Mastdarm

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Der Darm, insbesondere der Mastdarm, spielt im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle. Häufig wird ihm jedoch erst bei Beschwerden Aufmerksamkeit zuteil.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Mastdarm?

Der Mastdarm (lat. Rektum), ist Teil des Dickdarms. Er befindet sich im kleinen Becken zwischen Harnblase und Kreuzbein. Seine Länge ist individuell verschieden und beträgt durchschnittlich 15-20cm.

Der Mastdarm erfüllt wichtige Funktionen der Verdauung. Mitunter kann es durch Fehlernährung, einem ungesunden Lebensstil oder ernsten Erkrankungen, zu einer Einschränkung der Tätigkeit des Darms bzw. auch des Mastdarms kommen. Symptome wie Schmerzen, Blut im Stuhl, häufig wiederkehrende Blähungen, Durchfall und Verstopfungen, sollten ernst genommen, und einem Arzt vorgestellt werden.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gehören zu den besten Prophylaxemaßnahmen. Auch eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sind der Gesunderhaltung des Mastdarms zuträglich.

Anatomie & Aufbau

Den letzten Teil des 8 Meter langen Darms bildet der Mastdarm. Er unterteilt sich in den oberen- (Ampulle recti) und den unteren Teil (Canalis analis). Letzterer ist 2-3 cm lang und mündet in den After. Versorgt wird der Mastdarm durch die Mastdarmarterie und ein Geflecht feiner Blutgefäße.

Eine Besonderheit zeigt sich in den Venen des Mastdarms, die einen unterschiedlichen Abfluss aufweisen. Dies spielt insbesondere bei der Verbreitung von Metastasen eine große Rolle. In seinem Aufbau zeigt sich der Mastdarm als häutig-muskulöser Schlauch. Innen befindet sich die Darmschleimhaut, die im äußeren Bereich von einer glatten Muskelschicht umgeben ist.

Den Abschluss bildet die sogenannte Tunica Serosa. Im unteren Teil des Mastdarms ist ein innerer und äußere Schließmuskel zu finden. Der innere Schließmuskel, bestehend aus glatter Muskulatur arbeitet unwillkürlich. Anders gestaltet es sich bei dem äußeren Schließmuskel. Durch die quergestreifte Muskulatur kann er an- und entspannt werden. Die Mastdarmarterie sowie die Ringmuskeln, dichten den Enddarm ab.

Kommt es zu vermehrtem Druck durch den Darminhalt, wird der Stuhlgang ausgelöst. Bei diesem erschlaffen die Schließmuskeln und es kommt zu einer Entleerung des Darms. Schmerzrezeptoren lassen sich nicht im Mastdarm sondern nur in den Schließmuskeln finden.

Funktionen & Aufgaben

Im Mastdarm wird dem Speisebrei Flüssigkeit entzogen. Wichtige Nährstoffe werden herausgefiltert und dem Körper zugeführt. Der obere Teil des Mastdarms, dient allein dem Haltevermögen des Kots. Die Schließmuskeln im unteren Bereich des Mastdarms regulieren zusätzlich den Stuhlgang.

Medikamente in Form von Zäpfchen, gelangen durch den Mastdarm, über die Leber, direkt in das Blut und wirken daher häufig wesentlich besser, als oral eingenommene Arzneimittel. Vor allem bei Patienten mit einem empfindlichen Magen, können Zäpfchen eine gute Alternative sein.

Krankheiten

Zu den häufigsten Erkrankungen zählen unter anderem Blähungen, Verstopfungen und Durchfall. Sie sind meist harmlos und nicht selten bedingt durch eine zu fette, ballaststoffarme Ernährung, Übergewicht sowie erhöhtem Alkohol- und Nikotinkonsum.

Treten sie jedoch vermehrt und langanhaltend auf, ist in jedem Fall ein Arzt zu konsultieren. Nicht selten führen sie zu einer chronischen Darmerkrankung wie Reizdarm, Morbus Crohn oder Darmgeschwüre. Als unangenehm und mitunter sehr peinlich, werden Hämorrhoiden, Analfisteln und Analfissuren empfunden. Sie lassen sich jedoch schnell und gut behandeln.

Auch Entzündungen wie Enteritis, Divertikulitis oder kollagene Kollitis, bleiben mit der richtigen Behandlung meist ohne Folgeschäden für den Mastdarm. Zu den wiederkehrenden Erkrankungen zählt unter anderem das Reizdarmsyndrom. Der Mastdarm kann viele Erkrankungen aufweisen. Zu den harmlosen Krankheiten zählen die gutartigen Tumore wie Polypen und Adenome. Sie werden in der Regel bei einer Darmspiegelung unkompliziert entfernt.

Weitaus gefährlicher ist der Mastdarmkrebs. Er gilt als zweithäufigster krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Nur bei rechtzeitiger Erkennung ist dieser sehr aggressive Krebs gut zu behandeln. Leider gibt es jedoch keine eindeutigen Frühsymptome, sodass grundsätzlich die Möglichkeiten der verschiedensten Untersuchungsmethoden genutzt werden sollten.

Zur Diagnosestellung wird die Tastuntersuchung, der Stuhltest, die Darmspiegelung, Blutuntersuchungen sowie die virtuelle Koloskopie genutzt. Ein Warnzeichen ist Blut im Stuhl. Zwar kann dieser auf harmlose Hämorrhoiden hinweisen, ist jedoch auch häufig ein Indiz für Mastdarmkrebs.

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