KiDD-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
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Das KiDD-Syndrom stellt die Folgeerscheinung des nichtbehandelten Kiss-Syndroms dar. Beim KiDD-Syndrom kommt es zu Funktionsstörungen der Kopfgelenke, die in weiterer Folge Auswirkungen auf den Organismus haben. Da derartige Störungen nicht „auswachsen“, ist es daher wichtig, eine frühzeitige Behandlung in Anspruch zu nehmen. Das KiDD-Syndrom sorgt jedoch immer wieder für Diskussionen; zahlreiche Experten und Ärzte vertreten die Meinung, dass es wieder das Kiss-, noch das KiDD-Syndrom gibt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das KiDD-Syndrom?

Das KiDD-Syndrom (Kopfgelenk - induzierte - Dyspraxie/Dysgnosie) ist eine Folgeerscheinung des sogenannten Kiss-Syndroms. Dabei liegen eine Dysgnosie (Wahrnehmungsstörung) und eine Dyspraxie (erlernte Bewegungen können nicht ausgeführt werden) vor. Mediziner sprechen auch immer wieder von einer Kopfgelenk-induzierten-Dysfunktion (KiD).

Beim KiDD-Syndrom handelt es sich um ein weitreichendes Krankheitsbild, welches sich dadurch bemerkbar macht, dass die Betroffenen mit kognitiven Störungen und auch Anomalien in ihren Bewegungsabläufen zu kämpfen haben. Ob das KiDD-Syndrom jedoch tatsächlich als Erkrankung existiert, ist bislang nicht geklärt.

Viele Mediziner sind der Ansicht, das KiDD-Syndrom sei keine tatsächliche Krankheit. Eine offizielle Diagnose, basierend auf dem ICD-10, existiert nicht. Dies deshalb, da es bislang keine pathophysiologische Erklärung für das Krankheitsbild gibt.

Schlussendlich beschreibt die Dyspraxie nur eine umfassende Entwicklungsstörung, die für die Störung in den Bewegungsabläufen verantwortlich ist. Die Dysgnosie umschreibt lediglich die Unfähigkeit, bereits erlernte Informationen wiederzugeben.

Ursachen

Schwere Koordinations-, Entwicklungs- und kognitive Störungen, die nicht auf pathologische Gegebenheiten zurückzuführen sind und im Säuglings- oder Kleinkindesalter auftreten, werden im Regelfall dem Krankheitsbild des sogenannten KiDD-Syndroms zugeordnet. Vor allem kommt dieser Begriff immer wieder in der Alternativmedizin vor.

Jene Gruppe ist überzeugt, dass es das Krankheitsbild KiDD-Syndrom gibt. Bislang gibt es aber keinen wissenschaftlichen Beweis, sodass das KiDD-Syndrom weder pathophysiologisch erfasst, geschweige molekularbiologische oder genetische Ursachen entdeckt wurden, die auf ein derartiges Syndrom schließen lassen. Die sogenannte Diagnose wird lediglich durch eine Vielzahl von Störungen untermauert.

Das KiDD-Syndrom wird auch als Folgeerscheinung eines nichtbehandelten Kiss-Syndroms gesehen; auch hier gibt es keine tatsächlichen Beweise, dass dies tatsächlich der Fall ist. Auch das sogenannte Kiss-Syndrom ist in Medizinerkreisen umstritten.

Jedoch sind Betroffene von Kindern, die an dem KiDD-Syndrom leiden, überzeugt, dass es sich definitiv um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt. Unterstützung erhalten sie jedoch lediglich von Alternativmedizinern.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Leidet das Kind unter folgenden Symptomen, spricht der Mediziner vom KiDD-Syndrom: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Knieschmerzen, Migräne oder auch "Wachstumsschmerzen", Haltungsschwäche, Fehlhaltungen.

