Haartransplantation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Pro Tag fallen einem Menschen 200 bis 300 Haare aus. Da der Haarfollikel dabei intakt bleibt, wächst kurze Zeit später das Haar nach. Ist der Haarfollikel geschädigt, kann das Haar nicht nachwachsen, die Haarmenge nimmt ab (Alopezie). Eine Haartransplantation kann die kahlen Stellen mit neuen Haaren auffüllen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Haartransplantation?

Unter Alopezie leiden fast ausschließlich Männer. Die Gründe für den Haarausfall sind in aller Regel erblich bedingt. Es liegt eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen Dihydrotestosteron (DHT) vor.

DHT ist ein Steoridhermon und wird bei Überschuss vom Körper ausgeschieden. Kann es nicht ausgeschieden werden – die Neigung dazu ist erblich bedingt – verbleibt das überschüssige DHT im Körper und bewirkt eine Schädigung des Haarfollikels.

Ein geschädigter Follikel kann ein Haar nicht mehr halten, es fällt aus und wächst nicht nach. Sofern der Haarausfall erblich und nicht krankheitsbedingt ist, kann durch eine Haartransplantation fehlendes Haar ersetzt werden.

Funktion Wirkung & Ziele

Bei einer Haartransplantation – welche üblicherweise mit eigenem Haar vorgenommen wird – haben sich zwei Verfahren als wirkungsvoll erwiesen.

Zum einen gibt es das Verfahren des Follicular Unit Extraction (FUE), zum anderen das Verfahren der Streifenentnahme (FUI). Eine Haartransplantation nach der FUE-Methode funktioniert wie folgt: An den Stellen des Kopfes, an denen das Haar noch voll ist, entnimmt der Operateur einzelne Haarfollikel. Dafür verwendet er eine Hohlnadel, mit der er den Follikel „absaugt“. Der Follikel wird anschließend in eine Nährlösung gegeben und aufbereitet.

Anschließend wird der Follikel an den zuvor gekennzeichneten kahlen Stellen eingebracht. Bei der FUI- oder Streifenentnahme werden ganze Streifen behaarter Stellen entnommen und anschließend in einzelne Follikel zerlegt. Auch hier folgen eine Aufbereitung der Follikel und das Verpflanzen auf die kahlen Stellen. Bei der Streifenmethode ist meist nur eine Sitzung notwendig, und die Haartransplantation ist abgeschlossen.

Bei der sehr viel aufwendigeren Methode nach FUE sind meist mehrere Sitzungen notwendig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis der Haartransplantation zu erreichen. Welches Verfahren angewendet wird, ist wesentlich von der Ausgangssituation abhängig. Ist ein relativ dichter Haarkranz vorhanden, ist die wesentlich kostengünstigere Methode nach FUI für eine erfolgreiche Haartransplantation durchaus geeignet. Ist kein dichter Haarkranz mehr vorhanden, bietet sich eher die FUE-Methode an. Die Einzelentnahme der Follikel sorgt dafür, dass nicht an anderer Stelle lichte Flächen entstehen. Mit beiden Methoden wird das Ziel, an zuvor kahlen Stellen wieder Haare wachsen zu lassen, erreicht.

Haartransplantationen werden unter leichter Narkose vorgenommen, die Dauer der Haartransplantation richtet sich nach der Menge der Haare, die verpflanzt werden sollen. Während der Haartransplantation sitzt der Patient, so kommt der Operateur optimal an alle Stellen des Kopfes heran. Da die Narkose nur leicht ist, kann der Patient unmittelbar nach der Haartransplantation die Klinik verlassen, sollte sich jedoch von einer Person begleiten lassen. Nach 2 weiteren Tagen der Erholung ist die Haartransplantation zunächst abgeschlossen.

Die Haartransplantation bezeichnet die Verpflanzung von Körperhaar. Haartransplantationen kommen vor allem bei Haarausfall zur Anwendung. Klicken, um zu vergrößern.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Haartransplantation ist nicht gänzlich frei von Risiken. Die Operation selbst ist eher klein, die Narkose leicht. Trotzdem können während der Operation oder danach Schmerzen auftreten, gegen die ein Schmerzmittel gegeben werden kann.

Weitere Operationsrisiken bestehen nicht. Es kommt jedoch vor, dass transplantierte Haare nicht anwachsen und sich erneut kahle Stellen zeigen. Die Haartransplantation muss in einem solchen Fall wiederholt werden, sonst ist kein gutes Ergebnis möglich. Wird die Streifenmethode gewählt, können Narben zurückbleiben. Besonders dann, wenn es zu einer Wundheilungsstörung kommt – etwa, wenn Bakterien in die Wunde gelangen – werden die Wunden Zeit brauchen, bis sie abheilen.

Manche Menschen neigen außerdem dazu, wulstartiges Narbengewebe zu bilden. Auch in diesem Fall werden die Narben an den Entnahmestellen dauerhaft sichtbar bleiben. Es ist dann kaum möglich, das Haar im Bereich der Entnahmestellen kurz zu tragen. Mitunter kommt es vor, dass unerfahrene Operateure das Haar entgegen der natürlichen Wuchsrichtung transplantieren. So bleibt dauerhaft sichtbar, an welcher Stelle eine Haartransplantation vorgenommen wurde.

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Quellen

  • Largiadèr, F., Saeger, H.-D., Keel, M.J.B.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Raab, W.: Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis. Springer, Heidelberg 2012
  • Vogt, P. M.: Praxis der Plastischen Chirurgie. Springer, Heidelberg Berlin 2011

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