Darmentzündung (Enteritis)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. September 2017
Symptomat.de » Krankheiten » Darmentzündung (Enteritis)

Immer wieder leiden Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Geschlechter unter entzündlichen Vorgängen im Darm, die umgangssprachlich gleichsam als Darmentzündung bezeichnet wird. Viele Menschen erleiden diese Erkrankung häufiger im Leben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmentzündung?

Die Darmentzündung, die wie alle entzündlichen Erkrankungen durch die Endung -itis bezeichnet wird, läuft im Darm ab. Die Darmentzündung, die ebenfalls unter den Benennungen entzündliche oder infektiöse oder nicht-infektiöse Darmerkrankung oder medizinisch exakt als Enteritis bezeichnet wird, betrifft hauptsächlich den Dünndarmbereich innerhalb des komplexen Darmgefüges.

Wenn der Magen in eine Dünndarmentzündung (Enteritis) involviert ist, dann wird von einer Gastroenteritis gesprochen. Ist der Dickdarm bei einer Darmentzündung auch von den entzündlichen Beeinträchtigungen betroffen, dann ist die Bezeichnung Enterokolitis kennzeichnend.

Bei den abweichenden Verläufen einer Darmentzündung sind sowohl die akuten als auch die chronischen, infektiösen und nicht ansteckenden Formen typisch.

Ursachen

Eine akute Darmentzündung wird durch verschiedene krankheitsauslösende Mikroorganismen wie Bakterienarten, Viren, tierische Parasiten und Pilzformen ausgelöst. In diesem Zusammenhang können bei einer akuten Darmentzündung sowohl Salmonellen als auch Pilze gefunden werden.

Diese sind insbesondere bei körperlich schwachen Patienten mit einer reduzierten Immunabwehr vorhanden.

Eine Darmentzündung kann ebenfalls die Folge der Behandlung vonKrebs im Rahmen einer Strahlen- oder Chemotherapie sein. Als Ursache für eine Darmentzündung kommen gleichsam Allergene in Frage.

Die chronische Darmentzündung wird als Morbus Crohn bezeichnet und entsteht durch genetische Defekte, eine Überforderung der Psyche und noch nicht ausreichend erforschte andere Auslöser.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Die jeweiligen Krankheitszeichen der Darmentzündung treten in Abhängigkeit von der Ursachen und den körperlichen Voraussetzungen der Betroffenen in einer unterschiedlichen Intensität und Dauer auf. Klassische Merkmale einer Darmentzündung sind zunächst allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, mehr oder weniger häufiges Erbrechen und krampfartige Schmerzen im Darm und im Bauch.

Die Schmerzen treten bei einer Darmentzündung oder Enteritis meist zugleich mit Durchfall auf. Durchfall gilt darüber hinaus als grundsätzlichen Anzeichen einer Darmentzündung. Im weiteren Verlauf können die von einer Darmentzündung betroffenen Patienten unter Fieber, und allgemeiner Schwäche leiden.

Durch den starken Verlust von Wasser treten Kreislaufprobleme durch die Austrocknung oder Dehydratation und eine Ungleichheit des Säure-Basen-Haushaltes auf. Diese Bedingungen können bei Nichtbehandlung der Darmentzündung zu einem Kreislaufkollaps und lebensbedrohlichen Zuständen führen. Die ist insbesondere bei geschwächten Menschen wie Kindern und älteren Personen bei der Darmentzündung zu befürchten.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: A09.9 Sonstige und nicht näher bezeichnete Gastroenteritis und Kolitis nicht näher bezeichneten Ursprungs) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Anhaltende Schmerzen über mehrere Tage im Unterleib gelten als ungewöhnlich und sollten abgeklärt werden. Breiten sich die Beschwerden aus oder nehmen sie an Intensität zu, ist ein Arztbesuch notwendig. Tritt wiederholt Durchfall auf, obwohl die Nahrungszufuhr ausgewogen, vitaminreich und fettarm war, sollten weitere Untersuchungen von einem Arzt durchgeführt werden. Kommt es zu zusätzlichen Symptomen, wie Erbrechen, Krämpfen oder Fieber, muss ein Arztbesuch erfolgen.

Können aufgrund der Beschwerden die alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr wie gewohnt wahrgenommen werden, gibt es Anlass zur Besorgnis. Leidet der Betroffene unter einer allgemeinen Schwäche sowie Energielosigkeit über mehrere Tage, benötigt er eine medizinische Versorgung. Vor der Einnahme von rezeptfreien Medikamenten ist grundsätzlich die Rücksprache mit einem Arzt empfehlenswert. Nur so kann sichergestellt werden, dass es zu keinen weiteren unerwünschten Komplikationen kommt. Vermeidet der Betroffene durch die Beschwerden die Zufuhr von Mahlzeiten oder entwickelt sich eine ungewöhnliche Gewichtsabnahme, drohen weitere Erkrankungen.

Um einer Unterversorgung des Organismus oder einer Essstörung vorzubeugen, wird ein Arzt benötigt. In vielen Fällen ist bei dem Betroffenen eine Veränderung des Verhaltens zu bemerken. Eine erhöhte Reizbarkeit, innere Unruhe oder Rastlosigkeit werden von den Menschen im Umfeld bemerkt. Ein Arzt sollte konsultiert werden, da Entzündungen häufig eine hohe Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr haben.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung der Darmentzündung geht es vorrangig um die Minderung der Krankheitszeichen. Neben verschiedenen Medikamenten, zu denen hauptsächlich die Antibiotika gehören, sollen eine entsprechende Diät und die reichliche Aufnahme mineralhaltiger Flüssigkeiten eine baldige Heilung erzielen. Auch Medikamente gegen den anhaltenden Durchfall sind bei der Darmentzündung angesagt.

