Sinusknoten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Der Sinusknoten ist der elektrische Taktgeber des Herzens, der für die Erregungsbildung bzw. die Herzfrequenz verantwortlich ist. Eine Schrittmacherzelle kann sich selbst entladen, daher wird durch sie der Herzrhythmus vorgegeben. Eine Fehlfunktion des Sinusknotens verlangsamt den Herzschlag, wobei dann ein Herzschrittmacher die Tätigkeit übernehmen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Sinusknoten?

Der Sinusknoten (SA-Knoten, Keith-Flack-Knoten oder Nodus sinuatrialis) befindet sich im rechten Vorhof und ist für den Sinusrhythmus verantwortlich. Er wird auch als Reizzentrum des Herzens bezeichnet. Durch Depolarisation wird elektrische Erregung weitergeleitet, wodurch der Herzrhythmus bestimmt wird.

Der SA-Knoten liegt spindelförmig am Epikard (äußere Herzwandschicht), wobei die Größe des Knotens oft erheblich abweicht (Breite 2 bis 3mm, Länge 10 bis 20mm). Er besteht aus Herzmuskelzellen, die spontan depolarisieren können, wodurch eine elektrische Erregung entsteht. Vom Sinusknoten gehen drei Faserbündel in Richtung des atrioventrikulären Knotens ab:

  • Bachmann-James-Bündel (vorderes Internodalbündel)
  • Wenckebach-Bündel (mittleres Internodalbündel)
  • Thorel-Bündel (hinteres Internodalbündel)

Anatomie & Aufbau

Das Herz pumpt eigenständig und ist nicht von einer Nervenerregung abhängig. Das ist darauf zurückzuführen, dass es hier so genannte Schrittmacher gibt. Diese Zellen entladen sich spontan, wobei der wichtigste Taktgeber der Sinusknoten ist. Er befindet sich an der äußersten Herzmuskelschicht, dort, wo die obere Hohlvene in den rechten Vorhof mündet. Er ist ein Knoten, der nicht tastbar ist und der von der rechten Koronararterie mit Blut versorgt wird.

Beim gesunden Menschen erreicht er eine Frequenz von ungefähr 70 Schlägen/Minute. Allerdings ist diese Zahl vom Alter, vom Trainingszustand und verschiedenen individuellen Faktoren abhängig. Bei körperlicher Belastung steigt die Frequenz auf 120 Schläge, oftmals sogar auf bis zu 200 Schläge an. In der Nacht beträgt die Frequenz dann nur mehr 50 Schläge pro Minute.

Funktion & Aufgaben

Der Sinusknoten wird auch als autonomer Schrittmacher bezeichnet, der die Erregung des Herzens bildet. Dafür strömen Natrium-Ionen in die Zellen und Kalzium-Kanäle öffnen sich, was zur Erregung des SA-Knotens führt. Wird ein bestimmter Schwellenwert erreicht, so entlädt sich die Zelle vollständig (Depolarisation). Anschließend wird die Spannung ausgeglichen, die Teilchen werden durch die Natrium-Kaliumpumpe wieder konzentriert und die Ausgangslage wiederhergestellt (Repolarisation).

Die elektrische Kurve, die dadurch entsteht, bezeichnet man als Aktionspotential. Die Erregung des Sinusknotens setzt sich dann bis zum atrioventrikulären Knoten fort, der sich zwischen den Kammern und den Vorhöfen befindet. Der atrioventrikuläre Knoten leitet die Signale des Sinusknotens weiter an das so genannte His-Bündel, das sich in Richtung Kammerscheidewand bewegt. Dort teilt sich die Erregungsleitung in einen linken beziehungsweise rechten Kammerschenkel. Die Kammerschenkel verzweigen sich dann an der Herzspitze, wobei man die Endabzweigungen als Purkinje-Fasern bezeichnet.

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Krankheiten & Beschwerden

Der Sinusknoten kann von verschiedenen Störungen betroffen sein, die unter dem Terminus "Sick-Sinus-Syndrom" zusammengefasst werden. Dazu gehören Frequenzveränderungen unterschiedlichster Art: Ist die Frequenz zu langsam, so spricht man von einer Bradykardie, ist sie zu schnell, so liegt eine so genannte Tachykardie vor.

Eine weitere Variante ist der Sinusarrest. Dabei fällt der Sinusknoten vollständig aus und es kommt zu einem akuten Herzstillstand. Im Normalfall springt hier der atrioventrikuläre Knoten ein, der dann die Funktion des Sinusknotens übernimmt, allerdings arbeitet er mit etwas geringerer Frequenz. Diese ist jedoch ausreichend, sodass ein Sinusarrest nur in seltenen Fällen lebensbedrohlich ist.

Darüber hinaus können Phasen vermehrter Erregungsbildung mit Phasen, in denen die Anzahl der Schläge verringert ist, abwechseln. Die schnellen Phasen bezeichnet man dann auch als Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Das Sinusknotensyndrom tritt vermehrt bei Patienten auf, die an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße oder an zu hohem Blutdruck leiden, wodurch der Herzmuskel nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Je nach Schlagfrequenz entstehen verschiedenste Symptome: Beträgt die Herzfrequenz weniger als 50 pro Minute, so leiden die Betroffenen an Schwindel beziehungsweise Ohnmachtsanfällen, ist der Herzrhythmus dauerhaft verlangsamt, so kommt es zu Kurzatmigkeit, reduzierter Leistungsfähigkeit beziehungsweise zu Wassereinlagerungen in Beinen und Lunge.

Außerdem klagen die Patienten über häufiges Wasserlassen in der Nacht und über die Unfähigkeit, flach im Bett liegen zu können. Eine Überaktivität äußert sich anhand von Atembeschwerden, Beklemmungsgefühlen in der Brust beziehungsweise Herzklopfen. In der Brust treten Schmerzen auf, die auch in den linken Arm beziehungsweise den Hals ausstrahlen und sehr bedrohlich sein können.

Wenn die Herzfrequenz bei körperlicher Belastung nicht ansteigt, so spricht man von einer chronotropen Inkompetenz. Werden die elektrischen Impulse des SA-Knotens nicht mehr an die Herzkammer weitergeleitet, so kommt es zu einem AV-Block, wobei hier drei unterschiedliche Formen unterschieden werden können:

  • AV-Block ersten Grades: Hier tritt eine verzögerte Weiterleitung der Impulse auf. Diese Form ist aber normalerweise nicht behandlungsbedürftig.
  • AV-Block zweiten Grades: Die Überleitung der Signale fällt ab und zu aus. Liegt eine Herzerkrankung vor, so sollte eine Behandlung in Erwägung gezogen werden.
  • AV-Block dritten Grades: Die Reizleitungen sind komplett unterbrochen und es treten typische Symptome einer Bradykardie auf.

Eine Störung der Erregungsleitung diagnostiziert der Arzt mit Hilfe eines EKGs. Eventuell ist auch ein Langzeit-EKG erforderlich, dabei wir das Gerät einen Tag lang am Körper getragen. Therapiert werden die Erkrankungen mit Hilfe von Medikamenten beziehungsweise durch das Einsetzen eines Herzschrittmachers.

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