Brüchige Fingernägel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Folgende Ausführungen geben einen Einblick in die verschiedenen Ursachen von brüchigen Fingernägeln, deren Diagnose und Verlauf. Zudem wird auf Behandlungs- und Vorbeugungsmöglichkeiten eingegangen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind brüchige Fingernägel?

Als Fingernagel wird eine milchig- durchscheinende Keratinplatte am Ende des menschlichen Fingers bezeichnet, der als besonders unempfindlicher und harter Körperbestandteil den verschiedensten Belastungen standhält.

Brüchige Fingernägel hingegen sind ein weit verbreitetes Phänomen und werden dem Bereich der kosmetischen Probleme zugerechnet. Oft wird diese Nagelart auch als „weich“ klassifiziert. Erkannt werden diese Nägel dadurch, dass diese kaum an Härte besitzen, sich dadurch oft abstoßen und somit an der gesamten Hand nicht in der gleichen Länge bzw. auch nicht besonders lang wachsen können.

Auch splitternde oder rissige Nägel gehören zu dieser Kategorie. Hierbei spalten sich verschieden viele Schickten von der Nagelplatte ab und führen zu einem unschönen optischen Aussehen des Nagels.

Ursachen

Eine der einfachsten und am schnellsten zu behebenden Ursachen von brüchigen Nägeln ist zu häufiges Händewaschen mit Seife. Oftmals wird der durch die Seife entzogene Fettgehalt auch durch Cremes nicht vollständig ersetzt und führt zu trockenen Nägeln und trockener Nagelhaut.

Auch acetonhaltige Nagellackentferner oder minderwertige Nagellacke können Auslöser für das Splittern sein. Auch die Ernährung kann eine wesentliche Rolle spielen: bei Einseitiger- oder Mangelernährung kann es beispielsweise schnell zu einem Biotinmangel kommen. Dieses ist allerdings für ein gesundes Wachstum von festen Nägeln, Haaren und Haut unerlässlich.

Auch Stress oder Hormonschwankungen sind mögliche Ursachen für brüchige Nagelspitzen. Sollten auch Eltern oder Verwandte von dem Problem betroffen sein, kann es zudem der Fall sein, dass die Brüchigkeit erblich bedingt ist.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Brüchige Fingernägel sind ein weit verbreitetes Phänomen und werden dem Bereich der kosmetischen Probleme zugerechnet.

Nach genauer Beschäftigung mit Definition und Ursachen ist eine Diagnose auch von einem Laien leicht vorzunehmen. Personen, die auf Nummer sicher gehen möchten, können aber auch einen Arzt oder ein professionelles Nagelstudio aufsuchen.

Auch Studios für Fußpflege können der richtige Anlaufpunkt sein. Möglicherweise fällt die Problematik einigen Betroffenen erst dann auf, wenn sich die Nägel beginnen, unschön zu spalten. Dass die Nägel schon seit längerem nicht mehr gleichmäßig wachsen und auch relativ kurz sind bemerken viele Personen erst relativ spät.

Dabei wäre in einem früheren Stadium, beispielsweise wenn die Nägel lediglich als weich und kurz erkannt werden, eine Diagnose weitaus sinnvoller, da dann ein Behandlungserfolg schneller sichtbar wird.

Komplikationen

Brüchige Fingernägel sind an sich keine Krankheit, sondern ein kosmetisches Problem. Dennoch deuten sie darauf hin, dass der Körper aktuell nicht in der Lage ist, ausreichend stabiles verhorntes Material zu produzieren, damit die Fingernägel stabil bleiben. Das kann auf ein Problem im Stoffwechsel hindeuten, woran die wenigsten Betroffenen in diesem Moment aber denken. Brüchige Fingernägel lassen sich durch kosmetische Anwendungen stabilisieren und können dadurch tatsächlich etwas länger wachsen und optisch gesünder erscheinen, ohne dass aber die Ursache damit wirklich behoben wäre.

