Stimmbandentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Eine Stimmbandentzündung ist eine entzündliche Erkrankung der Stimmbänder beziehungsweise der Stimmlippen. Diese tritt meist infolge einer Überbelastung oder eines Infekts aus und äußert sich in Heiserkeit, häufigem Räuspern und deutlicher Anstrengung beim Sprechen. Neben einer radikalen Schonung der Stimme kann die Entzündung zusätzlich medikamentös behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Stimmbandentzündung?

Unter einer Stimmbandentzündung verstehen Mediziner eine spürbare und hörbare Entzündung der Stimmbänder. Die Stimmbänder befinden sich im Kehlkopf und stellen einen Teil der Stimmlippe dar. Sie bestehen aus Muskeln und einer Schleimhautschicht und können von uns durch das Ein- und Ausatmen, Sprechen, Singen oder Schreien geöffnet oder geschlossen werden. Dadurch sind sie ständig in Bewegung und werden stark gefordert.

Besonders bei Berufsgruppen, die naturgemäß sehr viel sprechen oder singen, treten Stimmbandentzündungen häufig auf. Aber auch Erkältungsviren können zu einer unangenehmen Entzündung beitragen. Sie äußert sich durch einen dauerhaften „Kloß im Hals“ sowie Heiserkeit. Wird die Stimme geschont und gegebenenfalls mit entsprechenden Medikamenten unterstützt, können sich die Stimmbänder wieder regenerieren und bald wieder wie gewohnt eingesetzt werden. Bleibt es aber bei einer starken Beanspruchung, können sich auf den Stimmbändern Knötchen bilden, die zu einer chronischen Heiserkeit führen können.

Ursachen

Die Ursachen für eine Stimmbandentzündung können vielfältig sein; in den meisten Fällen lässt sie sich aber auf zwei Hauptursachen zurückführen. Einer der häufigsten Gründe für die lästige Heiserkeit sind grippale Infekte, die zunächst für Halsschmerzen sorgen. Husten und die zusätzliche Bildung von Schleim oder Eiter belasten die Stimmbänder und können zu Schwellungen und Reizungen führen, die sich schließlich in einer Entzündung äußern.

Da die Stimme sich bereits bei den kleinsten Veränderungen der Stimmlippe ebenfalls verändert, ist sofort deutlich hörbar, wenn die Stimmbänder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch behandlungsbedürftige Erkrankungen wie Lungenentzündung und Bronchitis sowie Masern und Diphtherie sorgen oftmals für Stimmbandentzündungen.

Der zweite Hauptgrund für entzündliche Veränderungen der Stimmlippe ist eine ständige Überbelastung durch Sprechen, Singen oder Schreien. Berufsgruppen wie Call Center-Agenten, Sänger, Lehrer oder Sprecher sind so dafür prädestiniert. Kommt Zigarettenkonsum hinzu, steigt das Risiko einer Stimmbandentzündung noch einmal deutlich.

Eine Stimmbandentzündung äußert sich in erster Linie durch Heiserkeit, die unterschiedlich ausgeprägt auftreten kann. Sie kann von einer leicht rauen Stimme bis hin zu einem vollständigen Stimmverlust reichen. Dazu kommt das Gefühl eines ständigen Fremdkörpers im Hals („Kloß“), das zu einem häufigen Räuspern führt.

Die Stimme ist deutlich leiser als gewöhnlich, und das Sprechen fällt allgemein schwer. Es kann auch zu Halsschmerzen und Fieber kommen. Liegt der Stimmbandentzündung eine andere Infektionskrankheit zugrunde, können außerdem Atemnot und das Abhusten von eitrigem Schleim oder gar Blut auftreten.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Besteht der Verdacht auf eine Stimmbandentzündung, kann der behandelnde Arzt diesen mithilfe einer Kehlkopfspiegelung und/oder einer Nasenendoskopie bestätigen oder widerlegen. Die deutlich hörbare Heiserkeit hilft dem Mediziner zusätzlich beim Erstellen einer eindeutigen Diagnose. Grundsätzlich klingt eine Stimmbandentzündung meist von alleine ab, wenn die Stimme geschont und gegebenenfalls der zugrunde liegende Infekt behandelt wird.

