Gliom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Juni 2017Geprüfte Qualität
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Das Gliom stellt einen Sammelbegriff für Hirntumoren oder Tumoren des Zentralnervensystems dar, die sich aus den Gliazellen (Stützzellen des Nervensystems) entwickeln. Dabei gibt es sowohl benigne als auch maligne Formen dieser Tumoren. Meist entwickeln sich die Gliome im Gehirn, aber auch das Rückenmark kann betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gliome?

Gliome sind Tumoren, die sich aus den Gliazellen des Zentralnervensystems entwickeln. Gliazellen stellen sogenannte Stützzellen der Nervenzellen dar. Sie lassen sich in Astrozyten, Oligodendrozyten und Ependymzellen einteilen:

  • Die Mehrheit der Gliazellen können den Astrozyten zugeordnet werden. Das sind sternenförmig verzweigte Zellen, die Grenzmembranen zu den Blutgefäßen und zur Gehirnoberfläche bilden.
  • Oligodendrozyten bilden die Myelinscheiden der Axone und stellen sich in der weißen und grauen Substanz des Nervensystems als Satellitenzellen dar.
  • Die Ependymzellen bilden eine einlagige Zellschicht um die Hirnventrikel und trennen so den Liquor vom Hirngewebe.

Im Griechischen bedeutet das Wort Glia auch Leim. Also sind Gliazellen verbindende Zellen im Zentralnervensystem. Ein vermehrtes Zellwachstum dieser Gliazellen bildet einen Tumor, welcher als Gliom bezeichnet wird. Gliome können in Astrozytome, Oligodendrogliome (früher Oligodendrozytome), Ependymome und Mischgliome eingeteilt werden. Ihr Malignitätsgrad wird nach der WHO in die WHO-Grade I - IV unterteilt. So gelten die Gliome des WHO-Grades I als benigne.

Gliome des WHO-Grades IV sind bereits hochgradig maligne. Allerdings können Tumoren niedriger Malignität sich im Laufe der Zeit in Tumoren hoher Malignität umwandeln. Astrozytome haben an den Gliomen einen Anteil von über 60 Prozent. Ein Astrozytom mit dem Malignitätsgrad IV wird als Glioblastom bezeichnet und stellt den am häufigsten auftretenden bösartigen Hirntumor dar.

Ursachen

Über die Ursachen von Gliomen ist nicht viel bekannt. Lediglich bis zu fünf Prozent aller Gliome sind erblich bedingt. Sie bilden sich unter anderem bei der Neurofibromatose, beim Turcot-Syndrom oder beim Li-Fraumeni-Syndrom. In allen anderen Fällen treten die Gliome sporadisch auf. Festgestellt wurde bereits ein Zusammenhang von ionisierender Strahlung mit einem gehäuften Auftreten von Gliomen. Außerdem wird berichtet, dass die WHO aufgrund durchgeführter Studien auch die intensive Nutzung von Mobiltelefonen als Risiko für die Entstehung von Gliomen einstuft.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome eines Glioms richten sich nach dem Malignitätsgrad und der Lage des Tumors. Langsam wachsende Tumoren können lange symptomfrei bleiben. Erst bei einem gewissen Verdrängungsgrad des übrigen Hirngewebes kommt es zu Beschwerden. Als erstes Symptom kann ein epileptischer Anfall auftreten.

Durch den steigenden Hirndruck sind starke Kopfschmerzen, ständige Übelkeit und Erbrechen typisch. Bei schnell wachsenden Tumoren kann es plötzlich zu Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen kommen. Daher besteht die Verwechslungsgefahr mit einem Schlaganfall. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch Wesensveränderungen auftreten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose eines Glioms ist zunächst eine ausgiebige Anamnese der Krankengeschichte erforderlich. Wenn lang anhaltende Kopfschmerzen auftreten, die mit ständiger Übelkeit und Erbrechen verbunden sind, kann neben vielen anderen Erkrankungen auch an ein Gliom gedacht werden.

Wenn durch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eine Raumforderung bestätigt wurde, gilt es nun herauszufinden, um welchen Tumor es sich handelt. Dazu wird eine Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung im Labor genommen. Ein Gliom kann so festgestellt werden. Schwieriger erweist sich jedoch die Erfassung der Ausdehnung des Tumors.

