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Sick-Sinus-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Sick-Sinus-Syndrom

Unter dem Begriff Sick-Sinus-Syndrom wird eine Reihe von Herzrhythmusstörungen, so genannten Arrhythmien, zusammengefasst, welchen eine Fehlfunktion des Sinusknoten zugrunde liegt. Von dieser Erkrankung sind vor allem ältere Menschen betroffen und sie ist eine der häufigsten Indikationen für die Implantation eines Herzschrittmachers.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Sick-Sinus-Syndrom?

Bei gesunden Menschen ist der Sinusknoten nichts anderes als eine Ansammlung spezialisierter Zellen an der rechten Herzkammer, welche in regelmäßigen Abständen elektrische Signale aussenden.

Bei Menschen mit Sinusknotensyndrom werden diese elektrischen Impulse in falschen Abständen abgegeben, was zu einem verlangsamten oder beschleunigten Herzrhythmus oder auch einer Kombination beider führt. Grundsätzlich beinhaltet der Begriff Sick-Sinus-Syndrom eine große Anzahl von Herzerkrankungen, die neben der namensgebenden Sinusfehlfunktion auch auf einer Blockade der Erregungsleitung über die Vorhöfe, beruhen können.

Eine allgemeingültige Definition des Sick-Sinus-Syndroms ist noch ausständig. Der Begriff wird aber diagnostisch genutzt, um die Indikation von Therapien mit Herzschrittmachern zu begründen und auch, wenn ein Tachykardie-Brachykardie-Syndrom vorliegt, eine Sonderform des Sick-Sinus-Syndroms, charakterisiert durch alternierendes Auftreten von einem zu langsamen Sinusrhythmus, gefolgt von einem zu schnellen.

Ursachen für Sick-Sinus-Syndrom

Die Ursachen des Sick-Sinus-Syndroms sind nicht selten idiopathisch, also ohne bekannte Ursache. So kann es im Laufe des Lebens zu kleinen Verletzungen des Sinusknotengewebes kommen, welche zur Bildung von Narbengewebe führen, was die Erregungsleitung blockiert.

Ein Sick-Sinus-Syndrom kann auch mechanische Ursachen haben, etwa wenn es im Laufe einer Operation zu einer Überdehnung des rechten Vorhofes kommt. Die häufigste Ursache ist jedoch der Bluthochdruck, welcher eine Dauerbelastung des Herzens bedeutet und durch die permanente Überbeanspruchung der Vorhöfe zu einer Überdehnung führen kann.

Weiters kann ein Sick-Sinus-Syndrom auch in einer Entzündung des Herzmuskels seinen Ursprung haben; dasselbe gilt für eine Reihe anderer Herzerkrankungen wie etwa Mitralklappenfehlern und koronare Herzerkrankungen. Häufig ist es jedoch kaum oder nur schwer möglich von einem diagnostizierten Sick-Sinus-Syndrom auf die Ursachen zu schließen.

Typische Symptome und Anzeichen bei Sick-Sinus-Syndrom

Diagnose und Verlauf bei Sick-Sinus-Syndrom

Die Diagnose des Sick-Sinus-Syndroms kann gestellt werden, wenn im EKG-Befund bestimmte Abnormalitäten sichtbar sind, wie etwa Vorhofflimmern und andere Störungen des Herzrhythmus. Das Mittel erster Wahl zur Diagnose ist das Langzeit-EKG, welches dem Arzt bzw. der Ärztin erlaubt zu sehen, ob Bradykardien, Tachykardien oder sogar Asystolen am EKG ersichtlich sind.

Neben dieser diagnostischen Maßnahme kann auch ein Belastungs-EKG zur Diagnose notwendig werden, um festzustellen, ob es bei körperlicher Anstrengung zu einer Erhöhung der Frequenz kommt. Auch Langzeitblutdruckmessungen oder Herzkatheteruntersuchungen können mitunter nötig sein, bleiben als diagnostisches Mittel zur Diagnose eines Sick-Sinus-Syndroms jedoch eine Ausnahme.

Behandlung und Therapie von Sick-Sinus-Syndrom

Bei der Behandlungsmethode erster Wahl muss zwischen chronischen und akuten Herzrhythmusstörungen unterschieden werden. So wird bei einem chronischen Sick-Sinus-Syndrom mit Bradykardien, also Phasen, in denen das Herz zu langsam schlägt, grundsätzlich die Implantation eines Herzschrittmachers empfohlen.

Der Herzschrittmacher übernimmt dann die Funktion des Sinusknoten. Die Implantierung eines Herzschrittmachers beseitigt die Symptome und sorgt somit für eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Kommt es im Zuge eines chronischen Sick-Sinus-Syndroms zu Tachykardien, also einer übermäßigen Zunahme der Herzaktivität, kann häufig mit antiarrhythmischen Medikamenten behandelt werden und erst nach einer Verlaufsbeobachtung unter Medikamentengabe ein Herzschrittmacher erwogen werden.

Treten Bradykardien und Tachykardien abwechselnd auf, ist eine Herzschrittmacherimplantation unumgänglich. Darüber hinaus müssen zur Verhinderung tachykarder Phasen auch nach der Implantation antiarrhythmische Medikamente eingenommen werden. In akuten Fällen von Bradykadien erfolgt eine intravenöse Verabreichung von Atropin. Ist der Vorhof vergrößert und tritt Vorhofflimmern auf, wird meist mit der Gabe von Antikoagulantien, Medikamenten, welche die Blutgerinnung inhibieren, therapiert um Komplikationen wie etwa einen Hirnschlag vorzubeugen.

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Vorbeugung von Sick-Sinus-Syndrom

Prophylaxische Maßnahmen um das Auftreten eines Sick-Sinus-Syndroms zu verhindern, gibt es kaum, da die Ursachen meist individuell verschieden sind und oft gar nicht mit Sicherheit bestimmt werden können. Eine regelmäßige Überprüfung des Blutdrucks und eine etwaige Behandlung von Bluthochdruck dürften eine der wenigen konkreten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Sinusknotenerkrankung sein.

Grundsätzlich gilt, was dem Herz gut tut, ist auch gut um einem Sick-Sinus-Syndrom vorzubeugen. Das bedeutet, dass durch einen gesunden Lebensstil, mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung schon viel zur Erhaltung eines gesunden, funktionsfähigen Herzens getan ist.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Silvia kommentierte am 24.01.2014 um 12:24 Uhr

Bei mir wurde das Sick-Sinus-Syndrom festgestellt. Ich habe einen niedrigen Puls und Aussetzer von 2,2 Sekunden, wie man bei einem 24-Stunden EKG sehen konnte. Daraufhin wurde mir ein Schrittmacher implantiert. Die Sonde hat mir aber ein Loch in die Herzwand gerissen und ich musste durch eine Notoperation gerettet werden. Ein Arzt fragte mich einige Monate später, ob ich den Schrittmacher wirklich gebraucht hätte, da der nur selten vonnöten sei. Daraufhin ließ ich in einer Herzklinik ein Langzeit-EKG machen, bei dem festgestellt wurde, dass ich keinen Schrittmacher gebraucht hätte. Also wurde dieser wieder entfernt. Seit dem habe ich keine Probleme mehr und in der Reha sagte man mir, mein Herz sei vollkommen gesund. So kann eine Fehldiagnose schlimme Folgen haben. Bei mir waren das 42 Tage Krankenhausaufenthalt und zwei Besuche einer Reha. Meine Gesundheit ist seit diesem Eingriff ruiniert und ich bereue es, dass ich diesem Eingriff zugestimmt habe.