Rosacea (Rosazea)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Unter dem medizinischen Fachbegriff Rosacea, oder auch Rosazea, versteht sich, ins Deutsche übersetzt, das Krankheitsbild der sogenannten Kupferfinne. Allgemein sind mehr Frauen als Männer betroffen, sowie ältere statt jüngere Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rosacea (Rosazea)?

Rosacea, zu deutsch „Kupferfinne“, ist eine Hauterkrankung im Bereich des Gesichts, welche häufig im fortgeschrittenen Alter (oftmals ab dem 40./50. Lebensjahr) mit Rötungen, Pusteln und Eiterbläschen einhergeht. Diese können unter anderem durch Nahrungsmittel, Kosmetika, Stress und Umwelteinflüsse ausgelöst und mittels bestimmter Verhaltensweisen, Cremes und Tabletten behandelt werden.

Zu den ersten Anzeichen gehören leichte Rötungen im Gesichtsbereich, vor allem im Bereich der Stirn, Wangen, Nasenflügel und dem Kinn. Charakteristisch für diese Erkrankung ist, dass häufig beide Gesichtshälften, oftmals sogar symmetrisch, betroffen sind.

Ursachen

Die Ursachen der Rosacea sind noch nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler vermuten zum einen, dass eine Regulationsstörung in der Hautdurchblutung im Gesichtsbereich und zum anderen Konsumgüter, wie Kaffee, Tee, scharf gewürzte Speisen, oder Alkohol die Auslöser sein könnten.

Hinzu kommen Faktoren, wie starke Temperaturschwankungen, Kosmetika, oder Stress. Bei den Kosmetikprodukten handelt es sich insbesondere um solche, die Alkohol, Menthol, Öle und Parfüm enthalten. Dies könnte ein möglicher Grund dafür sein, warum gerade Frauen häufiger von Rosacea betroffen sind als Männer.

Sie leiden, Statistiken zufolge, des Öfteren unter Stress und versuchen kleine Unreinheiten mit Cremes und diversen anderen Kosmetikprodukten zu behandeln. Weiterhin ist zu erwähnen, dass es sich bei Rosacea um keine Erbkrankheit handelt und sie nicht übertragbar ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Zu Beginn der Erkrankung wird von betroffenen Rocacea-Patienten oftmals von einem leichten Juckreiz, oder Spannungsgefühl, sowie einer „sonnenbrandartigen“ Haut berichtet. Im Verlauf der Krankheit entstehen Entzündungen, kleine Eiterblasen und Pusteln, wobei im Laufe der Zeit oftmals eine großflächige Rötung entsteht.

Typisch für Rosacea ist, dass der Verlauf in immer wiederkehrenden Schüben stattfindet. Phasenweise sieht die Haut lediglich leicht gerötet und unrein aus und zu einer anderen Zeit verzeichnet sie hingegen stark juckende Pusteln und eitrige Bläschen. Diese, über Jahre anhaltenden Entzündungen der Talgdrüsen, führen zu einer starken Vermehrung des Bindegewebes, wodurch kleine gelbliche, oder rötliche Knoten sichtbar werden.

Hieraus kann eine sogenannte „Knollennase“ hervorgehen. Zudem sei erwähnt, dass es verschiedene Arten der Rosacea gibt, also nicht jeder Patient unmittelbar von jedem Stadium betroffen sein muss. Bei der okulären Form sind beispielsweise ebenso die Augen, in Form von Bindehaut,- Hornhaut,- und Lidrandentzündungen betroffen.

Komplikationen

In schweren Verlaufsformen kann die Rosacea unterschiedliche Komplikationen nach sich ziehen. Dazu gehören in erster Linie Wucherungen an den Talgdrüsen, die sich vorwiegend in der Nasenregion zeigen, sowie Entzündungen an den Augen. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Erkrankung rasch voranschreitet. In manchen Fällen hält sie jedoch auch zeitweilig an.

