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Nosokomiale Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Nosokomiale Infektion

Um zu verstehen, was eine nosokomiale Infektion bedeutet, muss sich der Laie zuerst die Wortbedeutung aus dem Altgriechischen vor Augen führen. "Nosos" heißt dabei "Krankheit" und "komein" bedeutet "Pflegen" und das Wort "Nosokomeion" steht für die altgriechischen Räumlichkeiten von Heilstätten. Eine nosokomiale Infektion bedeutet also nichts anderes als eine Krankenhausinfektion.

Inhaltsverzeichnis

Definition nosokomiale Infektion

Nosokomiale Infektionen stellen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein zunehmendes Problem dar und machen einen Großteil aller schwerwiegenden Komplikationen dort aus.

Die Qualität der pflegerischen und medizinischen Versorgung für den Patienten leidet stark unter der Zunahme von nosokomialen Infektionen und die Liegezeit der Patienten verlängert sich im Durchschnitt um bis zu vier Tage, was zu großen finanziellen Einbußen in den Kliniken führt, die nach "Fallpauschalen" abrechnen müssen.

In Deutschland sterben jedes Jahr schätzungsweise 20.000 Menschen an nosokomialen Infektionen und weitere 500.000 Menschen infizieren sich mit Erregern, die zu einem großen Teil bereits gegen viele gängige Antibiotika resistent sind. Dazu gehören multiresistente Staphylococcus aureus- oder besonders schwer behandelbare E.coli- und Klebsiella-Stämme.

Ursachen für Nosokomiale Infektion

Obwohl in Deutschland das Infektionsschutzgesetz vorsieht, dass Krankenhäuser, Dialyseeinrichtungen, Arztpraxen und Tageskliniken nach den neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen eine nosokomiale Infektion zu verhüten haben, wird dies nicht zwingend überprüft.

Es existieren für diesen Zweck Leitlinien der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention vom Robert-Koch-Institut, sowie Empfehlungen für Resistenzen und Therapien, die von Krankenhäusern beachtet werden müssen, um die Verteilung von resistenten Krankheitserregern durch eine nosokomiale Infektion zu verhindern.

Die Verbreitung von Krankenhauskeimen erfolgt in vielen Fällen durch menschlichen Kontakt, weswegen die Händedesinfektion beim Betreten und Verlassen des Raums zwingend ist. Auch die qualifizierte Reinigung und Desinfektion aller Räumlichkeiten ist unbedingt notwendig, besonders im OP-Bereich, um eine nosokomiale Infektion zu vermeiden.

Typische Symptome und Anzeichen bei nosokomialer Infektion

Diagnose und Verlauf bei Nosokomialer Infektion

Eine nosokomiale Infektion löst die unterschiedlichsten Krankheitsbilder aus. Auf Intensivstationen fällt besonders die sogenannte "Beatmungs-assoziierte Pneumonie" auf, an der in Deutschland jährlich 30.000 Menschen auf Intensivpflegestationen erkranken.

Eine weitere nosokomiale Infektion ist die "Katheter-assoziierte Harnwegsinfektion". Statistisch gesehen ist dies wohl die häufigste nosokomiale Infektion überhaupt. Eine gefürchtete Komplikation von solchen Harnwegsinfektionen ist eine Generalisierung der Keime von den Harnwegen in den ganzen Körper, was zu einer Sepsis, beziehungsweise einem septischen Schock führen kann.

Eine weitere Möglichkeit, sich eine nosokomiale Infektion zuzuziehen, sind Venenkatheter, die bei vielen Patienten jedoch unabdingbar sind — sei es für eine parenterale Nährstoffzufuhr oder die Gabe von Medikamenten. Sehr häufig anzutreffen sind auch Wundinfektionen, die nach Operationen auftreten, weil Keime in die ungeschützte Stelle eindringen.

Behandlung von Nosokomialer Infektion

Um eine nosokomiale Infektion effektiv mit den richtigen Antibiotika behandeln zu können, sind mikrobiologische Untersuchungen unabdingbar. Hierfür werden die geeigneten Proben entnommen, auf Nährmedien aufgebracht und auf die Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika untersucht.

Die nosokomiale Infektion wird nach dem sogenannten "Antibiogramm" behandelt, wobei in dringenden Fällen bereits vorbeugend Antibiotikakombinationen verabreicht werden. Beim Verdacht auf eine Lungenentzündung spült der Arzt die Lunge mit Kochsalzlösung aus und saugt das gewonnene Sekret wieder ab, er gewinnt damit die sogenannte "Bronchiallavage", in der sich im positiven Falle die krankheitsauslösenden Bakterien befinden.

Um Harnwegsinfektionen festzustellen, bedarf es einer Urinprobe, die sofort auf einen Nährboden aufgebracht und bebrütet wird. "Katheter-assoziierte Veneninfektionen" können schnell zu einer Sepsis führen, die mittels einer "Blutkultur" nachweisbar ist.

Besonders gefährlich ist hier eine nosokomiale Infektion mit Candida Species oder Staphylococcus aureus, die eine hohe Letalität zur Folge hat. Die typische Wundinfektion nach Operationen lässt sich mit einem Abstrich von der betreffenden Stelle nachweisen, besonders oft siedeln hier Staphylococcus aureus und die multiresistenten Vertreter dieser Art.

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Vorbeugung von Nosokomialer Infektion

Da es nicht die eine nosokomiale Infektion gibt, wird jedem Krankheitsbild speziell vorgebeugt. Die "Beatmungs-assoziierte Pneumonie" erfordert eine strenge Händehygiene vor jeder Tätigkeit am Beatmungssystem sowie eine halbaufrechte Liegeposition des Patienten im 30°-Winkel.

Da bei Venenkathetern oft eine außenseitige Kolonisation der Katheterspitze die nosokomiale Infektion auslöst, gibt es Katheter, die mit Antibiotika imprägniert sind. Eine nosokomiale Infektion der Harnwege entsteht manchmal gar nicht erst, wenn statt einer Langzeiturinableitung Einmalkatheter verwendet werden. Ziel ist es, nosokomiale Infektionen wie in den Niederlanden so weit wie möglich auch in Deutschland zurückzudrängen und ein besseres Verständnis für Hygiene beim Krankenhauspersonal zu schaffen.

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