Munddusche

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. November 2017
Startseite » Medizinprodukte » Munddusche

Die Munddusche dient der Zahnpflege und der Mundhygiene. Sie arbeitet mit einem oder mehreren feinen Wasserstrahlen, durch dessen Druckkräfte Speisereste aus den Zahnzwischenräumen, aber auch loser Zahnbelag und Plaques sanft gelöst werden können.

Die erweiterte Zahnpflege mit der Munddusche hat jedoch nicht den Anspruch, das Zähneputzen zu ersetzen. Die Munddusche stellt aber nach zahnmedizinischen Erkenntnissen zusammen mit der Anwendung von Zahnseide eine ideale Ergänzung zum Zähneputzen dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Munddusche?

Obwohl die Funktionsweise der Munddusche in den letzten Jahren stetig perfektioniert wurde, so ist das Prinzip doch das Gleiche geblieben. Alle Arten von Mundduschen benötigen Strom und ein Wasserreservoir zum Produzieren eines oder mehrerer feiner Wasserstrahlen zur Zahnfleischreinigung.

Zwischen den feinen Lücken der Zähne befinden sich auch oft nach dem gründlichen Zähneputzen noch unerwünschte Materialien wie beispielsweise Speisereste, die mit Hilfe einer Munddusche sanft, schonend aber dennoch gründlich entfernt werden können. Durch das Aufprallen des Wasserstrahls auf solche Speisereste werden diese sogleich hinausgesprengt und können nach der Anwendung ausgespült werden.

Die Funktionsweise der Munddusche hat gezeigt, dass sie auch bei sehr schlecht erreichbaren, eng stehenden Zahnzwischenräumen einen Nutzen hat. Diese besonderen Engstellen können auch von Zahnseide manchmal nicht erreicht werden.

Die Anwendung einer Munddusche zur Zahnreinigung ist jedoch nicht zwingend medizinisch notwendig, deshalb ist die Anwendung bis heute umstritten. Selbst bei Zahnmedizinern gibt es Befürworter und Gegner einer Anwendung.

Die Anwendung der Munddusche gilt als Wellnessbehandlung. Sie kann jedoch das subjektive Gefühl einer vollendeten Reinigung von Zähnen und Zahnfleisch vermitteln.

Formen, Arten & Typen

Die Munddusche wurde im Jahre 1962 von dem amerikanischen Ingenieur Mattingly in enger Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt Moyer erfunden. Heute sind Mundduschen unterschiedlicher Formen, Arten und Typen weltweit verbreitet und werden von vielen verschiedenen Herstellern produziert. Es handelt sich in der Regel um ein langlebiges Produkt, eine Lebens- und Anwendungsdauer von mehreren Jahren ist normal und vom Kunden auch erwünscht.

Heute sind vornehmlich Mehrstrahlmodelle auf dem Markt, die auch eine gewisse Massagefunktion für das Zahnfleisch erfüllen sollen. Von den Anschaffungskosten her, gelten Einstrahlmodelle als besonders günstig. Eine Zahnfleischmassage ist damit nur eingeschränkt möglich. Oszillierende Modelle sorgen durch die spezielle Aufbereitung des Wasserstrahldrucks für zusätzliches Reinigungspotenzial.

Mit einer sogenannten Subgingivaldüse als Aufsatz kann zusätzlich Mundspüllösung in die Zahnfleischtaschen eingebracht werden. Typische Erweiterungen sind darüber hinaus Aufsätze zur Zungenreinigung und zur Nasenspülung.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Aufbau & Funktionsweise

Mundduschen dienen der gründlicheren Zahnreinigung und ähneln in ihrer Form elektrischen Zahnbürsten.

Mundduschen arbeiten nach dem Prinzip von Schwingung und Druck. Es wurde lange experimentiert, um herauszufinden, welcher Wasserdruck und welche Schwingungsanzahl für die Reinigung von Zahnzwischenräumen und Zahnfleisch ideal ist.

Aus diesem Grund wurden Studien durchgeführt, die zum Ergebnis hatten, dass Wasserdruck zwischen 0,7 und 6,3 bar bei einer Schwingungsanzahl von 750 bis 1300 in der Minute erzeugt werden müssen, um eine optimale Reinigungswirkung zu erzielen. Nur Mundduschen, die diese Kriterien erfüllen, werden von der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygiene zur ergänzenden Zahnreinigung empfohlen.

Durch die Kombination von Druck und Wasserschwingung kann bis zu einer Tiefe von 6 Millimetern effektiv nach dem Zähneputzen nachgereinigt werden. Damit ist die Munddusche mechanischen Reinigungsmöglichkeiten wie Interdentalbürsten oder Zahnstochern überlegen.

Da viele Mundduschen mit Akkus zur Wiederaufladung ausgestattet sind, ist auch eine bequeme kabellose Anwendung möglich. Neben dem natürlichen Gebiss lassen sich mit einer Munddusche selbstverständlich auch Kronen, Zahnspangen, Brücken oder Implantate gut reinigen.

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Die größten vermeidbaren Risiken bei der Anwendung einer Munddusche bestehen darin, den Druck zu hoch einzustellen, wodurch die Gefahr einer Verletzung der Zahnfleischtaschen besteht. Außerdem können Geräte, die nicht nach Vorgaben des Herstellers gereinigt und gewartet werden, mit der Zeit erheblich verkeimen. Kommt es bei der Anwendung mit einer solch verkeimten Munddusche zu Mikroverletzungen des Zahnfleisches, dann können Keime in den Blutkreislauf eingeschleppt werden, was im schlimmsten Fall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) oder zu einer Entzündung der Herzklappen führen kann.

Zu Beginn einer Anwendung kann es durchaus zu leichtem Zahnfleischbluten kommen, das aber nach wenigen Wochen einer sachgemäßen Anwendung wieder verschwindet. Der medizinische Nutzen von Mundduschen besteht vor allem in der Prophylaxe durch die Reduktion des etablierten Biofilms auf Zähnen und Zahnfleisch.

Durch die Parodontitis-Prävention profitieren insbesondere Diabetiker vom Einsatz der Munddusche. Das Zahnfleisch wird sanft massiert, Mundgeruch wird reduziert und das bakterielle Taschenmilieu mit Sauerstoff angereichert, was wiederum zur Mundhygiene beiträgt.

Zahnmedizinisch gilt die Munddusche als Mittel der Wahl bei Patienten mit festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen.

Bei medizinischer Indikation kann das lauwarme Wasser zur Verwendung in der Munddusche auch mit Zusätzen angereichert werden. Bei Entzündungen haben sich keimreduzierende Spüllösungen, beispielsweise in Form von Chlorhexidin, zur unterstützenden Parodontitistherapie oder zur effektiven Vorbeugung einer Implantantbettentzündung, bewährt.

Bücher über Karies & Zahnschmerzen

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: