Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie ist eine radiologische Untersuchungsmethode, die diagnostische Ergebnisse für den Bereich der Inneren Medizin erzeugt. Sie liefert Bildmaterial der Gänge von Gallenblase und Bauchspeicheldrüse und kann Steinbildungen, Entzündungen oder Neubildungen von Gewebe nachweisen. Durch die nicht invasive Diagnostik und den Verzicht auf Kontrastmittel ist die Untersuchung sehr risikoarm.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie?

Die MRCP oder Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie ist eine Spezialuntersuchung, die zum Fachbereich der Radiologie gehört. Über das Bildmaterial hinaus, das ein klassisches MRT von den Oberbauchorganen liefert, kann sie das Gangsystem der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse deutlich darstellen.

Aus diesem Grund stecken im Begriff Cholangiopankreatikographie die Bezeichnungen Galle (Cholé), Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Gefäß (Angio). Sie ist die kontrastmittelfreie und nicht invasive Alternative zur endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP). Als Sonderform der Magnetresonanztomographie (MRT) konzentriert sie sich auf die Darstellung der Gallengänge innerhalb der Leber sowie außerhalb dieses Organs und bildet die Hauptausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse ab.

Wie das normale MRT des Abdomens wird die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie im Kernspintomographen durchgeführt und vom Arzt zur Abklärung bestimmter Fragestellungen häufig als Zusatzuntersuchung angeordnet. Die MRCP kann nach einer auffälligen oder unklaren Ultraschalluntersuchung (Sonographie) notwendig oder gleichzeitig mit dem MRT durchgeführt werden. Weiterführende Untersuchungen für eine Diagnostik von Gallen- und Pankreasgängen sind die ERCP und die EUS, die Endosonographie, bei der der Ultraschall mithilfe eines kleinen Schallkopfes aus dem Körperinneren erfolgt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie wird der Patient wie beim klassischen Kernspin in die Röhre gefahren und verbringt dort auf einer Liege – je nach Fragestellung und mit der MRCP kombinierten Untersuchungen – etwa 20 bis 40 Minuten. Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, mit dieser Diagnosemethode das Gangsystem der Oberbauchorgane genauer abzubilden. Schwerpunkt ist die Darstellung von Gallensteinen, die mit dem klassischen Ultraschall vielleicht nicht oder nur unzureichend erfasst werden können.

Ist man sich allerdings sicher, dass Gallensteine vorhanden sind, die zu entfernen sind, wird man in den meisten den Weg der ERCP gehen: Im Gegensatz zur nicht invasiven MRCP bietet sie die Möglichkeit, die störenden Steine gleich während der Untersuchung aus dem Gallengangssystem zu entfernen. Ein weiteres Anwendungsgebiet der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie ist die Entdeckung von Entzündungen im Bereich des Pankreas, der mittels Ultraschall oft schlecht beurteilbar ist. Eine dritte Einsatzmöglichkeit für die MRCP ist das Auffinden von Zysten oder Tumoren, die gut- oder bösartig sein können. Auch hier ist die radiologische Untersuchungsmethode der Sonografie in der Regel überlegen. Steht die Diagnose eines Gallengangtumors schon vorher fest, wird man auch in diesem Fall oft die ERCP wählen, um die Diagnostik – falls möglich – gleich mit einem operativen Eingriff zu verbinden.

Die MRCP liefert Bildmaterial der Gänge von Gallenblase und Bauchspeicheldrüse und kann Steinbildungen, Entzündungen oder Neubildungen von Gewebe nachweisen.

Darüber hinaus kann die invasive Untersuchungsmethode auch die Gewinnung von Gewebeproben zur anschließenden histologischen Untersuchung leisten. Müssen bei Kindern angeborene Anomalien, etwa eine Fehlbildung der Gallenwege, kann dies in der schmerzfreien und nicht belastenden MRCP begutachtet werden. Ist – zum Beispiel zur Abklärung von Oberbauchbeschwerden – eine Magenspiegelung angesetzt, kann auch hier gleich eine ERCP angeschlossen werden, die aufgrund ihrer uneingeschränkten Sicht auf die Gänge in Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie unnötig macht. Die Vorteile der MRCP liegen darin, dass sie sich den hohen Weichteilkontrast und die Flüssigkeitsansammlung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen zu Nutzen macht.

Sie liefert bei Bedarf dreidimensionale Bilder, die eine gute Grundlage für eine mögliche weitere Therapie bilden. Soll im Rahmen dieses Untersuchungsverfahrens der Pankreasgang oder eine entzündliche Erkrankung der Gallenwege dargestellt werden, wird häufig ein spezielles Medikament gegeben, das eine noch deutlichere Abbildung des Gangsystems ermöglicht. Ein typisches Krankheitsbild, das auf diese Weise diagnostiziert werden kann ist PSC, die primär sklerosierende Cholangitis.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie ist eine Untersuchungsmethode, die kaum Risiken beziehungsweise Nebenwirkungen mit sich bringt. Die Diagnostik im Kernspintomographen ist – zum Beispiel im Vergleich zur Computertomographen – mit keinerlei Röntgenstrahlung verbunden, sondern erzeugt aussagekräftige Schnittbilder von den gewünschten Organen mithilfe von starken, aber für den Organismus harmlosen Magnetfeldern.

Der Magnetismus ist auch für die Untersuchung von Kindern und schwangeren Patientinnen kein Problem. Auch ein Kontrastmittel, das unter Umständen eine allergische Reaktion beim Patienten auslösen könnte, muss bei der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie in den meisten Fällen nicht gegeben werden. Zudem punktet die MRCP damit, dass sie nicht invasiv ist, also keine Komplikationen durch entstandene Blutungsquellen oder das Einbringen von Keimen in den Körper in Verbindung mit einer daraus entstehenden Infektion befürchtet werden muss. Für den Personenkreis derer, die mit der MRCP untersucht werden können, gibt es nur wenige Einschränkungen.

Angstpatienten, die die Enge der Röhre im Kernspintomographen nicht tolerieren, haben die Möglichkeit, ein sogenanntes offenes MRT mit weitaus größeren Abmessungen zu nutzen. Eine Sedierung der Patienten ist allerdings nur in eingeschränktem Umfang möglich, da die Qualität der Bildaufnahme bei der MRCP die Mitarbeit der Patienten benötigt: Sie müssen im Gerät absolut still liegen und zudem in der Lage sein, bis zu 40 Sekunden die Luft anzuhalten, damit die Aufnahmen optimal gemacht werden können. Es sind jedoch auf dem Gebiet der Gerätetechnik enorme Fortschritte gemacht worden, sodass auch Artefakte durch Bewegungen der untersuchten Patienten soweit kompensiert werden können, dass die gewünschte Bildqualität dennoch erzielt werden kann.

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Quellen

  • Greten, H., Rinninger, F., Greten, T. (Hrsg.): Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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