Wird die Stimme dennoch weiterhin beansprucht oder breitet sich die vorliegende Erkrankung aus, kann die Entzündung chronisch werden. Das bedeutet unter Umständen einen dauerhaften Verlust der gewohnten Sprechstimme und eine chronische Heiserkeit, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Zudem können sich in diesem Zusammenhang Knötchen auf den Stimmbändern bilden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Entzündung der Stimmbänder muss nicht immer zwangsläufig durch einen Arzt behandelt werden. Treten die Beschwerden im Rahmen eines grippalen Infekts auf, genügt es oftmals, die Stimme zu schonen und eventuelle Halsschmerzen und Schluckbeschwerden mit Hausmitteln und frei verkäuflichen Halstabletten zu behandeln, bis die Symptome abklingen.

Dazu gehören zum Beispiel heilsame Inhalationen mit ätherischen Ölen. Auf Zigaretten und scharfes Essen sollte dagegen verzichtet werden. Allerdings kann eine entzündete Stimmlippe mehrere Wochen benötigen, um vollständig abzuheilen – Geduld ist also in jedem Fall erforderlich. Keinesfalls darf geflüstert werden, denn dies schont die Stimme nicht, sondern beansprucht sie noch zusätzlich. Soweit es geht, sollten Patienten auf das Sprechen verzichten und ansonsten versuchen, ungeachtet der Heiserkeit so normal wie möglich zu sprechen.

Komplikationen

In der Regel verläuft eine Stimmbandentzündung harmlos und klingt nach spätestens zwei bis drei Wochen ohne länger andauernde Folgen ab. Manchmal können allerdings Komplikationen wie Atemnot, Schmerzen oder hohes Fieber auftreten. Kurzfristig führt eine Entzündung der Stimmbänder häufig zu einem vollständigen Stimmverlust. Dies kann für die Betroffenen eine erhebliche psychische Belastung darstellen, die sich bei längerer Erkrankung zu einer depressiven Verstimmung entwickeln kann.

Eine Stimmbandentzündung kann unter Umständen auch die Stimmfarbe verändern und ebenfalls häufig mit psychischen Problemen einhergehen kann. Bei einem schweren Verlauf kann es zu schmerzhaftem Blut- und Schleimhusten kommen, oft gefolgt von einer schwerwiegenden chronischen Lungen- oder Kehlkopfentzündung. Auch kann es zu Keuchhusten, Bronchitis oder Diphterie kommen. Sehr selten kann eine Entzündung der Stimmbänder eine sogenannte Stimmlippenleukoplakie entwickeln.

Diese kann wiederum zu Stimmband- oder Kehlkopfkrebs führen. Bei der Behandlung einer Stimmbandentzündung können ebenfalls Komplikationen auftreten. So können Medikamente wie Antibiotika oder Schmerzmittel verschiedene Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen und mitunter auch Allergien und Unverträglichkeiten auslösen. Hausmittel können die Beschwerden bei falscher Anwendung noch verstärken oder weitere Symptome und Komplikationen auslösen.

Therapie & Behandlung

Dauern die Beschwerden mehr als drei Wochen an und sind begleitet von anderen Symptomen wie Fieber und Auswurf, kann die Entzündung je nach konkretem Auslöser etwa mit Antibiotika behandelt werden. Ist die Stimmbandentzündung bereits chronisch, kann der auch der Arzt nicht mehr viel dagegen tun.

Haben sich Knötchen gebildet, können diese chirurgisch entfernt werden, um weitere Gewebeveränderungen zu vermeiden. Die dauerhafte Heiserkeit, die dadurch entstanden ist, lässt sich damit aber nicht heilen. Eine Behandlung bei einem Sprach- oder Stimmtherapeuten kann in diesem Fall zusätzlich sinnvoll sein.

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Vorbeugung

Damit es zu keiner Stimmbandentzündung kommt, ist es ratsam, einen gesunden Lebensstil zu pflegen und die eigenen Abwehrkräfte zu unterstützen. Auf den Konsum von Zigaretten oder anderer Rauchwaren sollte verzichtet werden, um Reizungen zu vermeiden. Auch das ständige Sprechen oder Schreien sollte eingeschränkt werden.

Kommt es bei berufsbezogener Überbeanspruchung der Stimmlippe zu mehrfachen Entzündungen, muss unter Umständen ein Berufswechsel erwogen werden, um einen chronischen Verlauf zu vermeiden. Grundsätzlich ist es ratsam, bei einer Stimmbandentzündung zum Abklären einen Arzt hinzuzuziehen, um einen schweren Verlauf auszuschließen.

Bücher über Heiserkeit

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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