Achsel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. August 2017
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Die Achsel liegt zwischen der Schulter und der lateralen Brustwand. In dieser anatomischen Struktur liegen vor allem Drüsen, die Schweiß und Pheromone produzieren. Unter den Achseln treten Hauterkrankungen wie Pilzinfektionen besonders häufig auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Achsel?

Die Achseln sind beidseitig des menschlichen Körpers der Bereich zwischen der lateralen Brustwand und der Schulter oder dem medialen Oberarm. Was die Medizin unter der Achsel versteht, unterscheidet sich von der umgangssprachlichen Achselhöhle. In der Umgangssprache ist mit den Achseln lediglich die behaarte Hautfalte zwischen der Brustwand und dem Oberarm gemeint.

Medizinisch zählen mehrere Arterien und eine Vene zur anatomischen Struktur der Achsel. Auch Nerven, Lymphknoten und Fettgewebe gehören zum Achselbereich. Die Achselhöhle ist nach dieser Definition nicht nur der oberflächliche, sondern auch der tiefer gelegene Raum unter der Schulter. Vorne wird dieser Raum von der vorderen Achselfalte begrenzt, die vom großen Brustmuskel gebildet wird.

Hinten begrenzt die hintere Achselfalte die Achsel. Diese hintere Achselfalte bildet der große Rückenmuskel, wobei innen der Brustkorb die begrenzende Funktion übernimmt.

Anatomie & Aufbau

Die Achsel wird von der ersten Rippe, dem oberen Schulterblatt und dem Schlüsselbein eingefasst. Eine Schicht aus muskeldurchwachsenem Bindegewebe und Fettgewebe bettet die Achsel ein. Die Voderwand der Achsel bildet der Musculus pectoralis major zusammen mit dem Musculus pectoralis minor. Der Musculus subscapulari bildet gemeinsam mit dem Musculus teres major und dem Musculus latissimus dorsi die Hinterwand.

Die mittlere Begrenzung der anatomischen Struktur wird von vier Rippen und den dazwischen liegenden Interkostalmuskeln gebildet. Die Vorderwand und Hinterwand der Achsel laufen in eine schmale Fläche zusammen, die aus dem Musculus coracobrachialis, dem Humerus und dem Musculus biceps brachii besteht. Die Blutversorgung der Struktur wird von der Arteria axillaris und ihren Nebenästen übernommen.

Die Vena axillaris übernimmt die Blutabführung. Der Plexus brachialis und seine Äste innervieren die Achsel zusammen mit den Intercostalnerven der Rippen. Unter der Haut der Achseln liegen rund 30 axiliäre Lymphknoten. Zusätzlich sind viele Talg- und Schweißdrüsen in diesem Bereich angesiedelt.

Funktion & Aufgaben

Die Aufgaben der Achsel sind vielseitig und setzen sich aus den einzelnen Funktionen ihrer anatomischen Bestandteile zusammen. In den Achselhöhlen sitzen zum Beispiel verschiedene Drüsen, die unterschiedliche Sekrete absondern. Bei einigen von ihnen handelt es sich um apokrine Drüsen. Das heißt, dass aus diesen Strukturen verschiedene Duftstoffe abgegeben werden.

Diese Duftstoffe sind einerseits Sexuallockstoffe wie Pheromone und prägen andererseits den individuellen Körpergeruch. Apokrine Drüsen haben damit Einfluss auf das Sexual- und Sozialverhalten der Menschen. Davon zu unterscheiden sind reine Schweißdrüsen. Das Schwitzen ist für den Körper lebenswichtig. Es reguliert die Körpertemperatur und kühlt die Haut sowie das Innere des Körpers. Die Drüsen unter den Achseln erfüllen damit zusätzlich zu dem Dufteffekt auch einen kühlenden Effekt. Wieder andere Funktionen kommen der Achselbehaarung zu.

Das Achselhaar beginnt in der Regel in der Pubertät zu wachsen. Wie dicht die Behaarung ist, hängt nicht nur mit genetischen Faktoren zusammen, sondern hat ebenso viel mit der Herkunft eines Menschen zu tun. Menschen aus heißen Ländern sind so meist dichter behaart, als solche aus kühleren Gebieten. Die Achselbehaarung verhindert Reibungen in der Achselhöhle. Außerdem nimmt das Achselhaar Schweiß auf und spielt damit eine Rolle für den Kühlungseffekt von Körperausdünstungen.

Genauso wie der Kühlungseffekt wird auch die Effizienz von Pheromonen von den Achselhaaren verstärkt. Auch die axiliären Lymphknoten erfüllen in der anatomischen Struktur der Achsel wichtige Aufgaben. Sie empfangen Zuflüsse aus den Armen, der Brust und der seitlichen Rumpfwand. Auch die Lymphwege der Schulter, des Nackens und des Unterarms sind mit den Achsellymphknoten verbunden. Wie alle anderen Lymphknoten ist auch die Aufgabe der Achsellymphknoten ein Filterprozess, der Schadstoffe wie Krankheitserreger ausschwemmt.

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Krankheiten

Eine der bekanntesten Krankheiten im Bezug auf die Achsel ist die Achselnässe. Damit ist eine Überproduktion an Schweiße gemeint, die lokal unter den Achseln auftritt. Von übermäßiger Schweißproduktion ist dann die Rede, wenn in einer Achselhöhle in fünf Minuten mehr als 100 Milligramm Schweiß produziert werden. Achselnässe kann sowohl angeboren als auch erworben sein.

Sowohl hormonelle, als auch psychische und nervensystematische Ursachen kommen als Auslöser für die übermäßige Schweißproduktion in Frage. Noch häufiger als Achselnässe kommen Hauterkrankungen unter den Achseln vor. Solche Hauterkrankungen können die Rasur oder ein bestimmtes Deodorant zur Ursache haben. Auch Hautpilz unter den Achseln ist aber keine Seltenheit. Das feuchte und warme Milieu der Achselhöhle zieht parasitäre Pilze geradezu an. Genauso häufig kommen Knoten unter den Achseln vor.

Diese Knoten müssen nicht unbedingt auf eine schwere Erkrankung hinweisen. Ein oder mehrere Lymphknoten können zum Beispiel geschwollen sein und so auf eine Infektion hindeuten. Wenn eine Infektion für die Knotenbildung verantwortlich ist, verschwinden die Schwellungen wieder, wenn der Körper die Bakterien, Pilze oder Viren bekämpft hat.

Falls statt einer Infektion eine Krebserkrankung für die Knoten unter den Achseln verantwortlich ist, dann handelt es sich bei den Knoten in der Regel um Metastasen. Bei Brustkrebs streut ein Tumor zum Beispiel häufig in die umliegenden Lymphknoten. In einem solchen Fall wird das befallene Gewebe entfernt.

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