Fettgewebe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Fettgewebe erfüllt im menschlichen Körper wichtige Aufgaben. Es wird unterschieden zwischen weißem und braunem Fettgewebe; wobei der braune Anteil wesentlich geringer ist, als der weiße.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fettgewebe?

Fettgewebe ist aus retikulärem Bindegewebe entstanden und tritt an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers auf. Es werden zwei Arten unterschieden, das braune und das weiße, beziehungsweise gelbe Fettgewebe. Das braune Fett wird zur Wärmeproduktion benötigt, das weiße hat verschiedene Aufgaben.

Die Bestandteile des Körperfetts sind Fettzellen, die Adipozyten. Braunes Fettgewebe kommt beim erwachsenen Menschen nur in geringer Menge und an sehr wenigen Stellen vor, beispielsweise unter den Achseln, in der Brusthöhle im Mediastinum oder an den Nieren. Ein Säugling dagegen verfügt über einen wesentlich höheren Anteil an braunem Fettgewebe, da er viel anfälliger für Kälte ist. Bei Neugeborenen liegt das braune Fett hauptsächlich in der Region um die Brust und am Hals.

Das weiße Fettgewebe wird nach seiner Funktion eingeteilt in Isolierfett, Speicherfett (auch Depotfett) und Baufett. Weiterhin dient es als Stoffwechselorgan, da es am Energiestoffwechsel beteiligt ist. Die Verteilung von weißem Fettgewebe ist bei Frauen und Männern unterschiedlich. Bei Frauen wird es hauptsächlich unter der Haut an Hüfte, Bauch und Oberschenkeln angelagert, bei Männern umhüllt es größtenteils als Viszeralfett innere Organe und das Verdauungssystem.

Anatomie & Aufbau

Sowohl weißes als auch braunes Fettgewebe besteht aus Fettzellen. Braune Fettzellen sind plurivakuolär; das bedeutet, sie sind von mehreren kleinen Lipidtröpfchen ausgefüllt. Sie besitzen viele Mitochondrien, die wiederum zahlreiche Cytochrome (farbige Proteine) enthalten. Diese Proteine sind für die braune Farbe verantwortlich. Das weiße Fettgewebe dagegen hat univakuoläre Fettzellen, die nur einen einzigen großen Lipidtropfen enthalten und viel größer sind als die Zellen des braunen Fettgewebes.

Durch diesen großen Lipidtropfen (Vakuole) wird der Zellkern platt an den Rand der Zelle gedrückt. Damit die Vakuole in Form gehalten wird, ist sie von stabilisierenden Proteinstrukturen, den sogenannten Intermediärfilamenten, umgeben. Jede Fettzelle wird von einer Proteinschicht, der Basallamina, eingehüllt. Durch das weiße Fettgewebe verlaufen zahlreiche Blutgefäße.

Das Fett des menschlichen Körpers enthält viel Ölsäure und hat eine intensive gelbe Farbe. Die Bezeichnung »weißes Fettgewebe« kommt daher, dass aus zu Untersuchungszwecken präparierten Fettzellen standardmäßig das Fett herausgelöst wird und diese leeren Zellen unter dem Mikroskop weiß aussehen.

Funktion & Aufgaben

Braunes Fettgewebe hat die Aufgabe, Wärme zu erzeugen. Vor allem im Säuglingsalter wird diese Funktion gebraucht, da die Wärmeregulierung von Neugeborenen noch nicht entwickelt ist. Die Erzeugung von Wärme wird durch Nerven des Sympathikus ausgelöst, welche das Hormon Noradrenalin abgeben.

Dadurch werden Fettsäuren freigesetzt, die durch einen speziellen Vorgang oxidieren. Diese Oxidation erzeugt Wärme, welche über die Blutgefäße an den Kreislauf und schließlich an die Organe weitergegeben wird. Das weiße Fettgewebe hat verschiedene Funktionen. Einerseits dient es in Form von Speicher- oder Depotfett als Energiereserve. Durch diesen Vorrat kann ein Mensch bis zu 40 Tage ohne Nahrungsaufnahme überleben.

Speicherfett befindet sich größtenteils in der Unterhaut (Subkutis) am Gesäß und am Bauch, aber auch am Bauchfell (Peritoneum), der Haut, die den Bauchraum auskleidet. Das als Baufett bezeichnete Fettgewebe, hat eine schützende Funktion. Es wirkt wie ein Polster für den Körper und verhindert mechanisch verursachte Verletzungen. Dieses Fett liegt beispielsweise unter der Haut an den Fußsohlen, um das Auge, an den Wangen und an Gelenken, aber auch an Organen wie Nieren und Herz.

Im Fall von mangelhafter Nahrungsaufnahme wird auch dieses Fett, quasi als letzte zur Verfügung stehende Energiequelle, zur Versorgung des Körpers verwendet. Ist auch das Bauchfett verbraucht, kommt es zu den für extrem unterernährte Menschen typischen eingefallenen Wangen und Augenhöhlen. Das hauptsächlich in der Unterhaut liegende Isolierfett schließlich schützt den Körper davor, zu viel Wärme nach außen abzugeben. Weißes Fettgewebe spielt zusätzlich noch eine wichtige Rolle im Stoffwechsel des menschlichen Körpers.

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Krankheiten & Beschwerden

Eine häufige Veränderung im Fettgewebe stellt das Lipom dar. Es ist eine gutartige Geschwulst, die sich im Unterhautfettgewebe bildet. Lipome wachsen sehr langsam, meist an Rücken oder Bauch, an Armen oder Beinen. Aber auch im Gesicht kommen sie vor. Sie bereiten in der Regel keine Beschwerden und aus medizinischer Sicht ist eine Entfernung nicht nötig, es sei denn, das Lipom drückt auf Nerven oder Gefäße.

Im Gesicht wird ein Lipom oft aus kosmetischen Gründen entfernt. Bösartig dagegen ist das seltener vorkommende Liposarkom, eine Geschwulst, die sehr schnell wächst und Schmerzen bereitet. Es entsteht eher bei älteren Menschen; Männer sind häufiger davon betroffen als Frauen. Liposarkome werden durch die Entartung von Fettzellen verursacht. Ein Liposarkom muss operativ entfernt werden.

Eine weitere mögliche Erkrankung im Fettgewebe ist die Nekrose. Dabei sterben Fettzellen ab und die in den Zellen enthaltenen Lipidtröpfchen dringen ins umliegende Bindegewebe ein. Dadurch bilden sich sogenannte Scheinzysten. Häufig tritt diese Erkrankung am Fettgewebe der weiblichen Brust auf.

Diese Scheinzysten sind gutartig und werden bei Tastuntersuchungen manchmal fälschlicherweise für bösartige Knoten gehalten. Sicherheit bringt letztendlich nur die operative Entfernung und histologische Untersuchung der Knoten. Verursacht wird die Nekrose durch Verletzungen oder durch die Quetschung des Brustgewebes.

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