Melaninmangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Oktober 2017
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Der Melaninmagel ist gekennzeichnet durch eine hellere Färbung der Haut, die am gesamten Körper oder auch nur fleckartig auftreten kann. Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig und zur Abklärung dieser ist eine genaue Anamnese erforderlich. Im Allgemeinen ist der Melaninmangel jedoch fast immer harmlos, kann für die Betroffenen jedoch eine große seelische Belastung darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Melaninmangel?

Melaninmangel, medizinisch Hypomelanose genannt, ist eine Pigmentstörung der Haut, die auf einen Mangel an Melanozyten zurückzuführen ist.

Die in der Oberhaut, auch Epidermis genannt, anzutreffenden Melanozyten sind verantwortlich für die Bildung von Melanin, welches der Haut zum einen seine natürliche Farbe verleiht und zum anderen die tieferen Hautschichten vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Die Melanozyten werden entweder vom UV-Licht aktiviert oder durch das Melanozyten-stimulierende Hormon, Kurzschreibweise MSH, auch Melanotropin genannt, was in beiden Fällen eine Melanin-Synthese zur Folge hat und zur Bildung von Melanosomen führt.

Bei einem flächendeckenden Melaninmangel ist die Haut am gesamten Körper heller als üblich, bei einem örtlich begrenzten Melaninmangel weist sie helle Flecken auf. Fehlt das Melanin völlig, wie beispielsweise bei einem vollständigen Albinismus, so spricht man von einer Depigmentierung.

Ursachen

Die Ursachen für einen Melaninmangel können unterschiedlichster Art sein und sind heute im Einzelnen noch nicht abschließend geklärt. Maßgeblich ist jedoch zunächst immer die Anzahl der Melanozyten in der Epidermis. Um so weniger Melanozyten vorhanden sind, um so weniger Melanin kann vom Körper gebildet werden und um so heller erscheint die Haut.

Bei der sogenannten Weißfleckenkrankheit, einem örtlich begrenzten Melaninmangel, vermutet man heute, dass es aufgrund einer Autoimmunreaktion zu einer Zerstörung der Melanozyten in der Oberhaut kommt. Weitere Ursachen für die Zerstörung von Melanozyten, die sich ebenfalls in fleckartiger Form äußern, können Röntgenuntersuchungen oder auch Kosmetika sein. Auch Hitze oder Kälte, beispielsweise auch therapeutisch induziert, wie bei einer Kryotherapie, einer speziellen Form der Kältetherapie, die unter anderem bei Rheuma eingesetzt wird, kann eine Zerstörung der Melanozyten bewirken.

Medikamente, die den hormonellen Stoffwechsel beeinflussen, wie beispielsweise die Antibabypille, können ebenso einen Melaninmangel auslösen. Des Weiteren kommen für einen Melaninmangel auch Toxine als Verursacher in Frage und auch Entzündungen der Oberhaut, wie beispielsweise eine Schuppenflechte oder eine Neurodermitis.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Diagnostisch steht bei einem Melaninmangel vor allem die umfangreiche Anamnese des Patienten im Vordergrund, um eventuelle Erbkrankheiten oder auch einen, durch Medikamente oder medizinische Behandlungen induzierten, Melaninmangel auszuschließen.

Die gesamte Krankengeschichte des Patienten kann für das Auffinden der Ursache des Melaninmangels von Bedeutung sein. Unter Umständen kann auch eine Biopsie einer der betroffenen Hausstellen etwas über den Hintergrund des Melaninmangels verraten.

Der Verlauf der Erkrankung ist zumeist harmlos und nur langsam voranschreitend. Bei der Weißfleckenerkrankung werden die Flecken im Laufe das Lebens zwar größer und nehmen häufig auch zahlenmäßig zu, was aber, bezogen auf die Haut, kein Grund zur Sorge ist.

Komplikationen

Ein Melaninmangel kann zu einigen Komplikationen führen. Abhängig von der Ursache, macht ein Mangel an Melanin die Haut meist lichtempfindlicher. Dadurch steigt das Risiko für Sonnenbrände und schwere Hauterkrankungen. Ein Melaninmangel in Folge von Albinismus oder der Weißfleckenkrankheit ist mit einem erhöhten Hautkrebs-Risiko verbunden.