Besonders bösartige Gliome wachsen in das Hirngewebe ein und zeigen eine besonders inhomogene Struktur. So ist es möglich, dass das Gliom nicht vollständig erfasst werden kann. Bei der Biopsie könnten so durchaus weniger maligne Bereiche entdeckt worden sein, obwohl der Tumor an anderer Stelle aggressiver ist.

Komplikationen

In der Regel kommt es durch ein Gliom zu den gewöhnlichen Beschwerden und Komplikationen eines Tumors. Dabei hängt der weitere Verlauf auch stark davon ab, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist und ob sich dieser schon in andere Regionen des Körpers ausgebreitet hat. Nicht selten führt ein Gliom auch zu epileptischen Anfällen und zu weiteren Beschwerden im Gehirn.

Der Hirndruck kann dabei ansteigen, was zu starken Kopfschmerzen führen kann. Ebenso kommt es zu Erbrechen und zu Übelkeit. Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Krankheit erheblich eingeschränkt. Ohne Behandlung kann das Gliom im schlimmsten Falle auch zum Tode des Patienten führen. Die Schmerzen treten dabei sehr plötzlich auf. Weiterhin kann es auch zu einem Schlaganfall kommen, welcher mit verschiedenen Komplikationen und Beschwerden verbunden ist.

Beschwerden im Gehirn können sich auch negativ auf die Psyche des Patienten auswirken und auch zu Depressionen führen. Falls das Gliom chirurgisch entfernt werden kann, kommt es nicht zu weiteren Komplikationen. Weiterhin ist gegebenenfalls eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung notwendig.

Bei einer erfolgreichen Entfernung wird die Lebensqualität in der Regel nicht verringert. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass ein Gliom wieder auftritt. Aus diesem Grund ist der Patient auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen angewiesen.

Behandlung & Therapie

Ein Gliom des WHO-Grades I kann chirurgisch vollständig entfernt werden. Tumoren dieses Malignitätsgrades sind noch nicht ins Hirngewebe migriert und haben noch keine Metastasen gebildet. Die vollständige Entfernung des Tumors bedeutet hier auch eine vollständige Heilung. Bei Gliomen höheren Malignitätsgrades reicht eine Operation meist nicht mehr aus. Es muss eine Radiotia (Radiostrahlenbehandlung) angeschlossen werden. Dabei erfolgt eine gezielte Bestrahlung des Tumorbettes.

Zurzeit wird untersucht, inwieweit eine Ganzhirnbestrahlung Erfolge bei Bekämpfung eines Glioms verspricht. Bei Glioblastomen wird gleichzeitig noch eine Chemotherapie durchgeführt. Die Ergebnisse der Gliombehandlung sind derzeit noch nicht befriedigend. Während ein niedrig maligner Hirntumor nach einer Operation völlig ausheilen kann, übersteigt die Lebenserwartung bei einem Glioblastom kaum ein Jahr nach seiner Entdeckung.

Aber auch für die Gliome der Malignitätsgrade II und III ist eine Therapie oft schwierig. Diese Gliome sind einerseits durch ein infiltrierendes und andererseits durch ein unregelmäßiges Wachstum gekennzeichnet. Bei einer Operation können oft nicht alle Tumorherde entfernt werden. Durch das diffuse Eindringen von Tumorzellen in das benachbarte gesunde Gewebe wird schließlich die vollständige Resektion des Tumors unmöglich.

Jedoch ist eine weitgehende Resektion des Glioms durchaus sinnvoll, weil dann nur noch kleinere Resttumoren einer Folgetherapie unterworfen werden müssen. Dadurch kann die Bildung eines Rezidivs hinausgezögert werden. Bei Astrozytomen wird als Folgetherapie entweder eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt. Oligodendrogliale Tumoren werden ausschließlich chemotherapeutisch mit PCV behandelt.

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Vorbeugung

Es gibt keine allgemeinen Empfehlungen zur Vorbeugung vor Gliomen. Die Ursachen für Gliome sind heute noch weitgehend unbekannt. Nach der WHO besteht ein gewisses Risiko, durch die intensive Nutzung von Handys, an einem Gliom zu erkranken. Im Arbeitsbereich sollte auch ionisierende Strahlung vermieden werden, weil diese nach allen Studien übereinstimmend als hoher Risikofaktor für eine Gliomentstehung gilt.

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