Flaschenkürbis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Der Flaschenkürbis, auch Kalebasse, Jonas-, Pilger-, Keulen- oder Trompetenkürbis genannt, ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Er ist leicht zu kultivieren und wird aufgrund seiner vielfältigen, außergewöhnlichen Formen nicht nur zum Verzehr verwendet, sondern dient auch als Rohstoff für die Fertigung von Gefäßen, Musikinstrumenten oder anderer Bastelarbeiten.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über den Flaschenkürbis wissen

Wie die meisten Kürbissorten ist auch der Flaschenkürbis eine einjährige Kletterpflanze. Er stammt ursprünglich vermutlich aus Afrika und ist insbesondere in tropischen und subtropischen Gebieten beheimatet. Die ältesten Funde in Mittelamerika dokumentieren, dass die Pflanze dort bereits im 8. Jahrtausend v.Chr. genutzt wurde.

Ihre Früchte wachsen in den unterschiedlichsten Größen und Formen, die meist an Flaschen oder Birnen erinnern und häufig als wasserdichte Gefäße verwendet wurden. Junge Früchte, deren Schale noch weich und leicht behaart ist, sind zum Verzehr geeignet und können laufend geerntet werden. Vor allem in Asien werden sie für Sommergemüse oder auch Currys verwendet. Das Fruchtfleisch ist weiß, wässrig, und hat einen zarten, milden Geschmack. Ebenfalls genießbar sind die rankenden Triebspitzen der Pflanze, sowie ihre geschälten Samen.

Das Fruchtfleisch der Pflanze enthält zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe, wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Die Pflanzen können ab Mitte bis Ende April auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen und etwa Mitte Mai ausgepflanzt werden. Dabei ist auf einen sonnigen Standort und ausreichend Platz zu achten, auch nach oben, da die Ranken bis zu zwei Meter hoch werden können. Wenn die Früchte kahl und hart werden, sind sie nicht mehr genießbar, können aber getrocknet und zu verschiedensten Gebrauchsgegenständen oder Dekorationsartikeln verarbeitet werden. Getrocknete Flaschenkürbisse sind sehr stabil, wasserfest und sogar hitze- und frostbeständig. Daher wurde dieses Material schon vor Tausenden von Jahren für Wasser- und Vorratsgefäße verwendet.

So wurde der Flaschenkürbis auch in österreichischen Weinbaugebieten angebaut und als Weinheber verwendet. In Südamerika wurde er von den Inkas verziert und geschnitzt, eine Technik, die heute noch in Peru vorzufinden ist. Ebenso traditionell ist die Verwendung als Gefäß für den südamerikanischen Mate-Tee. Sehr verbreitet ist auch die Verarbeitung getrockneter Flaschenkürbisse zu verschiedensten Blas- Zupf und Schlaginstrumenten, insbesondere in Südamerika, Afrika und Indien.

Bedeutung für die Gesundheit

Der Kürbis hat sich nicht zu unrecht vom ehemaligen Arme-Leute-Essen zu einer beliebten und vor allem sehr gesundheitsfördernden Nahrungsquelle entwickelt. Das Fruchtfleisch der Pflanze enthält zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe, wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und ist aufgrund seines hohen Wasseranteils und seiner geringen Kohlenhydrate sehr kalorienarm.

Insbesondere der Wasseranteil ist beim Flaschenkürbis noch einmal höher als bei anderen Sorten, er beträgt bei den genießbaren, jungen Früchten durchschnittlich 96%. Gedämpftes Kürbisfleisch gilt im allgemeinen als sehr bekömmlich, leicht verdaulich und ballaststoffreich, was es zu einer gut geeigneten Schon- und Reduktionskost macht. Aufgrund seines niedrigen Natriumgehalts ist es außerdem entwässernd und harntreibend, daher wird der Kürbis gerne zur Behandlung von Blasen- und Nierenleiden, sowie Bluthochdruck eingesetzt.

