Kreisrunder Haarausfall

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Kreisrunder Haarausfall ist keine gefährliche Erkrankung. Für die Betroffenen ist er jedoch eine große immer mit einer großen psychischen Belastung verbunden, da die kahlen Stellen meist am Kopf auftreten und für Außenstehende leicht sichtbar sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist kreisrunder Haarausfall?

Kreisrunder Haarausfall ist die zweithäufigste Form von Haarausfall. Meist sind junge Leute und Kinder davon betroffen. Statistisch sind Männer häufiger davon betroffen als Frauen.

Der Kreisrunde Haarausfall ist keine schwere Erkrankung, bedeutet für die Betroffenen jedoch meist eine extrem hohe psychische Belastung. Bei rund 50 Prozent der Erkrankten bilden sich die kahlen und meist kreisrunden Stellen innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder zurück.

Bei etwa ¼ der Betroffenen kommt es jedoch zu einem totalen Verlust der kompletten Körperbehaarung. Der Kreisrunde Haarausfall tritt häufig in Schüben auf. Dabei kann es im Abstand von ungefähr drei Jahren immer wieder zum Haarausfall kommen. Kreisrunder Haarausfall gehört wahrscheinlich zu den Autoimmunkrankheiten.

Ursachen

Kreisrunder Haarausfall gehört vermutlich zu den Autoimmunkrankheiten. Normalerweise richtet sich das Immunsystem gegen Bakterien oder Viren, die in den Körper eindringen. Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe.

Beim Kreisrunden Haarausfall stuft das Immunsystem die Haarfollikel als körperfremd ein und greift sie an verschiedenen Stellen an. Diese Reaktion des Immunsystems kann an einigen Stellen der Kopfbehaarung auftreten, kann aber auch die komplette Körperbehaarung betreffen. So kann es beim Kreisrunden Haarausfall zu einem teilweisen oder kompletten Haarverlust kommen, bei dem auch Wimpern, Augenbrauen, Achsel- und Schambehaarung betroffen sein können.

Es wird davon ausgegangen, dass Kreisrunder Haarausfall genetisch bedingt ist, da eine familiär bedingte Häufung des Kreisrunden Haarausfalls beobachtet werden kann.

Diagnose & Verlauf

Der Haarausfall im Bereich der Geheimratsecken sind meist die ersten Anzeichen für eine weit ausgeprägte Glatze.

Zur Festigung der Diagnose beim Kreisrunden Haarausfall sind die Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese) und verschiedene klinische Untersuchung notwendig. In der Regel lässt sich die Erkrankung jedoch schon anhand ihres typischen Erscheinungsbildes feststellen.

Beim Kreisrunden Haarausfall kommt es zu scharf begrenzten und kahlen Körperstellen, welche häufig am Kopf auftreten. Ein weiteres typisches Anzeichen ist eine elfenbeinfarbene Haut an den kahlen Stellen. Bei der Aufnahme der Anamnese sind die Dauer der Symptome und eventuelle Begleitsymptome von besonderer Bedeutung.

Die klinische Untersuchung umfasst eine Untersuchung der Qualität und Quantität der Haare. Auch der Haaransatz und die Haarfollikel werden untersucht. Dies geschieht in erster Linie durch verschiedene Laboruntersuchungen anhand von entnommenen Haar- und Haarfollikelproben. Darüber hinaus untersucht der Arzt auch die Kopfhaut. Die Festigkeit der Haarverankerung kann weitere Hinweise zur Diagnose des Kreisrunden Haarausfalls geben.

Komplikationen

Ein kreisrunder Haarausfall ist natürlich kein Krankheitsbild, sondern in den meisten Fällen ein erblich bedingtes Symptom. In extremen Fällen fängt ein solcher Haarausfall bereits mit 30 Jahren an, sodass dieses Erscheinungsbild auch zu verschiedenen Komplikationen führen kann. Häufig leiden betroffene Personen weniger unter den körperlichen Beschwerden, sondern eher unter den psychischen Problemen.

Vielen betroffenen Personen bereitet ein früher Ausfall der Haare ein einschneidendes Erlebnis. Die psychischen Belastungen können so stark zunehmen, sodass es unter Umständen sogar zu erheblichen Depressionen kommen kann. Es kann jedoch auch zu körperlichen Komplikationen kommen, wenn die betroffene Person zu verschiedenen Haarwuchsmitteln greift.

