Papillenstenose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 12. Juni 2017Geprüfte Qualität
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Unter einer Papillenstenose ist im Bereich der Medizin eine Verengung der Papilla duodeni major, auch Papilla duodeni Vateri, zu verstehen. Die Papilla ist eine Schleimhautfalte innerhalb des Zwölffingerdarms, in die die beiden Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase gemeinsam münden. Eine Verengung der Papille kann verschiedenste Ursachen haben und behindert den Abfluss der Verdauungsenzyme, die von der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse beigestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Papillenstenose?

Etwa in der Mitte des circa 25 Zentimeter langen Zwölffingerdarms, der direkt an den Magen anschließt, befindet sich eine charakteristische Schleimhautauffaltung. In die Schleimhautfalte münden gemeinsam der große Gallengang (Ductus choledochus) und der Bauchspeichelgang (Ductus pancreaticus).

Aus der Papilla duodeni Vateri tröpfeln die Verdauungsenzyme, die von der Leber und der Bauchspeicheldrüse sezerniert werden, in den vorbeistreichenden Speisebrei. Wenn die gemeinsame Einmündung teilweise verlegt oder verengt ist, liegt eine Papillenstenose vor.

Bei einer gravierenden Verengung oder totalen Blockade entsteht ein Rückstau der Enzyme in Gallenblase und Bauchspeicheldrüse und der Speisebrei im Darm wird nicht oder unzureichend mit den notwendigen Enzymen versorgt, die unter anderem dem Fett- und Proteinabbau sowie der Aufspaltung der Kohlenhydrate dienen.

Ursachen

Die Ursachen, die zu einer Papillenstenose führen, können in krankhaften Vorgängen in oder an der Papille selbst liegen, an den beiden Zuführungsgängen oder beispielsweise an festen Konkrementen, die die Papilla Vateri verlegen. Eine Entzündung der Gallenwege oder des Zuführungsgangs des Pankreas mit entsprechender Verengung kann durch eine bakterielle Infektion verursacht werden.

Die pathogenen Bakterien stammen entweder aus dem Blutkreislauf oder sie werden beispielsweise einer ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) aus dem Darm in einen der beiden Zuführungsgänge verfrachtet. Die ERCP bietet die Möglichkeit, auf endoskopischem Wege die Papille und die beiden Zuführungsgänge zu inspizieren und Veränderungen oder sogar die Entfernung von Gallensteinen vorzunehmen.

Eine Entzündung kann auch durch Gallensteine und Rückstau der Enzyme begünstigt werden. In seltenen Fällen treten bakterielle Entzündungen als Verursacher in Erscheinung, die meist mit einer Autoimmunkrankheit sozialisiert sind. In sehr seltenen Fällen können sich nach Operationen oder nach einer ERCP narbige Verwachsungen ausbilden, die zur Papillenstenose führen. Andere Möglichkeiten einer Abflussstörung kann durch Raumverdrängung sich im Bereich der Papille oder der beiden Zuführungsgängen entwickelnder Tumoren entstehen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Papillenstenose kündigt sich je nach Schweregrad mit Schmerzen im Oberbauch an. Die zunächst relativ unspezifischen Bauchschmerzen werden konkreter und stärker, wenn die Papillenstenose bestehen bleibt und sich aufgrund des Rückstaus der Enzyme und Verdauungssäfte eine Cholestase oder eine Pankreatitis oder beides ausbildet.

Bei der von der Papillenstenose verursachten Cholestase handelt es sich um eine extrahepatische Cholestase, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird und wegen einer beginnenden Hyperbilirubinämie Anzeichen einer Gelbsucht (Ikterus) zeigt. Als erstes fällt die Gelbfärbung der Augen auf und eine bräunliche Verfärbung des Urin.

Eine Pankreatitis macht sich ebenfalls mit Schmerzen im Oberbauch bemerkbar, die häufig in den Bereich der unteren Brustwirbelsäule ausstrahlen und ein wenig mit einem Hexenschuss vergleichbar sind. In schweren Fällen können ebenfalls Symptome eines Ikterus auftreten und sich schwerwiegende Probleme einstellen.

Falls die Papillenstenose auf „mechanische“ Gründe wie schmerzlose Verwachsungen oder schmerzlose benigne Tumoren beruht, stellen sich mit zunehmendem Schweregrad der Stenose die gleichen Symptome ein.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei Verdacht auf Vorliegen einer Papillenstenose kann anhand eingehender Anamnese vorgeklärt werden, ob jemals Gallensteine vorhanden waren oder ob es Probleme mit der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase gab. Vielfach lässt eine hochauflösende Sonographie Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Papille und auf eine eventuell vorhandene Stenose zu.

Falls weiterhin Unklarheit besteht, kann eine Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP), Klarheit schaffen. Das ERCP schafft auf endoskopischem Weg direkten Einblick in die Papille und die beiden zuführenden Gänge, den Ductus choledochus und den Ductus pancreaticus. Zu rein diagnostischen Zwecken wird die ERCP allmählich von der MRCP, der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie, verdrängt, weil es sich um ein nichtinvasives Verfahren handelt, das mit keinerlei Verletzungs- oder Infektionsrisiken behaftet ist.

Allerdings handelt es sich natürlicherweise um ein rein bildgebendes, diagnostisches Verfahren, das für keinerlei notwendige Eingriffe geeignet ist. Der Verlauf der durch die Papillenstenose verursachten Krankheitsbeschwerden hängt vom Verlauf der Stenose ab. Falls die Stenose persistiert, wird die Entwicklung einer Pankreatitis und einer Cholestase mit allen damit verbundenen Problemen provoziert.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Papillenstenose hängt von der Verursachung ab. Erstes Ziel einer Therapie besteht darin, den Grund für die Verursachung der Stenose zu identifizieren und zu beheben. In vielen Fällen kann das die Bekämpfung einer Entzündung sein, um entstandene Schwellungen im Bereich der Papille oder der zuführenden Gänge zurückzuführen, so dass sich die Stenose quasi von selbst auflöst.

In den meisten Fällen kommt die Durchführung eines ERCP in Frage, in dessen Verlauf nicht nur die genaue Diagnose getroffen wird, sondern unmittelbar Eingriffe vorgenommen werden können wie die Entfernung von Gallensteinen oder die Weitung der Papille oder des Gallen- oder Pankreasganges. Darüber hinaus können Stents oder Drainagen angelegt werden und auch mittels eines Papillotoms und eines Schneidedrahts erforderliche Schnitte ausgeführt werden.

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Vorbeugung

Direkt vorbeugende Maßnahmen, die eine Papillenstenose verhindern könnten, sind nicht existent. Als generell vorbeugend kann eine Lebensweise gelten, die neben Stresssituationen auch für Entspannungsphasen sorgt. Ebenso ist eine Ernährungsweise, die zum Teil aus natürlich belassenen Lebensmitteln besteht, von Vorteil. Personen, in deren Familien mehrere Fälle einer Papillenstenose bekannt sind, tragen ein etwas erhöhtes Risiko. Auftretende diffuse Schmerzen im Oberbauch sollten dann ein wenig sorgfältig abgeklärt werden.

Bücher über Bauchschmerzen

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Greten, H., Rinninger, F., Greten, T. (Hrsg.): Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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