Als stark basenbildendes Lebensmittel er auch im Bereich der Entsäuerung und Entschlackung bzw. der sogenannten basischen Ernährung eine sehr beliebte Speise. Dem Flaschenkürbis im Speziellen kommt vor allem in Asien eine große medizinische Bedeutung zu, wo die reifen Früchte gegen Fieber und Brechreiz, sowie zur Entwässerung eingesetzt werden. In den Tropen werden auch die Blätter, Blüten und Samen der Pflanze zu unterschiedlichsten Heilzwecken genutzt, unter anderem bei Gelbsucht und Verbrennungen oder als Abführmittel.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 14 Fettgehalt 0 g
Cholesterin 0 mg Natrium 2 mg
Kalium 150 mg Kohlenhydrate 3,4 g
Ballaststoffe 0,5 g Eiweiß 0,6 g

Wie die meisten Kürbisarten ist auch der Flaschenkürbis aufgrund seines hohen Wassergehalts sehr kohlenhydrat- und kalorienarm, gleichzeitig aber reich an Kalium, Kalzium und anderen wertvollen Nährstoffen und Vitaminen, insbesondere Vitamin C.

100g Flaschenkürbis enthalten etwa 4,8 μg Vitamin A, 10,1 mg Vitamin C, 26 mg Kalzium, 0,2 mg Eisen und 11 mg Magnesium zu nennen. Die Samen des Flaschenkürbis enthalten etwa 1 % Steroide, 35 - 50 % Öl, 25 - 40% Protein und 10 % Kohlenhydrate.

Unverträglichkeiten & Allergien

Kürbisgewächse sind im Allgemeinen als histaminarm bekannt, wodurch es eher selten zu Allergien und Unverträglichkeiten kommt. Die Gefahr einer Allergie besteht allerdings, wie bei anderen Kürbisgewächsen auch, in Form der Kreuzallergie.

Das bedeutet, dass Personen, die Pollenallergiker sind, häufig parallel auch gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch sind. Dies tritt bei Kürbis vor allem in Kombination mit Allergien gegen Gräser, Wegerich, Beifuß und Olivenbaum auf. Auch Kürbiskerne können Allergien auslösen, hiervon sind Menschen betroffen, die auch allergisch auf andere Samen, Nüsse oder Sumach-Gewächse (Mango, Pistazie, rosa Pfeffer) reagieren, oder auch Personen, die täglich im Beruf mit Kürbiskernen in Kontakt sind.

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Einkaufs- & Küchentipps

Frische Flaschenkürbisse sind in Mittel- und Nordeuropa kaum im gewöhnlichen Handel zu finden, mit etwas Glück jedoch in asiatischen Feinkost- und Spezialitätenläden. Die weitaus leichter erhältlichen Samen der Pflanze können aber ganz einfach im eigenen Garten gezogen werden.

Hierbei werden die jungen Früchte, ebenso wie die Sprossspitzen (mit 2 bis 3 Blättern) laufend geerntet und als Gemüse gekocht. Wenn der Kürbis ausgereift ist, wird seine Schale hölzern und sehr hart, in diesem Zustand ist die Frucht nicht mehr genießbar, kann aber getrocknet und zu verschiedensten Gegenständen weiterverarbeitet werden. Neben der üblichen Verarbeitung als Gemüse kann das Fruchtfleisch auch getrocknet werden, in Japan werden auf diese Art beispielsweise kleine essbare Hüllen für Fingerfood hergestellt.

Auch die Samen der Pflanze können getrocknet oder verarbeitet werden, etwa gemahlen zu einer Art Quark. Durch Pressen kann kann aus ihnen selbstverständlich auch Öl gewonnen werden. Eine etwas andere, aber nicht mindere Bedeutung, kommt in der Küche auch dem getrockneten Flaschenkürbis zu. Der vor allem in Südamerika verbreitete Mate-Tee wird traditionell aus dem Stielende einer getrockneten Kalebasse getrunken. Einmal eingetrocknet, haben diese Gefäße eine sehr lange Haltbarkeit, meist über Jahrzehnte.

Zubereitungstipps

Zum Verzehr sind, wie bereits erwähnt, lediglich die jungen Früchte des Flaschenkürbis geeignet. Hierbei sind, ebenso wie bei allen anderen Kürbisarten, der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das weiche Fruchtfleisch kann entweder schlicht in der Pfanne, beispielsweise zu Currys, gebraten oder in Öl gebacken werden, wie etwa in altitaliensichen Rezepten für „cucurbita fricta“.

Auch zur Zubereitung im Backrohr, allein oder gefüllt, lässt sich die frische Kalebasse verwenden, sowie für zahlreiche traditionelle oder exotische Stampfgerichte. Wer es etwas ausgefallener will, kann den gegarten Kürbis zu Püree verarbeiten und zusammen mit Eiern, Milch, Zucker, Vanille und Ingwer als Füllung für einen Kürbiskuchen verwenden.

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