Sinusvenenthrombose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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In der Medizin bezeichnet man mit einer sogenannten Sinusvenenthrombose, oder kurz Sinusthrombose, einen thrombotischen Verschluss von einem Hirnsinus. Von einer Sinusvenenthrombose sind in der Regel Frauen betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sinusvenenthrombose?

Im Rahmen einer Sinusvenenthrombose sammeln sich Blutgerinnsel in den Venen des Gehirns. Es resultiert jedoch nicht immer eine klinische Symptomatik aus einem Verschluss der großen Sammelvenen. Grundsätzlich verfügt das venöse System im Gehirn über ein besonders hohes Maß an Flexibilität.

Oftmals führt eine Sinusvenenthrombose jedoch zu einem sogenannten Blutandrang. Im Rahmen der venösen Kongestion sammelt sich das Blut verstärkt im Bereich des Gehirns. Sofern das Blutvolumen nicht reguliert wird, kann es bei den Betroffenen unter Umständen zu einem Schlaganfall kommen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Sinusvenenthrombose sind relativ vielfältig. So zeichnen sich in erster Linie infektiöse Ursachen für das Auftreten einer Sinusvenenthrombose verantwortlich. Besonders häufig wird das Auftreten einer Sinusvenenthrombose durch die sogenannten Staphylokokken begünstigt.

Resultierend aus einer Infektion im Bereich des Gesichts kann sich das Gift des Bakteriums ungehindert ausbreiten. Oftmals tritt eine Sinusvenenthrombose auch als Spätfolge einer sogenannten Sinusitis in Erscheinung. Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen wird als eine der häufigsten Ursachen für eine Sinusvenenthrombose angesehen.

Neben den infektiösen Ursachen zeichnen sich jedoch vor allem die generalisierten Ursachen für das Auftreten einer Sinusvenenthrombose verantwortlich. So wird das Auftreten eines thrombotischen Verschlusses im Bereich des Gehirns unter anderem durch eine Masernerkrankung begünstigt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Sinusvenenthrombose kann trotz des medizinischen Fortschritts nur relativ schwer diagnostiziert werden. Oftmals weisen die Symptome im Rahmen einer ersten Untersuchung auf eine andere Erkrankung hin.

Auch die Ermittlung des sogenannten D-Dimer-Spiegels im Blut kann einen ersten Verdacht auf eine Sinusvenenthrombose nie vollständig bestätigen. Aus diesem Grund kommt die sogenannte Schnittbilddiagnostik als ein bildgebendes Verfahren zum Einsatz. Sowohl in der Computertomografie als auch in der Kernspintomografie können sogenannte Infarktzonen sowie Blutungen eindeutig nachgewiesen werden. Oftmals ist jedoch die Gabe eines sogenannten Kontrastmittels zur besseren Darstellung der einzelnen Bereiche von wesentlicher Bedeutung.

Eine Sinusvenenthrombose kann jedoch nicht nur durch die einzelnen bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden. So kommt oftmals die sogenannte Labordiagnostik als ein alternatives Verfahren zum Einsatz. Einer wachsenden Beliebtheit erfreut sich unter anderem der medizinische Nachweis des sogenannten C-reaktiven Proteins.

Bei dieser Proteinform handelt es sich um ein spezielles Plasmaprotein, welches in der Leber gebildet wird. Oftmals ist das C-reaktive Protein ein eindeutiger Hinweis auf eine Sinusvenenthrombose. Im Rahmen der Labordiagnostik wird jedoch auch oftmals auch die sogenannte Blutsenkungsgeschwindigkeit bestimmt.

Komplikationen

Im schlimmsten Fall kann es bei der Sinusvenenthrombose zum Tod des Patienten kommen. Allerdings kann der Tod vermieden werden, indem die Warnzeichen der Thrombose beachtet und die weiteren Komplikationen somit vermieden werden. Die Patienten leiden dabei in erster Linie an sehr starken Schmerzen im Bereich des Nackens und des Kopfes.

Diese Schmerzen breiten sich dabei häufig auch in andere Regionen des Körpers aus. Weiterhin kann es auch zu Krämpfen oder zu einem epileptischen Anfall beim Patienten kommen. Die Betroffenen leiden auch an Lähmungen, die allerdings nur temporär auftreten und nach einer kurzen Zeit wieder verschwinden. Auch Sehstörungen oder Störungen des Bewusstseins können sich als unangenehme Begleiterscheinungen der Sinusvenenthrombose bemerkbar machen und sich dabei sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken.

Bei einem Bewusstseinsverlust kann sich der Betroffene bei einem Sturz eventuell auch verletzen. Weiterhin führt die Erkrankung häufig zu Fieber und damit zu einer allgemeinen Müdigkeit und zu einer Abgeschlagenheit. Die Behandlung der Sinusvenenthrombose erfolgt mit Hilfe von Medikamenten.

Dabei kommt es nicht zu Komplikationen. Allerdings sind die Betroffenen bei dieser Erkrankung auf regelmäßige Untersuchungen angewiesen, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Ob es dabei zu einer verringerten Lebenserwartung kommt, kann nicht im Allgemeinen vorausgesagt werden.

Behandlung & Therapie

Sofern eine Sinusvenenthrombose diagnostiziert wurde, ist eine unverzügliche Therapie zur Vermeidung von eventuellen Spätfolgen unverzichtbar. Im Rahmen der Therapie wird den Betroffenen das Mittel Heparin verabreicht.

Durch die intravenöse Gabe von Heparin soll die Wirkung von einzelnen Gerinnungsfaktoren im Blut unterbunden werden. Bis sich die sogenannte Thromboplastinzeit verdoppelt hat, müssen die Betroffenen mit dem Mittel Heparin therapiert werden. Bei der Thromboplastinzeit handelt es sich um einen speziellen Laborwert, welcher Auskunft über die Blutgerinnung gibt. Sofern die Blutgerinnung den gesetzten Anforderungen entspricht, wird über einen Zeitraum von circa 6 Monaten eine orale Gabe von Gerinnungshemmern in Erwägung gezogen.

Da eine Sinusvenenthrombose oftmals mit epileptischen Anfällen einhergeht, wird neben den Gerinnungshemmern ein weiteres Mittel verabreicht. Durch die Gabe von Phenytoin soll das Risiko für epileptische Anfälle minimiert werden. Im Rahmen einer zuverlässigen Therapie steht jedoch nicht nur die Behandlung der Sinusvenenthrombose im Vordergrund. So sollte stets die Ursache für einen thrombotischen Verschluss im Bereich des Gehirns behandelt werden. Sofern die Sinusvenenthrombose auf einer Infektion basiert, müssen die Betroffenen ein schnell wirksames Antibiotikum einnehmen.

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Vorbeugung

In circa 85 Prozent aller Fälle kann eine vollständige Genesung erzielt werden. Trotz des medizinischen Fortschritts kann einer Sinusvenenthrombose nicht aktiv vorgebeugt werden. Sofern es jedoch zu einer klinischen Symptomatik kommt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Nur so können eventuelle Spätfolgen verhindert werden.

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Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Marshall, M., Loew, D.: Venenerkrankungen. Springer, Berlin 2003

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