Auch Einschränkungen der Bewegung, Koordinationsschwierigkeiten und motorische Defizite sind allesamt Faktoren, die die ersten Anzeichen des KiDD-Syndroms sein können. Mitunter kommt es zu Konzentrations- und Lernstörungen, die vorwiegend in der Schule auftreten. Auch Wahrnehmungsstörung, eine gestörte soziale Integration, Emotionsstörungen und Hyperaktivität sind möglich.

Des Weiteren sind die Kinder unsicher in ihrer Raumorientierung, leiden unter Höhenangst und haben Schlafstörungen, wobei auch nächtliches Wasserlassen keine Seltenheit darstellt. Auch kieferorthopädische Probleme, wie etwa Kreuz-, Fehl- oder Überbiss und Mundatmung sind möglich.

In weiterer Folge können die Symptome, die auf ein KiDD-Syndrom deuten, auch für das Erwachsenenalter enorme Spätfolgen haben: So leiden Erwachsene unter chronischen Rückenschmerzen, Halswirbelsäulenbeschwerden, Migräne, haben Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen, leiden oft unter Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Bandscheibenvorfällen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bislang gibt es keine offizielle Diagnose. Das bedeutet, dass es - zumindest von Seiten der Mediziner - kein KiDD-Syndrom gibt. Vorwiegend sprechen Therapeuten und Ärzte, die der „European workgroup for manual medicine“ (EWMM) angehören, vom KiDD-Syndrom.

Auch wenn es, so die EWMM, mehrere Beweise gibt, dass es sich um ein tatsächliches Krankheitsbild handle, sind viele Experten kritisch. Immer wieder werden Anträge, das KiDD-Syndrom als tatsächliche Erkrankung zu akzeptieren, abgelehnt. Die Gesellschaft für Neuropädiatrie hat den Themenkomplex als unhaltbar, spekulativ und pauschalisiert erklärt.

Auch in den Fachgebieten der manuellen Medizin gibt es immer wieder kritische Stimmen. So hat die „Ärztegesellschaft für Altlasttherapie und manuelle Kinderbehandlung“ (ÄGAMK) beschlossen, nicht vom Kiss- oder KiDD-Syndrom zu sprechen, sondern vom Tonusasymmetrie-Syndrom (TAS).

Behandlung & Therapie

Aufgrund der Tatsache, dass die Symptome - je nach Betroffenen - unterschiedlich sind, muss die Therapie individuell angepasst werden. Vorwiegend setzt sich die Therapie aus ergotherapeutischen und physiotherapeutischen Maßnahmen zusammen. So ist es möglich, dass Fehlhaltungen und Koordinationsstörungen gemindert werden können.

Den Patienten wird bei derartigen Übungen geholfen, ihr Gleichgewicht zu verbessern. Mitunter liegt der Schwerpunkt aber auf der Prävention, sodass es im Erwachsenenalter nicht zu diversen Beschwerden - wie etwa Probleme mit der Halswirbelsäule - kommt. Pharmakologische Behandlungen sind möglich, sollten jedoch nur bei Bedarf angewandt werden.

So können etwa Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen und depressive Schübe, die im weiteren Krankheitsverlauf möglich sind, verhindert oder verbessert werden. Ob und inwiefern eine derartige Behandlung tatsächlich notwendig ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Schmerzmittel werden nicht empfohlen.

Eine psychologische Therapie, vorwiegend durch einen Kinderpsychologen, ist ratsam. Eltern von Kindern, die unter dem KiDD-Syndrom leiden, sollten sich vorwiegend an Alternativmediziner wenden.




Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen sind, aufgrund der Tatsache, dass es bislang weder eine bekannte Ursache gibt, mitunter die Ärzte sogar unsicher sind, ob es sich beim KiDD-Syndrom überhaupt um eine Krankheit handelt, unbekannt. Wichtig ist, dass - auch wenn Schulmediziner das KiDD-Syndrom nicht als Krankheit ansehen - dennoch verschiedene Maßnahmen zur Symptomverbesserung gesetzt werden.

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