Solche Haarwuchsmittel sind sehr aggressiv, sodass es unter Umständen zu starken Hautreizungen auf der Kopfhaut kommen kann. Bei ersten Reizungen bzw. Rötungen der Haut, sollte das besagte Mittel umgehend abgesetzt werden. Ansonsten kann es zu einem starken Juckreiz kommen, sodass sich aufgrund des ständigen Kratzens sogar eine offene Wunde entwickeln kann.

Eine offene Wunde ist generell sehr anfällig für Entzündungen, sodass es in diesem Fall auch zu weiteren Komplikationen kommen kann. Somit gilt: Bei einem kreisrunden Haarausfall sind vielfältige Komplikationen möglich, die definitiv von einem Arzt behandelt werden sollten. Nur so können permanente Folgeschäden vermieden werden.

Behandlung & Therapie

Beim Kreisrunden Haarausfall ist aus medizinischer Sicht in vielen Fällen keine Therapie notwendig. In der hälfte der Fälle bildet sich der Kreisrunde Haarausfall von alleine zurück und es kommt nur äußerst selten zu wirklichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Da jedoch die meisten Betroffenen unter den Symptomen psychisch erheblich leiden, muss im Einzelfall entschieden werden, ob und ab wann eine Behandlung erfolgt.

Ist der Kreisrunde Haarausfall nur schwach ausgeprägt wird meist von einer Therapie abgesehen, denn häufig kommt es in diesen Fällen innerhalb einiger Monate zu eine Besserung oder Abheilung der Symptome. Zur Unterstützung des Heilungsprozess werden allenfalls die Einnahme von Zink und kortisonhaltige Lösungen oder Salben verabreicht. In manchen Fällen wird auch eine lokale Reiztherapie angewandt. Dabei wird Dithranol eingesetzt, eigentlich ein Wirkstoff zur Behandlung von Schuppenflechte.

In schweren Fällen wird eine äußerliche Immuntherapie mit Hilfe von Diphenylcyclopropenon durchgeführt. Manchmal kann auch eine PUVA-Therapie helfen. Dies ist eine Behandlung mit UV-A-Strahlen. Leider gibt es keine Therapie, um die Ursachen des Kreisrunden Haarausfalls zu heilen. Jeder Behandlungsansatz richtet sich demnach nur auf die Beseitigung der auftretenden Symptome. Jedoch kann keine der möglichen Behandlungsmethoden ein erneutes Auftreten des Kreisrunden Haarausfalls verhindern.

Die Haartransplantation bezeichnet die Verpflanzung von Körperhaar. Haartransplantationen kommen vor allem bei Haarausfall zur Anwendung. Klicken, um zu vergrößern.

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Vorbeugung

Da der Kreisrunde Haarausfall genetisch bedingt ist, gibt es bisher keine wirksamen Maßnahmen zur Vorbeugung. Beim ersten Auftreten der Symptome kann allenfalls durch die Einnahme von Zink versucht werden, ein Fortschreiten des Haarausfalls zu verhindern. Jedoch gehen diesbezüglich die Meinungen der Fachleute auseinander. Manche Ärzte sind der Meinung, dass eine frühzeitige Behandlung den körpereigenen Heilungsprozess eher behindern kann und der Kreisrunde Haarausfall ohne Behandlung besser abheilt.

Das können Sie selbst tun

Bei kreisrundem Haarausfall helfen verschiedene Maßnahmen und Hausmittel. Je nach Ursache kann der Haarverlust oft bereits durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten eingedämmt werden.

Eine gesunde und ausgewogene Diät etwa, stärkt das Immunsystem und kann damit auch vor Haarausfall bewahren. Es empfiehlt sich eine ballaststoff-, mineral- und vitaminreiche Ernährung, die in Rücksprache mit dem Hausarzt um Zink- und Kalzium-Präparate ergänzt werden kann. Was sich außerdem empfiehlt ist regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Stress. Begleitend zu diesen allgemeinen Maßnahmen helfen eine Reihe von Hausmitteln. Bewährt haben sich Brennnesseln oder Farnblätter – beides wird in Form eines Aufgusses in die Haare gekämmt. Ebenso wirksam ist eine Haarspülung aus getrocknetem Rosmarin, die am besten täglich angewendet wird.

Sollten die genannten Maßnahmen keine Wirkung zeigen, empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen. Womöglich liegt dem kreisrunden Haarausfall eine ernste Erkrankung zugrunde, die zunächst behandelt werden muss. Auch bei natürlichen Ursachen ist ärztlicher Rat gefragt, denn manchmal helfen Medikamente gegen den Haarausfall. Im Zweifelsfall kann gegen den Haarverlust mit Hilfe eines Haarteils oder einer Haarverpflanzung vorgegangen werden.

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Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Mader, F., Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Heidelberg 2014
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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