Szintigraphie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Bei der Szintigraphie (auch: Szintigrafie) handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren der Medizin. Mithilfe der Injektion von schwach radioaktiven Stoffen und einer Gammakamera können dabei bestimmte Gewebestrukturen sichtbar gemacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Szintigraphie?

Die Szintigraphie gehört in den Bereich der Nuklearmedizin, in der sich Mediziner die Eigenschaften radioaktiver Stoffe zu Nutzen machen – zum Beispiel, um Organe oder anderes Gewebe innerhalb des menschlichen Körpers ohne eine Operation untersuchen zu können.

Hierfür injiziert der Untersucher ein Medikament, das radioaktiv markiert ist: ein sogenanntes Radiopharmakon. Da unterschiedliche Gewebearten unterschiedliche Nährstoffe benötigen, werden auch bei den Radiopharmaka verschiedene Stoffe verwendet und radioaktiv markiert – je nachdem, welches Gewebe untersucht werden soll. Eine Gammakamera misst die radioaktive Strahlung, die vom Marker ausgeht, und kann dadurch das entsprechende Gewebe sichtbar machen.

Dabei können zwei Arten von Szintigraphie unterschieden werden: Die funktionelle Szintigraphie bildet die Aktivität des Gewebes ab, während die statische Szintigraphie in erster Linie Strukturen abbildet, ohne die darin ablaufenden Prozesse zu berücksichtigen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei einer Szintigraphie werden mithilfe einer Injektion von schwach radioaktiven Stoffen und einer Gammakamera bestimmte Gewebestrukturen sichtbar gemacht. Die Szintigraphie wird vor allem zur Erkennung von Tumoren verwendet.

Die Radiopharmaka, die bei der Szintigraphie Verwendung finden, reichern sich im Gewebe unterschiedlich stark an: Gewebe, dessen Stoffwechsel sehr aktiv ist, wird vom Organismus mit entsprechend vielen Nährstoffen versorgt und nimmt so auch den radioaktiven Marker verstärkt auf.

Deshalb wird die Szintigraphie vor allem zur Erkennung von Tumoren verwendet; denn ein Tumor ist ein solches Gewebe, das einen erhöhten Stoffwechsel aufweist. Auch Metastasen, Zysten oder Entzündungen können nach dem selben Prinzip detektiert werden: Die höhere Konzentration des Markers führt zu einer erhöhten radioaktiven Strahlung in diesem Bereich – die letztlich auf einem Bild (dem Szintigramm) meist als rote oder gelbe Flächen erscheint.

Auch Verformungen und andere Anomalien offenbaren sich im Szintigramm. Zudem zeigt die Szintigraphie, ob Gefäße verstopft sind oder bestimmtes Gewebe unterversorgt ist. Solche Zustände machen sich im entstehenden Bild dadurch bemerkbar, dass die entsprechenden Stellen weniger stark eingefärbt sind, als es von gesundem Gewebe zu erwarten wäre.

Bei diesen Anwendungen eignet sich sowohl die statische als auch die funktionelle Szintigraphie. In der Regel reicht die Aufnahme eines statischen Bildes jedoch bereits aus. Grundsätzlich kann die Szintigraphie bei allen Organen zum Einsatz kommen. Aufgrund ihrer Lage im Körper und ihrer Stoffwechselprozesse sind jedoch vor allem die Lungen, die Schilddrüse, das Herz und die Nieren für eine Untersuchung mit diesem Verfahren prädestiniert. Außerdem kommt die Szintigraphie häufig zum Einsatz, um das Skelett oder einzelne Knochen zu untersuchen. Hier können bereits Prellungen erkannt werden – auch dann, wenn äußerlich keine Verletzung sichtbar ist.

Die Szintigraphie wird vor allem im klinisch-medzinischen Bereich verwendet und seltener in der Forschung mit gesunden Probanden. Dies liegt vor allem daran, dass der Verdacht auf eine schwere Erkrankung den Einsatz von (potentiell schädlichen) radioaktiven Stoffen rechtfertigt und dies auch im Sinne des Patienten ist; bei reinem Forschungsinteresse werden tendenziell andere Methoden angewandt, die weniger invasiv sind. Wie alle medizinischen Untersuchungen verlangt die Szintigraphie eine Kosten-Nutzen-Abwägung.

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Risiken & Gefahren

Obwohl bei der Szintigraphie radioaktive Stoffe zum Einsatz kommen, gilt sie als weitgehend risikolos. Lediglich Schwangere sollten mit dieser Methode nicht untersucht werden, da auch geringe Strahlenkonzentrationen für ein ungeborenes Kind riskant sein können.

Aus dem gleichen Grund gilt die Empfehlung, sich nach einer Szintigraphie nicht in unmittelbarer Nähe von Schwangeren aufzuhalten, solange die Strahlung noch nicht abgeklungen ist. Dies ist jedoch oft schon nach ein bis zwei Tagen der Fall. Vorsicht ist auch bei stillenden Frauen sowie Kindern und Jugendlichen geboten. Darum werden Angehörige dieser Personengruppe nur in gut begründeten Ausnahmefällen mittels Szintigraphie untersucht.

Dennoch: Die Dosis der radioaktiven Strahlung ist bei der Szintigraphie nicht höher als bei vergleichbaren Verfahren, zum Beispiel dem Röntgen – und sogar deutlich niedriger als bei einer Computertomografie. Vor der Untersuchung erhalten Patienten zudem die Möglichkeit, in einem Aufklärungsgespräch Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern.

Bücher über Szintigraphie

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wetzke, M. et. al.: Bildgebende Verfahren. Urban & Fischer, München 2012

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