Außerdem sind die Augen überempfindlich und erkranken im Verlauf des Lebens häufiger. Ein Melaninmangel stellt häufig auch eine emotionale Belastung dar. Die häufig auftretenden Flecken werden von den Betroffenen als kosmetischer Makel betrachtet, wodurch es etwa zu einer Abnahme des Selbstwertgefühls kommen kann. Insbesondere die Weißfleckenerkrankung kann für Betroffene belastend sein, da sich die Flecken im Laufe des Lebens vergrößern und zahlenmäßig zunehmen.

Verstärkt wird die Belastung durch die beschleunigte Ergrauung der Haare und eine schnellere Hautalterung. Bei der Behandlung eines Melaninmangels können ebenfalls Komplikationen auftreten. So stehen Ampullen und Nasensprays mit dem Wirkstoff Melanotan im Verdacht, das Herz-Kreislauf-System und den Verdauungstrakt zu schädigen. Auch kann es zu schweren Hautschädigungen und allergischen Reaktionen kommen. Ähnliche Risiken gehen von Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparaten aus, die bei einem Melaninmangel häufig eingesetzt werden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie eines Melaninmangels ist abhängig von der Ursache desselben. Ist der Mangel medikamentös bedingt, so gilt es das Medikament abzusetzen und einen Ersatz zu finden. Bei Kosmetika versteht sich die zukünftige Meidung des Produkts von selbst.

Sollte der Melaninmangel zu stark auf der Seele lasten, so ist einer psychologischen Therapie anzuraten. Ansonsten bietet sich im Falle von örtlich begrenztem Melaninmangel in Form von Flecken eine rein kosmetische Therapie an, um die Flecken dem Rest der Haut anzugleichen und das Selbstwertgefühl wieder zu stärken.

Auch eine Bestrahlung der betroffenen Hautareale findet bei der Weißfleckenerkrankung und anderem fleckartigen Auftreten von Melaninmangel oftmals Anwendung. Die Therapie ist jedoch meistens von langer Dauer und muss über Monate regelmäßig durchgeführt werden.

Um die Produktion von Melanin im Körper anzuregen, empfehlen die Autoren Russel J. Reiter und Jo Robinson in ihrem Buch "Melanin". Die neue Waffe gegen Alter und Krankheit“ als Nahrungsergänzung abends 100 Milligramm Nicotinamid, 1000 Milligramm Calcium und 500 Milligramm Magnesium und morgens 25 bis 50 Milligramm Vitamin B6 einzunehmen. Gesicherte Studien gibt es hierzu allerdings nicht.

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Vorbeugung

Vor allem bei einer Depigmentierung ist den Betroffenen anzuraten, vorbeugend Sonnenschutzprodukte mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden, da das UV-Licht in diesem Falle vollkommen ungehindert in tiefere Hautschichten vordringen kann und das Hautkrebsrisiko entsprechend ansteigt. Von Besuchen im Solarium ist bei jedweder Form des Melaninmangels generell abzuraten.

Das können Sie selbst tun

Beim Auftreten der harmlosen Weißfleckenkrankheit, eine Form des Melaninmangels, sollte der Betroffene darauf achten, die Stellen des Körpers, welche betroffen sind, besonders vor der Sonne zu schützen. Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sollte regelmäßig vor dem Gang ins Freie verwendet werden.

Bei der starken Form des Melaninmangels, des Albinismus, muss sehr stark darauf geachtet werden, dass die Haut sowie die Augen vor der Sonne geschützt werden. Der Betroffene sollte sich bei hoher Sonneneinstrahlung am besten nicht draußen aufhalten. Eine Kleidung, die vor UV-Strahlen schützt ist von großer Wichtigkeit. Auch das Tragen eines Hutes und einer Sonnenbrille, sowie die Verwendung einer Sonnencreme sind ratsam.

Der Melaninmangel ist dem Betroffenen oft anzusehen. Dies kann zu einer psychischen Belastung führen. Aufgrund dessen sind eine psychologische Betreuung durch einen Therapeuten oder durch einen Psychologen und/oder die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe zu der jeweiligen Form der Erkrankung ratsam. Es kann das Leben des Betroffenen verbessern, indem er den Kontakt zu anderen Betroffenen aufnimmt oder durch eine geschulte Person begleitet wird. Zusätzlich wird so der Entwicklung einer Depression entgegengewirkt. Bei der Weißfleckenkrankheit kann außerdem eine kosmetische Behandlung der betroffenen Stellen zu einer Verbesserung des seelischen Zustandes des Patienten führen.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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