Der Betroffene hat lediglich das Symptom unterdrückt und die Grunderkrankung ist weiter vorhanden - und bleibt auch weiter unbemerkt. Selbst, wenn die brüchigen Fingernägel nicht an einer Stoffwechselstörung liegen, können sie so weit einreißen oder ungünstig abbrechen, dass der Riss bis ins Nagelbett hinein verläuft. Je nach Grund der brüchigen Fingernägel sind saubere Brüche und Risse nicht mehr möglich und es kommt zu unsauberen Brüchen, die wahrscheinlicher bis ins Nagelbett hineinreichen.

So lange ein solcher Riss ausheilt, ist er unproblematisch. Wenn es allerdings zu kleinen Blutungen am Nagelbett gekommen ist, ist eine Wunde entstanden und diese kann sich entzünden. Da Schmutzablagerungen unter dem Fingernagel schwer zu vermeiden sind und die Risswunden direkt an dieser Stelle sitzen, sind die Bedingungen für eine Infektion der kleinen Wunde günstig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Oft sind brüchige Fingernägel rein kosmetischer Natur, entstehen zum Beispiel durch falsche Nagellacke oder zu wenig Hand- und Nagelpflege. Doch manchmal kann sich dahinter ein medizinisches Problem verbergen. Die Hände sind unsere Visitenkarte und können über das entscheidende "Ja" beim Vorstellungsgespräch entscheiden.

Um einer ernste Erkrankung auszuschließen, sollte die Ursache für brüchige Nägel geklärt werden. Zu viel Nagelpflege kann das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich bezweckt wird. Häufiges Feilen begünstigt manchmal das Einreißen der Nägel. Nagelbrüchigkeit wird nach Längs- und Querrissen unterschieden. Wenn sich der Nagel in feinen Schichten vom Rand beginnend löst, ist häufig die falsche Seife daran schuld. Ein verbreiteter Grund für brüchige Nägel ist Vitaminmangel, manchmal aber auch ein Überangebot an Vitaminen. Vitamin C-, Vitamin D-, Biotin- und Folsäuremangel können zu brüchigen Fingernägeln führen.

Eine ausgewogene Ernährung kann sofort helfen. Nicht selten sind Nagelveränderungen die Folge von Nagelpilz oder Ekzemen. Betroffene sollten den Hautarzt aufsuchen. Ein möglicher Vitaminmangel kann durch Blutuntersuchungen beim Hausarzt festgestellt werden. Auch Medikamente können mit der Zeit brüchige Fingernägel erzeugen. In diese Gruppe gehören Medikamente zur Behandlung von Rheuma- und Krebserkrankungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Nagelbrüchigkeit erhöhen. Weitere typische Symptome sind Schwitzen, trockenes Haar und Herzrasen. Der Besuch beim Endokrinologen ist daher ratsam.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von brüchigen Fingernägeln gibt es in der heutigen Zeit in Apotheken und Drogeriemärkten zahlreiche Artikel die Abhilfe versprechen. Auch verschiedene Hausmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Folgende Übersicht stellt die drei gängigsten Behandlungsmethoden vor:

Biotin (Eisen- oder Zinkpräparate):

Anwender erhalten das Biotin, das häufig in Form von Kapseln angeboten wird in Apotheken oder in Drogeriemärkten. Die Einnahme der Kapseln erleichtert dem Körper die Aufnahme des so genannten Vitamin H, das Nägel und Haare mit wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen versorgt. Studien zufolge werden die Nägel bereits nach drei Monaten deutlich stabiler.

Nagelhärter:

Diese Speziallacke sind zumeist in Kosmetiksalons und Drogeriegeschäften zu erwerben. Viele Lacke enthalten kleine Diamant- und Farbpigmente, härten die Nagelplatte nachhaltig und bestechen durch einen gepflegten, trendigen Effekt.

Handbad in Olivenöl:

Das Bad in warmen Öl gehört zu den gängigsten und effektivsten Hausmitten und hält die Nägel geschmeidig und glänzend. Vermengt mit etwas feinem Sand kann man es zudem als schonendes Peeling nutzen, das neben den Nägeln auch die Nagelhaut stärkt.

Aussicht & Prognose

Brüchige Fingernägel sind ein kosmetisches Problem, an dem sich Frauen eher stören als Männer. Bei manchen Menschen haben sie genetische Ursachen, denn auch die Art und Weise, wie die Fingernägel wachsen und wie stabil sie sind, wird vererbt. In diesen Fällen wachsen sie nicht über eine gewisse Länge hinaus, sondern werden brüchig, rissig und können entweder splittern oder einreißen.

