Milzbrand

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Milzbrand bzw. Anthrax ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit. Normalerweise tritt sie nur sehr selten beim Menschen auf. Sie ist eher bei Huftieren zu finden, die aber bei engem Kontakt mit dem Meneschen die Milzbrand-Erreger übertragen können. Am häufigsten kommt beim Menschen der Hautmilzbrand vor. Leider gibt es auch bilogische Kampfstoffe die auf dem Milzbranderreger beruhen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Milzbrand

Bei Milzbrand, auch Anthraxgenannt, handelt es sich um eine Bakterien bedingte Infektionskrankheit. Diese tritt vor allem bei pflanzenfressenden Tieren auf und kann durch intensiven Kontakt mit diesen auch den Menschen infizieren. Der Begriff Milzbrand geht dabei auf die vergrößerte und "verbrannt" aussehende Milz zurück.

Zu finden ist Milzbrand vor allem in wärmeren Ländern. Wobei vermehrt Huftiere wie zum Beispiel Pferde, Ziegen, Rinder, Schweine und Schafe betroffen sind. Dies ist auch der Grund warum vor allem Menschen, welche mit diesen Tieren oder ihren Produkten in Berührung kommen, gefährdet sind. In Deutschland kam es in den letzten Jahren jedoch sehr selten Fällen von Milzbrand.

Ursachen

Als Ursache für Milzbrand gilt die Infektion mit einem Bakterium namens Bacillus anthracis. Dieses Bakterium bildet Sporen und reduziert auf diese Art und Weise seine Lebensfunktionen auf ein Minimum, was ihm wiederum die Möglichkeit gibt über Jahre hinweg zu überleben. Zudem besitzt der Erreger eine spezielle Eiweißkapsel, welche ihm ermöglicht den tierischen und menschlichen Abwehrmechanismen zu entgehen. Obendrein bildet das Bakterium selbst bei seiner Vernichtung Giftstoffe, welche dann an den Organismus weitergegeben werden.

Diese Giftstoffe fügen den Blutgefäßen Schaden zu und machen sie für rote Blutkörperchen passierbar. Was zur Folge hat, dass des im Organismus von Mensch oder Tier zu einer Entzündung und Blutungen kommt. Folglich kommt es zu einer Schwellung des betroffenen Gewebes, welches bevorzugt Haut, Lunge oder Darm ist.

Die Übertragung des Milzbrandes kann auf verschiedene Weisen passieren. Meist werden kleinere Hautverletzungen direkt mit Milzbrandsporen infiziert,so dass es zu Hautmilzbrand kommt. Seltener hingegen ist der Lungenmilzbrand, bei dem sich der Mensch über die Atemwege und das damit verbundene Einatmen von Sporen infiziert. Der Milzbrand des Darmes ist ebenfalls eher selten und wird durch rohes Fleisch oder unbehandelte frische Milch übertragen.

Symptome

Krankheitsverlauf

Der Verlauf des Milzbrandes kommt ganz auf die Form des Milzbrandes an. So enden Darm- und Lungenmilzbrand bei verspäteter oder gar keine Behandlung nach maximal drei Tagen mit dem Tod. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich infolge des Milzbrandes, und dabei ist die Art egal, eine Blutvergiftung entsteht. Diese kann sich unter anderen mit Fieber, Hautblutungen, Milzvergrößerung oder Kreislaufschock äußern. Bei etwa 20 Prozent führt dies ohne Behandlung zum Tod. Bei rechtzeitiger Antbiotikatherapie wird die Sterberate bei Milzbrand allerdings extrem minimiert.

Komplikationen

Abhängig von seiner Form, kann Milzbrand eine Reihe schwerer Komplikationen der Lungen, der Haut und des Darms hervorrufen. Beim Lungen-Milzbrand kommt es zunächst zu bronchitis-artigen Symptomen wie Bluthusten, Erbrechen und Schüttelfrost. Dadurch kann es zu schweren Beeinträchtigungen der Atmung kommen, die häufig in akuter Atemnot und Ersticken resultieren.

