Allicin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Allicin entsteht im Knoblauch (Allium sativum) aus einer enzymatischen Reaktion bei der Zerstörung des pflanzeneigenen Gewebes. Die schwefelhaltige Substanz zersetzt sich schnell in Bestandteile, die ebenfalls gesundheitsfördernde Wirkungen entfalten. Am bekanntesten ist die Senkung der Cholesterinwerte und des Blutdruckes, doch sind viele weitere Effekte nachgewiesen, die direkt oder indirekt zurückzuführen sind auf Allicin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Allicin?

Allicin ist eine schwefelhaltige Verbindung, die aus der Aminosäure Alliin entsteht, die im Knoblauch enthalten ist. Aminosäuren sind eine Substanzklasse von bioorganischen Stickstoffverbindungen, zu denen auch die Eiweißbausteine gehören.

Wenn das Zellgewebe von Knoblauch zerstört wird, kommt es zu einer Vermischung von Alliin und einem Enzym, das in anderen Zellen lokalisiert ist als Alliin.

Durch die enzymatische Aktivität der „Allinase“ wird Alliin umgewandelt, indem Allicin abgespalten wird. So entsteht beim Verzehr von Knoblauch oder schon während der Zubereitung der Wirkstoff, für den das Lauchgewächs bekannt ist. Der intensive Knoblauchgeruch resultiert durch spontan entstehende Abbauprodukte aus Allicin.

Pharmakologische Wirkung

Allicin ist nachgewiesenermaßen ein biologisches Antibiotikum. Die antibakterielle Wirkung erstreckt sich über ein breites Spektrum von Krankheitserregern.

Darüber hinaus wird Allicin auch ein antimykotischer (pilzabtötender) Effekt zugeschrieben. Da Pilzgewebe aus höheren Zellen bestehen, stellt Allicin ein Zellgift dar, dass auch menschlichen Zellen potentiell gefährlich werden kann. In der Praxis ist dies aber zu vernachlässigen, wie unten ausgeführt wird. Die bekannteste Wirkung des Stoffes besteht jedoch in der Senkung der Blutfettwerte, so soll Allicin besonders die Konzentration des LDL-Cholesterins erniedrigen.

Diese Fraktion der Blutfette ist nach gängiger Meinung der Mediziner hauptverantwortlich für die Arteriosklerose. Allicin ist eine instabile Verbindung, die im Organismus ein Stoffgemisch generiert. Die biochemischen Effekte der Folgeprodukte sind im Einzelnen noch nicht bekannt, jedoch vermuten Wissenschaftler darin weitere Wirkungen des Knoblauchs.

So soll Allicin indirekt beteiligt sein an der Bekämpfung von Zahnschmerzen und der Blutdrucksenkung. Sogar als Aphrodisiakum stehen Allicin und seine Spaltprodukte in der Diskussion, ausgehend von den Annahmen antiker Ärzte. Die Absenkung des Blutzuckerspiegels sowie eine Steigerung der körperlichen Fitness resultieren wahrscheinlich ebenso aus den Derivaten von Allicin.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Allicin entsteht im Knoblauch (Allium sativum) aus einer enzymatischen Reaktion bei der Zerstörung des pflanzeneigenen Gewebes.

Allicin ist entsprechend dieser Wirkungen auf den Stoffwechsel ein anerkanntes Mittel gegen Arteriosklerose. Deren Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen ist ein Hauptanwendungsgebiet des Knoblauchextraktes. Eingesetzt wird der vielseitige Stoff auch für die Magenreinigung, wo Allicin Bakterien abtötet. Äußerlich angewendet kann ein entsprechendes Präparat gegen solche Infektionen helfen, die durch Parasiten wie Zecken übertragen werden. In ähnlicher Applikation hilft Allicin gegen Nagelpilz und andere Mykosen.

Die prophylaktische Wirkung gegen maligne Tumoren (Krebs), die Allicin und dessen Oxydationsprodukten zugeschrieben wird, ist Ausgangspunkt pharmakologischer Forschung. Ziel dabei ist es, Allicin in der Chemotherapie einzusetzen. Das Problem dabei ist, dass Allicin selber spontan zerfällt und daher in nur sehr geringen Dosen den Wirkort im Organismus erreicht.

Daher haben Wissenschaftler versucht, die Freisetzung von Allicin im Organismus zu verzögern. Technologisch ist es im Tierexperiment bereits gelungen, Allicin bis an bestimmte Tumorzellen zu transportieren. Die Ergebnisse geben Anlass zu der Hoffnung, hochwirksame Chemotherapeutika für den Menschen zu entwickeln, basierend auf dem Hauptbestandteil Allicin.

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Risiken & Nebenwirkungen

Allicin kann bei übermäßiger Aufnahme leichte Unverträglichkeiten im Magen-Darm-Bereich hervorrufen. Dasselbe gilt auch für Menschen mit einer spezifischen Unverträglichkeit gegen Allicin. Insbesondere soll dies bei Allergien eine Rolle spielen. Ernste Komplikationen sind dies in der Regel jedoch nicht.

Eine weitere Nebenwirkung ist aus medizinischer Sicht zu vernachlässigen: Gemeint ist die Entstehung des typischen Knoblauchgeruches durch die Derivate des Allicins. Viele Menschen nehmen dies allenfalls als unangenehm wahr. Betrachtenswert ist ebenfalls der zytotoxische Effekt von Allicin. Allerdings kann diese zellabtötende Eigenschaft der menschlichen Gesundheit nicht gefährlich werden.

Denn die schnelle Zersetzung der Substanz während des Verdauungsvorganges verhindert weitgehend aggressive Reaktionen im Stoffwechsel. Die positiven Wirkungen stehen also sehr schwachen Nebenwirkungen gegenüber. Deswegen ist Knoblauch seit der Antike ein beliebtes Heilmittel, hauptverantwortlich dafür ist das Allicin.

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