Haare

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Sie wachsen am ganzen Körper, werden geschnitten, frisiert, gestylt, entfernt, geliebt und gehasst: Haare. Dabei haben Haare eine nicht ganz unwichtige Funktion zu erfüllen. Da das Haar an den meisten Körperstellen als unschön empfunden wird, unterliegt es oft dem gängigen Modediktat.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Haare?

Haare sind per Definition Teil der Haut, genau genommen gelten sie wie Finger- und Fußnägel als Hautanhangsgebilde. Das sichtbare, also aus der Haut austretende Haar ist totes Gewebe.

Die Haarwurzel, aus der das Haar wächst, liegt in der Lederhaut, also in einer mittleren bzw. unteren Hautschicht des Menschen. Das Haar wächst durch die Haut an die Oberfläche.

Haar besteht hauptsächlich aus Keratin und wächst überall auf der Haut, nicht aber auf Schleimhäuten, zudem nicht in den Handinnenflächen und Fußsohlen, sowie auf den Lippen und Brustwarzen.

Anatomie & Aufbau

Wie bereits erwähnt, ist das Haar ein Hornfaden, der aus Keratin besteht und in der Haarwurzel gebildet wird. Das Haar besteht aus drei Schichten, einer äußeren Schuppenschicht (Cuticula), einer Faserschicht (Cortex), die die Grundsubstanz des Haares bildet, sowie dem Mark (Medulla).

Das Haar ist mit der Haarwurzel in der Lederhaut verankert. Haare sind unterschiedlich dick. Während ein einzelnes Kopfhaar etwa 0,05 mm dick ist, sind die feinen Haare auf dem Körper vor allem bei Frauen wesentlich dünner. Schambehaarung, Achselhaare und Augenbrauen hingegen sind in etwa so dick wie die Behaarung auf dem Kopf.

Hat das Haar ein gewisses Alter erreicht, fällt es von selbst aus, bei Kopfbehaarung ist dies etwa nach 2-6 Jahren der Fall. Entgegen landläufiger Meinung wächst das Haar an der Wurzel, nicht an der Spitze. Haare wachsen nach dem Schneiden oder Rasieren auch nicht stärker nach, dies ist subjektives Empfinden.

Funktion & Aufgaben

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der menschlichen Haare. Klicken, um zu vergrößern.

Die Funktionen und Aufgaben des Haares rühren noch aus der Steinzeit, als der Mensch noch Fell trug. Ein Fell benötigt der Mensch zwar heute nicht mehr, die Haare erfüllen dennoch einen Zweck.

Friert der Mensch zum Beispiel, stellen sich die Haare heute noch auf (Gänsehaut), um die Haut vor der Kälte zu schützen. Die Augenbrauen schützen auch heute noch die Augen vor Schweiß, der von der Stirn ins Gesicht läuft (beim Steinzeitmensch war der Überaugenwulst noch deutlich ausgeprägter). Haare transportieren Schweiß und Talg an die Hautoberfläche, um die Haut bei Hitze zu kühlen, zudem ist das regelmäßige Schwitzen und das Absondern von Talg Teil der natürlichen Hautpflege.

Zudem sind sowohl Achselhaar als auch Schamhaar Träger von Geruch- und Sexualstoffen, die der Mensch absondert. Meist wird diese Behaarung jedoch aus modischen Gründen heute entfernt. Psychologisch betrachtet stellt das Kopfhaar eine wichtige Funktion in der Selbstverwirklichung und auch in der Sexualität des Menschen dar.

Heute empfinden viele Menschen ihre natürliche Behaarung als unschön und versuchen sie mit allen Mitteln, auch mit Hilfe von Lasertherapien, dauerhaft zu entfernen. Schädlich ist die natürliche Körperbehaarung allerdings nicht.

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Krankheiten & Beschwerden

Es gibt einige Krankheiten, die im Bezug auf Haare beim Menschen auftreten können. Die bekannteste Erkrankung am Haar ist wohl der Haarausfall (Alopezie).

Während der Haarausfall bei Männern mit fortschreitendem Alter meist zum natürlichen Alterungsprozess gehört, können auch krankheitsbedingt und sehr plötzlich Haare ausfallen. Dies kann eine Vielzahl von Ursachen haben, eine ärztliche Abklärung ist unbedingt angezeigt, denn Haarausfall kann auch Begleiterscheinung schwerwiegender Erkrankungen sein. Ein Verlust von bis zu 100 Haaren täglich ist allerdings ganz normal und unbedenklich.

Auch eine übermäßige Körperbehaarung kann auftreten, sie ist meist bei Frauen krankheitsbedingt. Hier können Hormonstörungen vorliegen, die zu einem übermäßig männlichen Haarwuchs führen und eventuell einer Hormontherapie bedürfen. Haare können in die Haut einwachsen und sich entzünden, ebenso kann die Haarwurzel sich entzünden (z. B. Furunkel, Karbunkel).

Erkrankungen im Bezug auf das Haar gehen immer von der Haarwurzel aus, da das Haar selbst totes Gewebe ist (Hautanhangsgebilde). Krankheiten des Haares selbst gibt es nicht.

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