Im Verlauf von Haut-Milzbrand treten Hautschädigungen wie Ekzeme und Ödeme auf, die sich entzünden können. Die Lymphgefäße und die Lymphknoten können sich im Verlauf der Erkrankung entzünden und anschwellen, verbunden mit einer erhöhten Infektanfälligkeit und einem intensiven Krankheitsgefühl. Darm-Milzbrand kann in eine Bauchfellentzündung übergehen und in der Folge einen Darmdurchbruch, Sepsis und andere Komplikationen hervorrufen.

Begleitend dazu treten Darmblutungen und Durchfall auf und verursachen Infektionen und Austrocknung. Selten kann sich aus einer Milzbrand-Infektion eine schwere Hirnhautentzündung entwickeln. Bei der Milzbrand-Therapie rufen die verordneten Anti-Körper-Medikamente mitunter schwere Nebenwirkungen hervor.

So kann das häufig eingesetzte Präparat Ciprobay unter anderem allergische Reaktionen, Krampfanfälle, Angstzustände und Depressionen auslösen. Chirurgische Eingriffe sind mit einem hohen Sepsis-Risiko verbunden. Außerdem kann es zu Nachblutungen, überschießender Narbenbildung und schweren Empfindungsstörungen kommen.

Behandlung & Therapie

Bei Milzbrand muss eine frühe medikamentöse Behandlung mit Antibiotika erfolgen. Selbst im Verdachtsfall sollte dies vorbeugend geschehen und eine Dauer von 60 Tagen haben. Im Fall von Hautmilzbrand sollte die Behandlung mit Penicillin erfolgen. Bei Darm- und Lungenmilzbrand hingegen müssen Doxycyclin oder Ciprofloxacin eingesetzt werden. Zudem müssen die speziellen Beschwerden durch Schmerzmittel behandelt und die betroffenen Teile des Körpers ruhig gestellt werden.

Allerdings sind jegliche chirurgische Eingriffe im Fall von Hautmilzbrand verboten, da das Blutvergiftungsrisiko in diesem Fall einfach viel zu hoch wäre. Obendrein sollte eine Isolation der Betroffenen erfolgen. Jedoch müssen auch Personen behandelt werden, welche zwar mit Milzbrand in Berührung kamen aber bis dahin noch nicht erkrankt sind. In diesem Fall erfolgt der Einsatz mit Antibiotika gekoppelt mit einem Impfstoff gegen Milzbrand.

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Das können Sie selbst tun

Patienten, die an Milzbrand leiden, müssen sich in erster Linie schonen. In den ersten Tagen gelten strenge Bettruhe und Stressvermeidung. Im Hinblick auf die Ernährung empfiehlt sich: Viel trinken und Lebensmittel essen, die das Immunsystem stärken. Neben Klassikern wie Zwieback und Fleischbrühe helfen auch Obst und Gemüse sowie heißer Kamillen- oder Ingwertee.

Daneben muss den jeweiligen Symptomen gezielt entgegengewirkt werden. Bei Fieber helfen kalte Wickel, während Husten und Atemnot durch das Inhalieren einer Kochsalzlösung gelindert werden können. Bei Schüttelfrost wird am besten ein heißes Bad genommen. Ein bewährtes Naturheilmittel ist die Rinde des Roten Chinarindenbaumes, welche aufgebrüht und in kleinen Schlucken getrunken wird.

Bei starken Beschwerden sollte der Arzt ein leichtes fiebersenkendes Medikament verschreiben. Übelkeit und Erbrechen verschwinden meist nach ein bis zwei Tagen, währenddessen sollte auf eine schonende Diät geachtet werden und der Bauch mit warmen Auflagen beruhiget werden. Sollten die Beschwerden nach einigen Tagen nicht abklingen, muss mit Milzbrand auf jeden Fall noch einmal zum Arzt gegangen werden. Bei Komplikationen wie Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung sollte umgehend das nächstgelegene Krankenhaus aufgesucht werden.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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