Wenn sich die Patienten nicht mehr in der Lage fühlen, aufgrund der körperlichen Schwächung und des anhaltenden Erbrechens zu essen und zu trinken, dann werden bei einer Darmentzündung auch Infusionen eingesetzt. Zahlreiche Medikamente Verabreichungen sind ebenfalls erforderlich, um das Risiko bedrohlicher Zustände zu reduzieren. In diesem Zusammenhang stehen den Kreislauf stabilisierende, eine Thrombose sowie eine Embolie vermeidende Arzneistoffe zur Blutverdünnung bei einer Darmentzündung wichtig.

Darmentzündung

Leiden die Patienten unter der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn, dann erfolgt eine spezifische Therapie, welche die schubweise auftretenden Symptome lindert. Diese umfasst neben gut wirksamen Medikamenten gleichsam eine spezielle diätetische Kost und den Verzicht auf Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln, die eine Darmentzündung begünstigen.

Häufig werden neben den schulmedizinisch relevanten Behandlungsmethoden vorrangig bei der chronischen Darmentzündung oder nach einer Darmentzündung durch eine Krebsbehandlung alternative Heilmethoden empfohlen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Eine Vielzahl vorbeugender Maßnahmen sind hilfreich, den kräftezehrenden Durchfall und das Erbrechen bei einer Darmentzündung zu vermeiden. Darüber hinaus sorgen entsprechende hygienische Maßnahmen und die Reduzierung des Befalls von Nahrungsmitteln mit die entzündungsauslösenden Mikroorganismen und Pilzen für eine gute Vorbeugung.

Um sich bei Menschen, die unter einer infektiösen Darmentzündung leiden, nicht anzustecken, sollten neben allgemeinen hygienischen Maßnahmen auch spezielle Vorschriften im Zusammenhang mit der Desinfektion eingehalten werden.

Außerdem sorgen ein richtiger Umgang mit Lebensmitteln und die Vermeidung der Aufnahme keimbelasteter Speisen dafür, dass eine Prophylaxe der Darmentzündung möglich ist.

Das können Sie selbst tun

Kurzzeitiges Fasten entlastet das Verdauungssystem und führt bei einer akuten Darmentzündung oftmals als Alleinmaßnahme zur Besserung. Verzichtet wird dabei nur auf feste Kost – eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist äußerst wichtig, um einer Austrocknung des Körpers vorzubeugen. Kamillentee und Fencheltee beruhigen den gereizten Darm, die im Schwarztee enthaltenen Gerbstoffe wirken leicht stopfend.

Bei starkem Durchfall gehen viele Elektrolyte verloren, die durch spezielle Elektrolytmischungen aus der Apotheke ersetzt werden können. Alternativ eignet sich auch eine fettarme, leicht gesalzene Hühnerbrühe als Elektrolytspender. Wenn der Durchfall nachlässt, kann nach ein bis zwei Tagen Fasten wieder auf feste Kost übergegangen werden. Zwieback und Haferschleim sind leicht verdaulich, auch Banane, gekochte Karotten und geriebener Apfel werden meist gut vertragen. Bauchkrämpfe können durch das Auflegen einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens gelindert werden, die Vermeidung von Stress und körperliche Schonung fördern die Heilung.

Stellt sich innerhalb weniger Tage keine Besserung ein, sollte der Hausarzt zu Rate gezogen werden: Insbesondere bei Babys, Kleinkindern und älteren Personen darf ein Arztbesuch aufgrund der drohenden Austrocknung nicht zu lange hinausgezögert werden. Bei einer chronischen Enteritis kann eine speziell abgestimmte Diät das Auftreten immer wiederkehrender Entzündungen reduzieren. Unterstützung zur Bewältigung des Alltags erhalten Betroffene in einer Selbsthilfegruppe.

Bücher über Darmentzündung

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

Diesen Artikel Freunden & Bekannten empfehlen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Darmentzündung (Enteritis)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Jonny kommentierte am 16.09.2017 um 13:01 Uhr

Ich hatte vor acht Jahren eine Darmentzündung. Bei der Darmspiegelung wurden sogenannte Ausbuchtungen im Darm festgestellt. Ich habe mich immer bemüht viel zu trinken, gut zu kauen, aber leider habe ich zurzeit die gleichen Anzeichen. Versuche es mit Globuli in den Griff zu bekommen. Was kann ich noch machen?

steffi50 kommentierte am 09.09.2017 um 23:49 Uhr

Ich habe trotz Antibiotikum, welches schon aufgebraucht ist, trotzdem noch Schmerzen und Krämpfe. Ist dies normal?

janz vanco kommentierte am 04.02.2016 um 21:58 Uhr

Ich habe eine Darmenzüdung vor vier Jahren gehabt, die war so akut, dass ich jeden Tag drei Flaschen starkes antibiotikum bekam. Seit dem Vorfall habe ich immer Schmerzen im rechten Bereich. Ist das normal?

Darkangel81 kommentierte am 10.05.2015 um 11:46 Uhr

Ich liege gerade mit akuter Darmentzündung im Krankenhaus. Es hat unglaublich weh getan im Unterbauch. Schwindel und Erbrechen waren als Symptome dabei. Etwa eine Woche zuvor hatte ich Durchfall. Das ging wieder weg, bis plötzlich diese heftigen Schmerzen kamen.

Bekannt aus: