger Pankreastumor führt nicht selten zu Stoffwechselstörungen. So lassen sich durch ihn nicht mehr genügend Hormone und Enzyme herstellen. Auch das Entstehen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist im weiteren Verlauf der Krebserkrankung möglich.

Zu Komplikationen kann es außerdem mit Hilfe einer operativen Behandlung des Pankreastumors kommen. So gelten die unterschiedlichen Eingriffe als schwerwiegend und umfangreich. Denkbare Folgeerscheinungen sind Verletzungen von angrenzenden Organen und Körperstrukturen. Dazu zählen vor allem Blutgefäße wie die Hauptschlagader (Aorta) oder die Nerven. Nicht selten zeigen sich auch stärkere Blutungen oder Nachblutungen.

Therapie & Behandlung

Vier von fünf Karzinomen können, wenn der Mediziner die Diagnose stellt, nicht mehr operativ behandelt werden, da sich die Patienten bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Selbst dann, wenn nur vereinzelte Metastasen in der Leber diagnostiziert wurden, führt die Operation zu keiner Heilung. Hat der Tumor aber weder Fernmetastasen verursacht oder größere Arterien infiltriert, ist eine Komplettentfernung des Tumors möglich.

Liegt jedoch eine Infiltration der Venen vor, wird ein Eingriff ebenfalls unmöglich gemacht. Im Rahmen der Operation entfernt der Mediziner auch die Lymphknoten - selbst dann, wenn jene nicht betroffen sind. Auch wenn diese Variante umstritten ist, entscheiden sich immer mehr Mediziner für die Entfernung der noch gesunden Lymphknoten.

Im Rahmen des operativen Eingriffs versucht der Mediziner nicht das gesamte Organ zu entfernen, sodass noch eine Verbindung mit dem Darm möglich ist. Je nach Lokalisation entscheidet sich der Mediziner für eine rechtseitige (Duodenopankreatektomie), linksseitige (Pankreasschwanzresektion) oder mittlere Teilresektion der Pankreas. Bei der linksseitigen Teilresektion wird in fast allen Fällen auch die Milz entfernt.

Mitunter kann auch eine Totalresektion - die vollständige Entfernung der Bauchspeicheldrüse - die letzte Heilungschance für den Patienten darstellen. Danach werden der Gallengang und der Magen mit dem Darm verbunden. Dafür werden hochgezogene Dünndarmschlingen verwendet, welche spannungsfrei an den Magen „angeschlossen“ werden.

Handelt es sich aber um einen unheilbaren Tumor, entscheidet sich der Mediziner für die Chemotherapie. Die Chemotherapie kann zudem aber auch nach Operationen oder auch vor operativen Eingriffen (wenn der Tumor zu groß ist und verkleinert werden soll) als sinnvoll erachtet werden.

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Vorbeugung

Da bislang keine Ursachen bekannt sind, aus welchem Grund die Bauchspeicheldrüsenzellen entarten und zu Krebszellen mutieren, ist bislang auch nicht bekannt, welche vorbeugenden Maßnahmen eine etwaige Tumorbildung aufhalten beziehungsweise verhindern könnten.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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