Levothyroxin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Verschiedene Hormonerkrankungen erfordern eine hormonelle Einstellung bzw. eine Hormonersatztherapie. Dies gilt auch für eine Schilddrüsenerkrankung. So wird bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Gabe von künstlichen Schilddrüsenhormonen notwendig. Dabei kommt beispielsweise Levothyroxin zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei Levothyroxin handelt es sich um ein Schilddrüsenhormon. Genau genommen um die Hormonform T4. Das Hormon T4 wird in der Schilddrüse unter Verwendung von Jod und Selen zu T3 umgewandelt.

T3 ist das stoffwechselaktive Hormon, welches alle Funktionen des Körpers steuert. So zum Beispiel Wuchs von Haaren und Nägeln, Appetit und Verdauung, Fruchtbarkeit bei Frauen, Konzentration und Gedächtnis, Körpertemperaturregulierung etc. 

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Bei Personen mit einer Funktionsstörung der Schilddrüse wie beispielsweise einer Unterfunktion wird Levothyroxin zur Therapie verwendet. Die in dem Medikament enthaltene Hormonform T4 ersetzt die fehlenden Hormone, die von der Schilddrüse selbst nicht mehr gebildet werden können.

Die Verabreichung von T4 in Form von Levothyroxin Tabletten wirkt sich auf die bereits oben genannten Körperfunktionen aus. Sie beeinflusst:

Ein Fehlen von ausreichend T4 wirkt sich bei einer Schilddrüsenerkrankung daher auf den ganzen Körper aus. Der Patient fühlt sich müde, abgeschlagen, depressiv und nimmt an Körpergewicht zu. Die Blutfette steigen auch bei gesunder Ernährung und viele Patienten leiden an Haarausfall, brüchigen Nägeln und Schlafstörungen.

Levothyroxin ist in Deutschland von verschiedenen Herstellern erhältlich. Um eine möglichst genaue Hormoneinstellung zu ermöglichen, gibt es Levothyroxin in unterschiedlichen Dosierungen im Handel. Die Darreichungsform als Tabletten ist unter anderem in Stärken von: 25 µg, 50 µg, 75 µg, 100 µg, 125 µg und 125 µg möglich.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Rezeptiert wird Levothyroxin von Fachärzten wie Nuklearmedizinern oder Endokrinologen (Hormonfacharzt) unter anderem nach der Feststellung einer Unterfunktion oder Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis). Folgerezepte kann auch der Hausarzt ausstellen.

Diagnostizieren lassen sich Erkrankungen dieses Typs durch ein genaues Hormonprofil im Blut. Hierbei werden die Hormone T3, T4 und der TSH Wert bestimmt. Eine Ultraschalluntersuchung und ein Szintigramm sowie die Abnahme von Schilddrüsenantikörpern ( MAK, TRAK, TPO) untermauern die Diagnose.

Je nach Typ der Erkrankung kann es vorkommen, dass die Schilddrüse sich wegen des Hormonmangels vergrößert und sich ein Kropf (Struma) bildet. Auch Knoten sind keine Seltenheit. Wird die Hormonlage durch die regelmäßige Verabreichung von T4 Medikamenten wieder ausgeglichener, kann sich die Vergrößerung der Schilddrüse wieder zurückbilden.

Bei Hashimoto Thyreoiditis schrumpft die Schilddrüse durch Entzündungsprozesse. Dies geschieht durch Antikörper im Zuge eines Autoimmunprozesses und es werden nicht mehr genügend Hormone gebildet. Hier muss unbedingt mit der Gabe von Levothyroxin gegengesteuert werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei einer nicht gut eingestellten Behandlung der Schilddrüse kann es zu mehr oder weniger unangenehmen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen kommen. Insbesondere Patienten, die lange an einem Hormonmangel litten, der nicht sofort diagnostiziert wurden, tun sich häufig schwer mit der Verträglichkeit einer höheren Anfangsdosis.

Der Körper muss sich erst wieder an das erhöhte Hormonangebot gewöhnen. Daher sollten T4 Medikamente immer "eingeschlichen" werden, d.h. die Dosis sollte am Anfang möglichst klein sein und dann langsam aufbauend gesteigert werden. Nebenwirkungen bei einer zu hohen Anfangsdosis können unter anderem sein:

Bei der Verabreichung von Schilddrüsenhormonen ist es außerdem sinnvoll mindestens 2x pro Jahr ein Hormonprofil beim Haus- oder Facharzt durchführen zu lassen, um Symptome und Über- bzw. Unterdosierung zu vermeiden.

Eingenommen wird die tägliche Dosis am Morgen, nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück. So wird die optimale Wirksamkeit des Medikamentes sichergestellt.

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