Eine der schwersten Folgeerscheinungen der Rosacea ist das Rhinophym, auch Knollennase genannt. Sie taucht ausschließlich im glandulär-hyperplastischen Stadium der Krankheit auf und wird Schweregrad III zugeordnet. Besonders häufig kommt sie bei Männern älter als 40 Jahre vor. Dabei leiden die Betroffenen unter knollenartigen Wucherungen im Bereich der Nase, die ein erhebliches kosmetisches Problem darstellen. Mitunter bilden sich die Wucherungen auch am Kinn, an den Ohrläppchen oder an der Stirn.

Bei manchen Patienten können sich die Hautwucherungen auch einzeln zeigen, ohne dass weitere Rosacea-Beschwerden zu verzeichnen wären. Eine Diagnose gilt als äußerst wichtig, weil das harmlose Rhinophym Ähnlichkeiten mit einem Basaliom, einer Hautkrebsform, aufweisen kann. Es ließ sich bislang jedoch nicht eindeutig feststellen, ob Basaliome durch Rhinophyme begünstigt werden.

Ebenfalls zu den Komplikationen der Rosacea zählen Entzündungen der Augen. So leidet ungefähr ein Fünftel aller Patienten unter ihnen. Bemerkbar macht sich die Augen-Rosacea durch Entzündungen des Lidrands oder der Bindehaut. Des Weiteren drohen eine Regenbogenhautentzündung oder eine Hornhautentzündung. Im Extremfall hat die Augen-Rosacea sogar die Erblindung des Patienten zur Folge, was jedoch nur sehr selten vorkommt.

Behandlung & Therapie

Viele Betroffene leiden extrem unter Rosacea (Rosazea). Nicht diese selbst, sondern ihr Erscheinungsbild macht ihnen zu schaffen. Ähnlich „einfachen“ Hautunreinheiten handelt es sich bei Rosacea nicht um eine besonders schmerzintensive Erkrankung, aber eben um eine mit ästhetischen Nebenwirkungen.

Das Selbstwertgefühl der Betroffenen leidet und die nichtvorhandene Aussicht auf eine vollständige und schnelle Heilung drückt auf die Gemütslage der Patienten. Doch ein gut ausgebildeter Facharzt kann helfen. Er diagnostiziert die Krankheit und gibt wertvolle Tipps zum Umgang mit Rosacea. Wichtig ist die richtige Pflege der Haut. Sie sollte weder stark, durch kräftiges Reiben gereizt, noch mit unnötigen Kosmetika behandelt werden. Es dürfen ausschließlich parfümfreie Reinigungsprodukte und Cremes verwendet werden.

Zudem sollten bei einer Rosacea-Erkrankung eine starke Sonnenbelastung, sowie hohe Temperaturschwankungen vermieden werden. Weiterhin ist es möglich eine speziell vom Hautarzt verschriebene Creme zu verwenden, wobei die Wirkstoffe Metronidazol und Erythromycin Linderung versprechen. Kortisonhaltige Cremes dürfen hingegen nicht angewandt werden. Eine Massage von Nase, Wangen, Kinn und Stirn kann sich ebenso günstig auf den Heilungsprozess auswirken.

Hilft dies dem Betroffenen nicht, kann auf die Einnahme von Medikamenten nicht verzichtet werden. Der Wirkstoff Minocyclin wird häufig, da nebenwirkungsarm, eingesetzt. Beim Vorhandensein einer „Knollennase“ kann operativ behandelt werden, indem die oberste Schicht der Nasenhaut abgetragen wird.

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Vorbeugung

Vorbeugend gegen Rosacea wirken die Nutzung von Sonnencreme, die Vermeidung von weniger gut verträglichen Nahrungsmitteln und Stress, der Verzicht auf parfümierte und reizende Kosmetikprodukte, sowie eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle.

Bücher über Rosacea (Rosazea)

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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