Den größten Einfluss auf lange und gesunde Fingernägel nimmt jedoch die Umwelt. Wer häufig mit Putzmitteln zu tun hat, mit chemischen Substanzen arbeitet oder in einem Beruf arbeitet, in dem die Fingernägel immer wieder umknicken können, kennt das Problem brüchiger Fingernägel. Sind sie einmal beschädigt, beispielsweise durch regelmäßigen Kontakt mit Putzmitteln im eigenen Haushalt, können sie in ihrer Struktur nicht wieder repariert werden. Es hilft nur, sie nachwachsen zu lassen und zu versuchen, sie vor Umwelteinflüssen wie Haushaltsreinigern durch Handschuhe zu schützen. Die Vermeidung des Kontakts mit Substanzen, die die Fingernägel brüchig machen, ist somit die beste Art, ihre Stabilität zu beeinflussen.

Ein weiterer Faktor kann die Ernährung sein, denn solange der Fingernagel noch unter der Haut ist, kann er an Stabilität gewinnen - wenn wichtige Nährstoffe dazu vorhanden sind. Liegen die brüchigen Fingernägel an ungesunder Ernährung, kann es trotz der Ernährungsumstellung noch mehrere Monate dauern, bis sich der Zustand bessert.

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Vorbeugung

Um brüchige Nägel vorzubeugen, sollte zunächst auf den berühmten Nagelknipser verzichtet werden. Bereits vorhandene Risse werden dadurch vollständig abgeknickt und reißen weiter ein. Auch sollte statt zum Rosenholzstäbchen lieber zur weichen Fingernagelbürste gegriffen werden um den Nagel zu säubern.

Ist die Problematik bereits bekannt, ist es zudem empfehlenswert, die Nägel nicht allzu lang wachsen zu lassen und beim Kürzen eine weiche Glasfeile zu verwenden. Die Feile dabei nach vorne hin gerade halten und bei den Seiten auf einen Rechten Winkel achten. Auch Nagelöl ist zur Vorbeugung von brüchigen Fingernägeln gut geeignet.

Das können Sie selbst tun

Brüchige Fingernägel können durch eine Ernährungsumstellung oftmals selbst behandelt werden. Um die Festigkeit der Nägel wiederherzustellen, sollten Lebensmittel mit reichlich Kalzium, Vitamin B und Vitamin H in den Speiseplan aufgenommen werden, etwa Haferflocken, Fisch, Spinat, Bananen, Äpfel oder Milch. Durch die Einnahme von Biotinprodukten können Mangelerscheinungen ebenfalls ausgeglichen werden.

Daneben empfiehlt es sich, die Fingernägel regelmäßig in Olivenöl oder Zitronensaft zu baden. Pflegeprodukte mit Harnstoff pflegen die Nägel und verhindern eine weitere Austrocknung, während eine Maske mit Kieselerde den Nägeln wichtige Mineralstoffe und Vitamine zuführt. Auch Vaseline kann nach Rücksprache mit dem Hausarzt zur Pflege brüchiger Nägel verwendet werden.

Am wichtigsten ist allerdings die Schonung der Fingernägel. Körperliche Arbeiten gilt es ebenso zu vermeiden wie lange Bäder oder Nägelkauen. Außerdem sollten die Finger vor großer Kälte oder Hitze geschützt werden, und zudem nicht mit reizenden Stoffen in Kontakt geraten. Bei der Hausarbeit und anderen Tätigkeiten, bei denen die Hände belastet werden, sollten stets Arbeitshandschuhe getragen werden. Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache, können brüchige Fingernägel durch einen gesunden Lebensstil und Schonung zumindest reduziert werden. Bleiben die Beschwerden bestehen, sollte ein Arzt die Ursachen abklären.

Bücher über Nagelpflege

Quellen

  • Benninghoff / Drenckhahn: Anatomie – Band 2. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2004
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2008
  • Worret, W.-I., Gehring, W.: Kosmetische Dermatologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2003

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